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Phosphor noch weiter senken?

Die neue Düngeverordnung schreibt niedrigere Phosphor-Salden vor. Insbesondere in den Veredlungsregionen wächst in den Schweinebetrieben der Druck, die Phosphorüberschüsse abzubauen. Da in einem Mastversuch der LWK Niedersachsen eine starke Phosphorreduzierung zu geringeren Mastleistungen geführt hatte, sollte in einer weiteren Untersuchung mit anderer Genetik geprüft werden, ob die Ergebnisse bestätigt werden. Dazu wurde komplett auf den Zusatz von anorganischem Phosphor verzichtet.

Versuchsdurchführung in der LPA Quakenbrück

In der Leistungsprüfungsanstalt Quakenbrück wurden 120 Ferkel (db.77 x BHZP Viktoria) nach Gewicht und Geschlecht auf zwei Futtergruppen verteilt, in Einzelbuchten gehalten und trocken ad libitum gefüttert. Die Kontrollgruppe und die phosphorreduzierte Versuchsgruppe erhielten das Anfangsmastfutter RAM 2.1 bis 70 kg LG und danach das Endmastfutter       RAM 2.2. Allen Futtern wurde Phytase („Axtra Phy“) zugesetzt, wobei die Phytasemenge im Versuchsfutter gegenüber dem Kontrollfutter um zwei bzw. ein Drittel erhöht war.

Tabelle 1: RAM-Futter in beiden Gruppen (Planungsdaten)

 

 

Kontrollgruppe

Versuchsgruppe
P-reduziert

 

 

RAM

RAM

Mastabschnitt

 

kg

2.1

31-70

2.2

70-124

2.1

31-70

2.2

70-124

Rohprotein

Lysin

ME

Phosphor

verd. Phosphor

Phytase

%

%

MJ/kg

%

%

FTU/kg

17,0

1,10

13,4

0,50

0,32

375

14,0

0,90

13,0

0,45

0,26

375

17,0

1,10

13,4

0,42

0,32

625

14,0

0,90

13,0

0,37

0,26

500

Während den Kontrollfuttern anorganischer Phosphor in Form von Monocalciumphosphat zugesetzt war, enthielten die Versuchsfutter dieses nicht.

Tabelle 2: Futteranalysen

 

 

Kontrollgruppe

Versuchsgruppe
P-reduziert

 

 

RAM

RAM

 

 

2.1

2.2

2.1

2.2

Rohprotein

Lysin

Methionin + Cystin

Threonin

ME

Lysin/ME

Phosphor                         

%

%

%

%

MJ/kg

g/MJ

%

16,8

1,12

0,59

0,71

13,5

0,83

0,46

14,3

0,94

0,54

0,62

13,0

0,72

0,44

16,9

1,10

0,61

0,72

13,6

0,81

0,41

13,9

0,90

0,54

0,60

13,0

0,69

0,39

Versuchsergebnisse

Die Schweine erreichten durchschnittliche Tageszunahmen von 1.053 g, der Futteraufwand je kg Zuwachs lag bei 2,60 kg. Die Kontrollgruppe erzielte 1.069 g und die Gruppe ohne mineralische Phosphorergänzung 1.037 g Tageszunahmen, der Futteraufwand je kg Zuwachs lag bei 2,59 bzw. 2,61 kg. Die Tiere der Kontrollgruppe fraßen pro Tag 2,77 kg, die der stark  P-reduzierten Gruppe 2,69 kg. Die Unterschiede in den Tageszunahmen und im täglichen Futterverbrauch waren signifikant. Allerdings traten in der Endmast ab 70 kg LG keine gesicherten Differenzen mehr auf. In diesem Abschnitt wurden mit 1.087 bzw. 1.072 g enorme Tageszunahmen erreicht. Je Gruppe schied ein Tier aufgrund von Entwicklungsstörungen bzw. Beinschaden aus.

Tabelle 3: Mastleistung und Schlachtkörperbewertung

 

 

Kontrollgruppe

 

Versuchsgruppe
P-reduziert

Anzahl Tiere

Anfangsgewicht

Endgewicht

Tageszunahmen

Futteraufwand/kg Zuwachs

Futterverbrauch/Tag

 

kg

kg

g

kg

kg

59

30,7

123,5

1069a

2,59

2,77a

59

30,6

123,7

1037b

2,61

2,69 b

Schlachtkörpergewicht

Schlachtausbeute

Schinken

Lachs

Schulter

Bauch

MFA Bauch

Indexpunkte/kg SG

kg

%

kg

kg

kg

kg

%

95,2

77,2

18,2

7,1

8,9

14,0

57,1

0,999

95,7

77,3

18,4

7,2

9,0

13,8

57,8

1,007

a,b: Unterschiedliche Buchstaben kennzeichnen signifikante Differenzen (p< 0,05).

Die Klassifizierung der Schlachtkörper erfolgte nach AutoFOM. Bei der Schlachtkörperbewertung ist zu berücksichtigen, dass an einem Schlachttag wegen technischer Störungen keine AutoFom-Daten von vier (Kontrollgruppe) bzw. zehn Tieren (Versuchsgruppe) vorlagen. Im Mittel wurden 1,003 Indexpunkte je kg Schlachtkörpergewicht erzielt. Es gab keine signifikanten Unterschiede in der Schlachtkörperbewertung.

Futterkosten

Die Berechnung der Futterkosten beruhte auf den Nettopreisen im Versuchszeitraum. Die Futterkosten je 100 kg Zuwachs lagen in der Kontrollgruppe bei 63,64 € und in der Versuchsgruppe bei 63,51 €.

Phosphorausscheidungen

Je Tier wurden folgende Phosphat-Ausscheidungen ermittelt:

Kontrollgruppe:                                     1,50 kg P2O5

Versuchsgruppe (stark P-reduziert):    1,05 kg P2O5

 

Somit schieden die Tiere der stark P-reduzierten Gruppe 30 % weniger P2O5 als die Schweine der Kontrollgruppe aus.

Fazit

In einem Fütterungsversuch wurde überprüft, wie sich eine stark phosphorreduzierte Fütterung auf die Leistung von Mastschweinen auswirkt. Indem auf den Zusatz von anorganischem Phosphor in der Versuchsgruppe verzichtet wurde, konnte der P-Gehalt auf 0,42 % im Anfangsmast- und 0,37 % im Endmastfutter reduziert werden. Die Kontrollgruppe erzielte mit 1.069 g Tageszunahmen signifikant bessere Werte als die stark P-reduzierte Gruppe mit   1.037 g. In der Schlachtkörperbewertung wurden gleiche Leistungen erzielt. Die Futterkosten je 100 kg Zuwachs lagen in der Kontrollgruppe um 0,13 € höher. Dieser zweite Versuch bestätigt die Ergebnisse des ersten Versuchs insoweit, dass geringere Tageszunahmen in der stark P-reduzierten Gruppe nachgewiesen wurden. Allerdings traten aktuell keine Unterschiede im Futteraufwand auf.


Kontakt:
Andrea Meyer
Fütterung von Rindern und Schweinen, Futterberatungsdienst e.V.
Telefon: 0511 3665-4479
Telefax: 0511 3665-4525
E-Mail:
Wolfgang Vogt
Leiter LPA Quakenbrück, Koordination Versuche Schwein
Telefon: 05431 90309-12
Telefax: 05431 90309-16
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Stand: 26.04.2018