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Mit Zwischenfrüchten Futterlücken schließen

Wenn Futter knapp ist, denken Landwirte zunehmend daran, Zwischenfrüchten für die Futternutzung anzubauen. Diese fanden in der Vergangenheit immer seltener den Weg in den Trog. Sommerzwischenfrüchte werden nach der Hauptfutterernte allgemein im Juli/ August, z.T. noch Anfang September angebaut und im Herbst genutzt, Winterzwischenfrüchte werden im Folgejahr im April/Mai geerntet.

Für einige Sommerzwischenfrüchte dürfte der Anbau bereits zu spät sein, aber ein rechtzeitiger Anbau war dürrebedingt kaum möglich. Zwischenfrüchte können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden: Gräser (z.B. Einjähriges oder Welsches Weidelgras), kleinkörnige Leguminosen (Kleearten), großkörnige Leguminosen (z.B. Futtererbsen), Kreuzblütler (Raps, Stoppelrüben u.a.) und andere Arten (z.B. Grünroggen).

 

 

 

 

 

 

Übersicht 1: Nährstoffgehalte ausgewählter Zwischenfrüchte (DLG, 1997)

 

Trockensubstanz

g

Rohprotein

g

nXP

g

Rohfaser

g

Rohasche

g

 NEL    MJ

Raps

Stoppelrüben (sauber)

Rübsen

Welsches Weidelgras

110

100

110

170

133

191

201

181

157

162

152

152

133

122

145

198

147

126

155

111

7,00

7,13

6,88

6,84

 

Zwischenfrüchte sind sehr wasser- und proteinreich und besitzen folglich sehr wenig Struktur, der Sickersaftanfall ist dementsprechend hoch und kann je nach Futtermittel und Ertrag durchaus 10 bis >25 m3/ha betragen. Deshalb wurden Zwischenfrüchte nur noch selten für die Futternutzung angebaut. Für eine möglichst problemlose Silierung eignen sich vor allem Weidelgräser und Grünroggen, denn diese lassen sich gut anwelken. Raps, Stoppelrüben, Markstammkohl oder Rübsen weisen hohe Futterwerte auf, eine Silierung im Herbst ist aber schwierig (häufig kein sicheres Anwelken möglich, schlecht vergärbare Futter, Verschmutzung), Wer dennoch wasserreiche Zwischenfrüchte wie Stoppelrüben oder Sommerraps anbauen möchte, sollte bei der Ernte im Herbst auf eine möglichst geringe Verschmutzung (Rohaschegehalt) achten. Diese wasserreichen Zwischenfrüchte eignen sich eher für die tägliche Frischverfütterung und weniger für die Konservierung.

Beim Einsatz von Zwischenfrüchten sollte eine langsame Futterumstellung erfolgen und die Ration ausreichend mit strukturwirksamen und proteinarmen Komponenten ergänzt werden. Auch sind die z.T. sehr hohen Calciumgehalte zu berücksichtigen. Im Hinblick auf mögliche hohe Nitratgehalte gilt der altbekannte Wert von max. 0,5 % Nitrat in der Gesamt-TM. Orientierungswerte zur Einsatzmenge liegen bei etwa 2 bis 2,5 kg TM/Tag, in älteren Literaturquellen werden auch 30 bis 40 kg FM/Tag empfohlen.

Im Anhang finden Sie Details zum Anbau und Einsatz von Zwischenfrüchten. Da die Broschüre aus 2012 stammt, sind die Hinweise zur Düngung nicht aktuell.


Kontakt:
Andrea Meyer
Fütterung von Rindern und Schweinen, Futterberatungsdienst e.V.
Telefon: 0511 3665-4479
Telefax: 0511 3665-4525
E-Mail:


Stand: 17.08.2018