Webcode: 01036211

Auktionsbericht Nienburg

Mit einem Zuschlagspreis von 1300,- € startete die Auktion des Landesschafzuchtverbandes Niedersachsen in Nienburg.

Der Siegerbock der Leineschaf-Jährlingsböcke von Klaus-Dieter Brzezniak aus Freden entfachte gleich zu Beginn der Veranstaltung ein Bieterfeuerwerk und wurde der teuerste Bock der Veranstaltung. Dass dieser Bock seinen zukünftigen in Hessen im Einsatz hat, betont auch die überregionale Bedeutung dieser Auktion. Insbesondere bei den Leineschafen waren Böcke aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Niedersachsen im Angebot und auch die Käufer verteilten sich auf diese Bundesländer sowie Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Der Reserve-Sieger der Leineschaf-Jährlinge aus der Zucht Henning Ripke, Walsrode, ging für 850,-€ an einen niedersächsischen Zuchtbetrieb. Trotz seiner Jugend konnte er seine deutlich älteren Konkurrenten, aufgrund seiner Bemuskelung und typvollen Erscheinung, auf die Plätze verweisen.

Bei den Lammböcken der Leineschafe siegte die Erb & Dibbern GbR aus Tosterglope vor der LLG Sachsen-Anhalt aus Iden, die einen sehr rahmigen und fleischigen Bock vorstellte, der für 850,-€ nach Thüringen verkauft werden konnte. Erfreulich war die breite genetische Basis der vorgestellten Zuchtböcke, die für die Leineschafe als vom Aussterben bedrohte Schafrasse von besonderer Bedeutung ist. Gleichzeitig zeigten die Fruchtbarkeitsleistung der Bockmütter das hohe Leistungsvermögen dieser Rasse. Mit einer Ankaufsbeihilfe unterstützte die Stiftung Leineschaf den Kauf der Böcke.

Bei den Suffolk und Schwarzköpfigen Fleischschafen wurden ausschließliche Böcke aufgetrieben, die mit ARR/ARR reinerbig die höchste Scrapie-Resistenz besitzen. Die täglichen Zunahmen in der Feldprüfung lagen im Durchschnitt bei fast 500 g und einzelne Böcke erreichten sogar über 600 g, so dass die Zuchtwerte im Elitebereich waren. Da die Züchter aller präsentierten Rassen zur Selektion in hohem Umfang die Ultraschall-Prüfung bei den Lämmern einsetzen, ist in den letzten Jahren nochmals eine deutliche Steigerung der Mast- und Schlachtleistungsdaten festzustellen.

Suffolk-Böcke wurden von den Herdbuchbetrieben Tuma, Velthuis/Kluge und Wagner aufgetrieben. Die Zuchtgemeinschaft Velthuis/Kluge aus Mörse präsentierte mit der Kat-Nr. 33 einen sehr ausgeglichenen, harmonischen und fleischigen Lammbock, der mit dem Ia-Preis ausgezeichnet wurde. Karl-Heinz Tuma aus Lemförde stellte den Ib-Bock und erhielt auch für seine Jährlingsböcke eine Ia- und Ib-Prämierung. Die Käufer konnten sich kostengünstig beste Suffolks sicher, da nur knapp Zweidrittel der Böcke verkauft werden konnten.

Deutlich besser war der Absatz der Schwarzköpfigen Fleischschafe, wo, trotz ruhiger Nachfragen und leichtem Überstand, bei den Lammböcken ein Durchschnittspreis von 414,-€ erzielt werden konnte. Die hervorragende Fleischigkeit der diesjährigen Böcke zeigt sich deutlich in der Benotung der durchaus kritischen Körkommission, die für die Bemuskelung der Lammböcke im Durchschnitt 8,0 Punkte vergab. Dorit Hager, Zuchtleiterin aus Mecklenburg-Vorpommern, und Schäfermeister Gerd Jahnke hatten dann als Preisrichter die schwierige Aufgabe diese hochwertigen und typvollen Böcke zu rangieren, die im Durchschnitt ein Lebendgewicht von fast 85 kg aufwiesen.

Martin Fricke aus Dassel konnte sich über den Siegerbock und einen Zuschlagspreis von 900,-€ freuen. Dieser imposante Bock präsentierte sich mit einer so hervorragenden Kombination aus bester Bemuskelung und optimalem Körperbau, so dass ihm dieser Erfolg nicht zu nehmen war. Den Reserve-Sieger stellte die Pferdmenges GbR aus Hilprechtshausen. Dieser Bock war mit 650,-€ der zweit teuerste Bock dieser Rassegruppe. Weitere sehr ausgeglichene Ia-Böcke stellten Andre Kath aus Bad Gandersheim und Joachim Gesterling aus Jühnde. Mit dem typvollen Jährlingsbock der Kat-Nr. 40 sicherte sich Horst Söffker aus Hess. Oldendorf den Ia-Preis dieser Klasse.

Die Rasse der Merinofleischschafe war mit 2 Jährlingsböcken aus der Zucht Rehse vertreten, von denen ein Bock verkauft werden konnte.

Trotz der derzeit überaus schwierigen wirtschaftlichen Situation in der Schafhaltung war der Absatz der Auktion größtenteils zufriedenstellend. Insbesondere die auswärtigen Käufer sorgten für zusätzliche Impulse und die Züchter boten eine hervorragende Auswahl an äußerst leistungsfähigen Böcken an.


Kontakt:
Mathias Brockob
Tierzucht, Tierhaltung
Telefon: 0511 3665-4485
Telefax: 0511 3665-4521
E-Mail:
Klaus Gerdes
Tierzucht, Tierhaltung
Telefon: 0441 801-611
Telefax: 0441 801-634
E-Mail:


Stand: 20.12.2019