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Kleine Hochsee- und Küstenfischerei in Niedersachsen 2017

In Niedersachsen sind derzeit 133 Fischereibetriebe der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei beheimatet. Dies sind in der Küstenfischerei 112 Krabben- und vier Muschelfischer. In der Kleinen Hochseefischerei fischen 17 Fahrzeuge hauptsächlich Scholle, Kaisergranat, Kabeljau und Seezunge.

Für die Niedersächsischen Fischer setzte sich 2017 der positive Trend des Vorjahres fort. Bei moderaten Anlandemengen wurden gute bis sehr gute Erzeugerpreise erzielt, sodass die Betriebe durchweg positiv zurückblicken.

Eine Ausnahme bilden die Muschelfischer. 2017 konnte keine neue Muschelsaat gewonnen werden, man musste auf Bestände aus früheren Jahren zurückgreifen. Ursächlich werden hierfür - neben anderen Faktoren - die zunehmenden Bagger- und Verklappungsmaßnahmen der letzten Jahre angesehen. Zudem vernichteten die frühen Herbststürme erhebliche Mengen Konsummuscheln.

Die Kleine Hochseefischerei blickt auf ein wirtschaftlich gutes Jahr zurück. Sorgenvoll hingegen bewertet man in dieser Sparte das hoch umstrittene EU-Rückwurfverbot und die möglichen Auswirkungen des Brexit auf Zugangsrechte und Quotenverteilung.

Die Krabbenfischer konnten die guten Umsätze aus dem Vorjahr leicht steigern. Bei geringfügig gestiegenen Fangmengen (ausgehend von einem niedrigen Vorjahresniveau) stieg auch der Erzeugerpreis noch einmal auf einen neuen historischen Höchststand von rd. 8,50 € /kg. Viele Betriebe nehmen diese erfreulichen Bedingungen zum Anlass, wieder in ihre Schiffe zu investieren und erneuern oder modernisieren die Ausrüstung und Verarbeitung an Bord.

Im Dezember wurde der Nordseekrabbenfischerei das MSC-Siegel (MSC = Marine Stewardship Council) und damit die Anerkennung der Nachhaltigkeit dieser Fischerei, verliehen. Es sind somit rd. 400 Krabbenfischereibetriebe aus den Niederlanden, Dänemark und Deutschland MSC-zertifiziert. Das gemeinsame Management und das Erfüllen der mit der Zertifizierung verbundenen Auflagen und Bedingungen zum Erhalt des Siegels, bleibt für die Betriebe auch zukünftig eine Herausforderung.


Kontakt:
Hilke Looden
Fischerei
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Stand: 20.06.2018