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Gut besuchtes Fachgespräch Rindermast

Am 07. März 2019 führte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen zusammen mit der MASTERRIND GmbH im Forum der Niedersachsenhalle in Verden wieder eine überregionale Vortragsveranstaltung zur Rindermast durch.  Bei Kaffee und belegten Brötchen versammelten sich etwa 175 Landwirte und weitere Interessenten von 9:30 bis ca. 13:00 Uhr um aktuelle Themen zu diskutieren. Einige Firmen, die mit einem kleinen Ausstellungsstand im Forum vertreten waren, rundeten die Veranstaltung ab. Die einleitenden Worte übernahmen Heidi Meine-Schwenker von der Landwirtschaftskammer und Karsten Hoops von Masterrind.

Den Anfang in der Vortragsreihe machte Manfred Eggers von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG). Er referierte zum Thema „Arbeitssicherheit in der Rindermast- was kann man tun?“ und erläuterte dazu zunächst die Wahrnehmung der Rinder und dass sich diese deutlich von der des Menschen unterscheidet. Diese Kenntnis ist für einen Rindermäster von großer Bedeutung. Weiterführend zeigte er verschiedene Möglichkeiten auf, um die Sicherheit im Stall für die Arbeitskraft sicherzustellen (u.a. schwenkbare Treibgänge, Personenschlupf etc.). Für die Gestaltung von Treibe- oder Sortiereinrichtungen empfahl er, den Grundsatz zu beherzigen, dass Rinder wieder dahin wollen, wo sie hergekommen sind bzw. wo die anderen Rinder sind. Dies bedeutet zumeist, Anlagen im Bogen oder in U-Form zu bauen.

Im zweiten Vortrag präsentierte Martin Grabow von der Firma H. Wilhelm Schaumann GmbH zum Thema „Fütterung der Mastrinder – aktuelle Empfehlungen unter Berücksichtigung der derzeitigen Futtersituation“ verschiedene Möglichkeiten, eine bedarfsgerechte Fütterung unter den schwierigen Bedingungen der mengenmäßig geringen und zudem energieärmeren Maissilagen zu gewährleisten. Grabow konnte wieder sehr überzeugend viele Probleme thematisieren, die sich aus der Trockenheit 2018 ergeben. So wies er darauf hin, dass die Stärkebeständigkeit in den Maissilagen in dieser Saison höher sei als in normalen Jahren, mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen. Wenn mehr Kraftfutter gefüttert werden muss, sei darauf zu achten, dass die Kraftfutterselektion durch begrenzte Wasserzulage verhindert werden könne.  Aber: zu viel Wasser kann auch die Schmackhaftigkeit vermindern.

Als letzter Referent stellte René Holsten aus Heeslingen den Familienbetrieb vor, den er mit Bruder und Vater bewirtschaftet. Holstens haben kürzlich eine moderne, neue Mastbullenanlage für 600 Tiere auf Stroh (Tretmist) gebaut.  Die Bullen werden in den beiden Ställen mit einem Roboter automatisch gefüttert, welcher in der zwischen den Ställen angesiedelten Futterküche mit einer Ration aus verschieden Futtersilos befüllt wird. Durch die mehrmalige Futtervorlage und das gleichzeitige Anschieben sind die Bullen ungewöhnlich ruhig. Der Stall wird mit der gleichen Anlage zudem durch einen anderen, über den Buchten fahrenden Roboter regelmäßig mit Stroh eingestreut. Die engagierten Betriebsleiter versprechen sich durch die Automatisierung weniger eine Zeitersparnis, sondern mehr Flexibilität in den Arbeitsabläufen und auch höhere Leistungen.

Insgesamt wurde die Veranstaltung sehr gut angenommen. Die regen Diskussionen im Anschluss an die Vorträge zeigten das Interesse an den gewählten Themen. Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden.


Kontakt:
Heidi Meine-Schwenker
Rindermast, Tierschutz Rind, Tiertransporte, Leistungs- und Qualitätsprüfung Milch
Telefon: 0441 801-692
Telefax: 0441 801-634
E-Mail:
Lena Münzebrock
Telefon: 0441 801-0
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Stand: 12.03.2019