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Gülleanfall in der Schweinemast

Die neue Düngeverordnung mit ihren umfangreichen Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Betriebe ist seit dem 02.06.2017 in Kraft. Neben der Mineral- muss auch die Gülledüngung möglichst effizient erfolgen. Das setzt genaue Kenntnisse zum Nährstoffgehalt der Gülle voraus. Für tierhaltende Betriebe sind darüber hinaus verlässliche Informationen zum tatsächlich anfallenden Güllevolumen von Bedeutung.

Für den Bereich Schweinemast hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in der Leistungsprüfungsanstalt (LPA) für Schweine in Quakenbrück-Vehr erste eigene Messungen durchgeführt und die Ergebnisse aus 20 Mastdurchgängen im März 2017 veröffentlicht. Die Datenerfassung wurde danach fortgesetzt. Inzwischen liegen Daten aus weiteren 13 Mastdurchgängen vor. Neben den Güllemengen wurden hierbei auch die Tränk- und Reinigungswassermengen der einzelnen Mastdurchgänge kontinuierlich dokumentiert.

Messungen in der LPA Quakenbrück

Die LPA Quakenbrück verfügt u.a. über einen Prüfstall mit Gruppenhaltung und Transponderfütterung mit insgesamt 200 Tierplätzen, in dem der Gülleanfall gemessen wurde. Der Stall verfügt über insgesamt fünf Prüfabteile, die über einen zentralen Versorgungsgang zugänglich sind (Kammstallprinzip). Pro Abteil werden in vier Buchten je zehn Tiere auf Vollspaltenboden gemästet. 

Abbildung 1: Zehnergruppenbuchten in der LPA Quakenbrück

In jeder Bucht ist eine Futterstation (Fa. Insentec) mit Einzeltiererkennung über Transponder-Ohrmarken installiert.  Die Trockenfütterung mit pelletiertem Fertigfutter erfolgt ad libitum. Die Schweine werden im Schnitt von 28 bis 124 kg gemästet. Die täglichen Zunahmen liegen zwischen 950 bis 1000 g.

Die 60 cm tiefen Güllekanäle werden im Wechselstauverfahren betrieben. Die Güllemengen wurden über Füllstandsmessungen in den Güllekanälen unter den Gruppenbuchten erfasst. Die Pegelanstiege wurden hierbei mit einem Zollstock gemessen.

Jede Bucht ist mit zwei Tränkenippeln  (Einbauhöhen 40 und 60 cm) ausgestattet. Die Tränken werden vor jedem Durchgang neu ausgelitert. Die Durchflussrate betrug bis Juli 2017 1,0 Liter pro Minute und wurde ab August 2017 auf 0,8 Liter pro Minute reduziert. Die Tränkwassermengen wurden pro Abteil und Produktionszyklus über eigens installierte Ringkolben-Wasserzähler gemessen. Das Wasser stammt aus dem kommunalen Versorgungsnetz. Die Reinigungswassermengen wurden bis Juli 2017 über Standard-Wasserzähler und ab August 2017 auch über Ringkolbenzähler erfasst. Reinigungswasser wird in geringem Umfang für die Zwischenreinigung der Stallgänge und zum größten Teil zur gründlichen Reinigung der Abteile nach dem Ausstallen der Tiere verwendet. Eine Einweichanlage ist nicht vorhanden. Weitere Einzelheiten zur Datenerfassung und zum Prüfstall sind auf der Homepage der Landwirtschaftskammer Niedersachsen unter Webcode 01031933 oder im Jahresbericht 2016/2017 ersichtlich.

Ergebnisse

Im Zusammenhang mit den neuesten Datenerfassungen im zweiten Untersuchungsabschnitt wurden insgesamt 13 weitere Mastdurchgänge mit 520 Tieren ausgewertet. Die Messungen fanden von November 2016 bis Dezember 2017 statt. In der Tabelle 1 sind die Ergebnisse des ersten und zweiten Untersuchungsabschnittes zusammenfassend dargestellt.

Tabelle 1: Gülleanfall, Tränk- und Reinigungswasserverbrauch

Abschnitt

Anzahl

Zeitraum

Gülleanfall

Tränkwasser

Reinigungswasser

 

Durchgänge

 

pro Tier, m³

Verbrauch pro Tier, m³

Verbrauch pro Tier, m³

1

20

04/2015 - 10/2016

0,507

0,755

0,081

2

13

11/2016 - 12/2017

0,450

    0,671  1)

0,090

Gesamt

33

04/2015 - 12/2017

0,485

0,722

0,085

1) Wasserdurchflussraten: 1,0 l/min bis 7/2017, danach 0,8 l/min

Im Gülleanfall pro Tier ist das Reinigungswasser enthalten. Grundsätzlich wurden 40 Tiere pro Abteil gemästet. Zu- und Abgänge, z.B. Ausfälle während der Mast, wurden rechnerisch berücksichtigt.

Im Beobachtungsabschnitt 1 (April 2015 bis Oktober 2016) wurde bei 20 Mastdurchgängen ein durchschnittlicher Gülleanfall (incl. Reinigungswasser) von 0,507 m³ pro Mastschwein ermittelt. Der Abschnitt 2 (November 2016 bis Dezember 2017) mit 13 Mastdurchgängen ergab einen Gülleanfall von 0,450 m³.

Parallel dazu waren die aufgenommenen Tränkwassermengen im zweiten Abschnitt ebenfalls geringer (0,671 m³ zu 0,755 m³).

Die Unterschiede in der Aufnahme von Tränkwasser und dem Gülleanfall sind möglicherweise auf saisonale Einflüsse, wie zum Beispiel den regnerischen Sommer 2017 mit vergleichsweise niedrigen Außentemperaturen, zurückzuführen. Bei den letzten fünf Mastdurchgängen ab August 2017 wurden die Durchflussraten der Nippeltränken von 1,0 Liter auf 0,8 Liter pro Minute reduziert. Verminderte Durchflussraten der Tränken haben ebenfalls einen Einfluss auf den Gesamtwasserverbrauch. Weitere Einflüsse, wie individuelle Unterschiede im Tierverhalten (Stichwort Spielwasser), müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Da sich die verschiedenen Einflussfaktoren aber überlagern, ist es in diesem Zusammenhang schwierig, eindeutige Aussagen zu treffen.

Festzuhalten bleibt, dass bei Betrachtung aller 33 untersuchten Durchgänge mit 1320 Tieren durchschnittlich 0,722 m³ Tränkwasser pro Mastschwein verbraucht wurde und 0,485 m³ Gülle anfiel.

Den vollständigen Artikel entnehmen Sie bitte der angehängten pdf-Datei.


Kontakt:
Andrea Meyer
Fütterung von Rindern und Schweinen, Futterberatungsdienst e.V.
Telefon: 0511 3665-4479
Telefax: 0511 3665-4525
E-Mail:
Wolfgang Vogt
Leiter LPA Quakenbrück, Koordination Versuche Schwein
Telefon: 05431 90309-12
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Stand: 26.04.2018