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Vergleichender Mischfuttertest Nr. 29/19 Ergänzungsfutter für Stuten und Fohlen

Im Jahr 2019 hat der Verein Futtermitteltest (VFT) u. a. neun Futtermittel für Zuchtstuten und drei Futtermittel für Fohlen beprobt und untersucht. Die Futtermittel sind acht Herstellern bzw. zehn Herstellerwerken zuzuordnen.

Zuchtstuten haben ab dem 8. Trächtigkeitsmonat einen stark erhöhten Bedarf an Nährstoffen, da der Embryo dann intensiv zu wachsen beginnt. Über die Hälfte des Geburtsgewichts nimmt der Embryo in den letzten drei bis vier Monaten vor der Geburt zu. Neben dem Raufutter bzw. dem Weidegang sollten über Kraftfutter, z. B. ein Ergänzungsfutter für Zuchtpferde, die fehlenden Nähr- und Mineralstoffe sowie Vitamine ergänzt werden. Bei Fohlen reicht die Stutenmilch nur für die ersten Lebensmonate aus, danach benötigen auch sie eine Beifütterung mit einem Ergänzungsfutter.

Der VFT prüft die Herstellerangaben durch Analyse im Labor (Deklarationstreue), bewertet die wichtigsten Inhalts- und Zusatzstoffe und beurteilt die von den Herstellern gegebenen Fütterungshinweise hinsichtlich Nennung der Elemente (Einsatzbereich, Raufutter und Futtermenge etc.). Weitere Hinweise zur Prüfung des VFT sind im Internet unter www.futtermitteltest.de zu finden. Dort sind auch die Ergebnisse verschiedener Futtertypen und Regionen zu finden.    

Kommentierung der Ergebnisse

Im linken Teil der Ergebnistabelle sind die Herstellerangaben gelistet. Die Angaben variieren unterschiedlich stark. Bei der Rohasche werden 6,3 bis 9,0 %, bei Rohprotein 14,0 bis 20 %, bei Rohfaser 7,0 bis 12,2 %, beim Rohfett von 3,0 bis 5,5 %, bei Calcium von 0,9 bis 1,4 % und beim Phosphor von 0,4 bis 0,80 % angegeben.  Auf diese Weise können die Ergänzungsfutter mit den unterschiedlichen Grundfuttermitteln und auch anderen Kraftfuttermitteln, z. B. Getreide, je nach Qualität und Quantität kombiniert werden.

Bei der Überprüfung durch den VFT werden die futtermittelrechtlich vorgegebenen Toleranzen berücksichtigt. Festgestellte Abweichungen von den Angaben werden in der Ergebnistabelle in der Rubrik „Abweichender Befund“ dokumentiert. Ein Futter wies mit 5,6 % deutlich mehr als die angegebenen 3,0 % Rohfett auf. Da im Zuchtstutenfutter ein hoher Energiegehalt angestrebt wird, kann der höhere Wert toleriert werden. Ein Futter enthielt 17,0 % Rohprotein statt 15,0 %. Auch hier kann der höhere Wert angenommen werden, da die Zuchtstuten einen sehr hohen Bedarf an (dünndarmverdaulichem) Rohprotein aufweisen. Allerdings weist auch ein Futter weniger der Aminosäure Methionin als angegeben auf, was die Proteinqualität schmälert. Ein weiteres Futter wies statt 5,0 % nur 3,3 % Rohfett auf. Dies muss nicht nachteilig sein, wenn die Energieversorgung insgesamt nicht zu knapp ist. Bei diesem Futter wurde bei Angabe der Verdaulichen Energie offensichtlich ein falscher Wert abgedruckt, da sich der Gehalt von 13,2 MJ DE/kg weder aus den angegebenen Nährstoffgehalten noch auch den Laborbefunden bestätigen lässt. Aus den Analysenwerten berechnet sich ein Wert von 11,4 MJ DE/kg, was einen mittleren Energiegehalt darstellt. Der angegebene ME-Gehalt wird im Rahmen der Toleranz bestätigt.

Bei allen anderen Testfuttern entsprachen die untersuchten Befunde den deklarierten Werten.

Die Richtwerte für die Zuchtfuttermittel liegen bei mind. 14,0 % Rohprotein, max. 15,0 % Rohfaser und für Kupfer zwischen 20,0 und 60,0 mg/kg. Alle untersuchten Futtermittel wiesen mind. 14,0 % Rohprotein auf. Bedingt durch das Wachstum des Fohlens wird auf eine hohe Rohproteinversorgung der Stute sehr viel Wert gelegt. Dazu ist auch die Qualität des Rohproteins von Bedeutung. Der Gehalt an essentiellen Aminosäuren, z. B. Lysin, Methionin, beeinflusst das Wachstum des Fohlens. Bei der Rohfaser blieben alle Futtermittel unter dem Maximalwert und wiesen zwischen 7,0 und 12,2 % auf. Kupfer ist u. a. für die Bildung der Nerven und des Bindegewebes von Bedeutung. Die Kupferwerte liegen bei allen geprüften Futtermitteln in dem gewünschten Bereich, bei zwei Futtermitteln allerdings bei leicht erhöhten Gehalten von 77,8 bzw. 80,8 mg/kg Futter.

Die Fütterungshinweise sind notwendig für den ordnungsgemäßen Einsatz je nach Tierkategorie und Rationsgestaltung. Bei den meisten Futtermitteln liegen Fütterungshinweise für die Tierkategorie, die Rationsgestaltung und die Kraftfuttermenge vor. Auch ergänzende Hinweise werden gegeben. Nur bei drei Futtermitteln fehlen die Angaben zur Rationsgestaltung (Hinweis auf die notwendige Raufuttergabe).

Die Energiegehalte werden von den Futtermittelfirmen nicht immer veröffentlicht. Eine Rationsberechnung ist allerdings nur möglich mit den entsprechenden Energieangaben in verdaulicher Energie (DE) oder inzwischen auch in umsetzbarer Energie (ME). Der VFT ermittelt die Energiegehalte aufgrund einer Schätzformel. In diesem Test liegen die Energiegehalte in DE zwischen 11,1 und 12,4 MJ, in ME zwischen 9,8 und11,1 MJ. Grundsätzlich liegen die Gehalte bei der umsetzbaren Energie niedriger, da die Rohfasermenge negativ und die Rohproteinmenge niedriger bewertet werden.

Die vorliegenden Testergebnisse (siehe Anhang) gelten nur für die geprüften Futtermittellieferungen.  


Kontakt:
Ulrike Struck
Fachreferentin Pferdezucht und -haltung
Telefon: 0581 8073-300
Telefax: 0581 8073-160
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Stand: 20.11.2019