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LSV Speisekartoffel 2020 - Viele gute Sorten, aber "nobody is perfect"

Viele gute Sorten mit unterschiedlichen Eigenschaften machen die Auswahl nicht leicht. Die Anbau- und Qualitätsanforderungen im Kartoffelbau sind vielfältig und die neuen Sorten müssen dahingehend eingestuft werden. Die Landessortenversuche Speisekartoffel in den Sortimenten früh und mittelfrüh standen auf zwei typischen Heidestandorten in den Landkreisen Uelzen und Celle. Auf der Suche nach der perfekten Knolle helfen Ihnen diese neutral gewonnenen Erkenntnisse, die passende Sorten für den Anbau auszuwählen. 

Greifen wir “Nobody is perfect“ bei Kartoffeln mal auf. Die Anforderungen an eine Kartoffelsorte sind so hoch, dass keine Sorte alle Anforderungen erfüllen kann. Sie sollen bei der Nematodenresistenz breit aufgestellt sein und möglichst gering anfällig bei Viruskrankheiten (insbesondere Y-Virus oder Blattrollvirus), außerdem eine geringe Neigung für Eisenflecken haben. Das äußere Erscheinungsbild der Knollen ist sehr wichtig. Lagerdruckstellen, Schorf und Rhizoctonia sollten möglichst gar nicht oder nur in geringem Maße auf der Knolle zu finden sein. Sowohl der Lebensmitteleinzelhandel und als auch der Verbraucher stellen immer höhere Ansprüche an das Aussehen der Knollen. Natürlich muss auch der Geschmack stimmen und für den Verbraucher sollte jeder Kochtyp, (festkochend, vorwiegend festkochend und mehligkochend) verfügbar sein. Auch Trockenresistenz, Lagerfähigkeit, Verzuckerung sind Forderungen und das alles verbunden mit einem möglichst hohen Ertrag. Um nur einige Eigenschaften zu nennen. Alle Anforderungen zu erfüllen ist praktisch unmöglich. Wir empfehlen, die in den Versuchen neutral gewonnenen Erkenntnisse, als Hilfen bei der Sortenwahl und beim Anbau der ausgesuchten Sorten zu sehen.

In den letzten Jahren kamen immer mehr gute neue Sorten auf den Markt. Das Problem besteht oft darin, diese Sorten am Markt zu platzieren, da ihre Namen noch recht unbekannt sind. Der Vermarkter muss bereit sein, die ausgesuchten Sorten in sein Programm aufzunehmen. Deshalb muss der Anbauer seine Sortenwahl mit seinem Vermarkter abstimmen. Sonst besteht die Gefahr, auf der Ware sitzen zu bleiben.

Die Bezirksstelle Uelzen der Landwirtschaftskammer führt mittlerweile seit 20 Jahren Landessortenversuche durch. Jedes Sortiment (früh und mittelfrüh) wird an zwei Standorten angebaut, zum einen im Landkreis Celle, zum anderen im Landkreis Uelzen. Das hat den Vorteil, dass die Erkenntnisse und Aussagen nicht nur auf einem Standort beruhen. Darüber hinaus ist das Sortiment mit mehreren anderen Bundesländern abgestimmt, wobei in diesem Artikel nur auf die Versuche in Celle und Uelzen eingegangen wird. Die Prüfungen fanden auf typischen Heidestandorten, mit knapp 30 Bodenpunkten, statt. Beide Standorte wurden beregnet.

Grundsätzlich ist die Sortenwahl in den Versuchen so aufgebaut, dass sich die neuen Sorten mit drei guten etablierten Sorten messen müssen. Das sind zum Beispiel im frühen Sortiment Belana, Gunda und Wega. Die neuen Sorten werden mit dem Züchter abgesprochen. Denn es macht keinen Sinn, Sorten zu prüfen, die nicht in Deutschland vertrieben werden oder Sorten, von denen es kein Pflanzgut gibt. Wir prüfen jede Sorte drei Jahre. Deshalb gibt es in den Tabellen nicht von jeder Sorte zweijährige Ergebnisse, weil entweder die Prüfung 2019 abgeschlossen oder eine Sorte erst 2020 neu aufgenommen wurde. 2020 standen zwölf Sorten im frühen und sechzehn Sorten im mittelfrühen Sortiment. Für jedes Sortiment wurde ein separater Versuch angelegt. Neu aufgenommen wurde bei den frühen Sorten Marion, Lea (RF1) und Liora. In der Reifegruppe 3 gingen erstmals die Sorten Escada, Jule, Lipstick, Mary Ann, Muse und Pocahontas an den Start. Von den 28 Sorten waren 15 festkochend, 12 vorwiegend festkochend und eine mehlig kochend. Die Stickstoffdüngung wurde mit 150 kg/ha - Nmin durchgeführt. Bei Kali, Phosphor und Magnesium wurde nach der Bodenuntersuchung und den Empfehlungen der Landwirtschaftskammer gedüngt.

Die Kartoffeln wurden Mitte April gepflanzt. Die Herbizidbehandlung erfolgte mit einer Tankmischung aus Boxer + Bandur, damit metribuzinunverträgliche Sorten nicht unter der Herbizidmaßnahme leiden. Im Nachauflauf wurde je nach Bedarf eine Maßnahme gegen Gräser durchgeführt. Die Fungizidmaßnahmen gegen Krautfäule und Alternaria sowie Insektizidmaßnahmen gegen Kartoffelkäfer und Läuse wurden so durchgeführt, dass die Bestände gesund blieben, damit die eigentlichen Versuchsfragen nicht durch einen pilzlichen oder tierischen Schaderreger überlagert werden. Eine reifegruppenspezifische, praxisnahe Krautregulierung der Kartoffeln Ende Juli/Anfang August war zu guter Letzt die Grundlage für die Ernte schalenfester Ware.

In den Versuchen fanden eine Vielzahl von Bonituren statt. Im Bestand wurden der Aufgang, die Fehlstellen, sowie die Krankheiten Rhizoctonia, Schwarzbeinigkeit und Krautfäule festgehalten. Sofort nach der Ernte wurden der Ertrag, die Sortierung, der Stärkegehalt und hohle Knollen an Übergrößen ermittelt. Später konnten am Erntegut Fäulen, Schorf, Rhizoctonia, Eisenfleckigkeit, Wachstumsrisse und ergrünte Knollen bonitiert werden. Ein Kochtest Anfang November gab Aufschluss über Kochtyp, Fleischfarbe, Kochdunkelung und insbesondere Geschmack der einzelnen Sorten. In diesem Artikel stehen die wichtigsten praxisrelevanten Parameter im Vordergrund.

Erträge der Sorten

Die Erträge (dt/ha) lagen 2020 deutlich höher als 2019. An den relativen Erträgen ist aber auch gut zu erkennen, dass die Sorten eine genetische Veranlagung zu hohen oder niedrigen Erträgen haben. Hohe Erträge (Tabelle 1) erzielten in beiden Jahren in der frühen Reifegruppe die Sorten Belana, Corinna, Lisana und Wega. In der Reifegruppe 3 hatten Juventa und Otolia die Nase vorn. Von den erstmals geprüften Sorten zeigten Marion und Pocahontas überdurchschnittliche Erträge. Nach der Ertragsfeststellung wurden die Kartoffeln sortiert. Ein erhöhter Anteil (über 10%) an Drillingen (kleine Knollen) gab es nur im Jahr 2019 bei der Sorte Regina. Diese Eigenschaft muss aber nicht unbedingt von Nachteil sein, für bestimmte Verwertungsrichtungen ist sie sogar ein erklärtes Zuchtziel. Genauso wie ein hoher Anteil an Übergrößen, je nach Vermarkter, als Vor- oder Nachteil angesehen werden kann. Bernina hatte mit 51% den absolut höchsten Anteil an Übergrößen. Wenn Übergrößen nicht explizit erwünscht sind, wäre die Konsequenz für die Praxis eine geringere Stickstoffdüngung, ein engerer Pflanzabstand und/oder ein früherer Krautregulierungstermin. 

Tabelle 1: Erträge und Sortierung Reifegruppe 2
Reifegruppe 2 2019 2020
Sorte Knollen-ertrag [rel.] Unter-größen [%] Über-größen [%] Knollen-ertrag [rel.] Unter-größen [%] Über-größen [%]
Belana 108 3 10 103 3 12
Cathi 87 2 15 98 1 18
Christel 107 2 15 - - -
Corinna 106 1 26 107 1 29
Glorietta 85 2 6 97 1 18
Gourmetessa 87 4 2 90 2 8
Gunda 92 5 1 91 2 6
La Vie 92 3 1 103 1 6
Lea - - - 93 2 13
Liora - - - 96 2 15
Lisana 106 4 6 107 2 23
Malika 111 6 4 - - -
Marion - - - 108 6 3
Mia 107 2 18 - - -
Wega 113 3 12 107 2 17
Ø [dt bzw. %] 593 3 11 796 2 14
Tabelle 1: Erträge und Sortierung Reifegruppe 3
Reifegruppe 3 2019 2020
Sorte Knollen-ertrag [rel.] Unter-größen [%] Über-größen [%] Knollen-ertrag [rel.] Unter-größen [%]

Über-größen [%]

Allians 87 4 3 - - -
Baltic Rose 113 2 22 - - -
Bernina 94 1 18 107 0 51
Emanuelle 94 1 8 101 1 18
Escada - - - 98 1 31
Jule - - - 100 4 4
Juventa 113 5 9 105 2 24
Karelia 110 2 21 - - -
Lilly 96 3 12 101 2 14
Lipstick - - - 77 0 25
Loreen 104 2 33 - - -
Madeira 87 7 4 87 2 19
Mary Ann - - - 97 3 10
Megusta 94 1 16 109 1 29
Muse - - - 91 1 17
Olivia - - - 97 2 15
Otolia 103 2 17 102 1 25
Pocahontas - - - 109 1 29
Regina 91 11 4 105 3 13
Simonetta 100 1 19 99 0 25
Theresa 106 0 34 - - -
Tokio 89 3 14 - - -
Torenia 118 3 7 - - -
Ø [dt bzw. %] 668 3 15 921 3 2

Stärkegehalt

Tabelle 2 stellt die Stärkegehalte der Sorten dar. Im Sortiment von 2019/20 fielen Corinna, Gourmetessa, Liora, Lisana, Mia und Wega, mit sehr niedrigen Stärkegehalten für Speisekartoffeln auf. Bei diesen Sorten ist eine Kalidüngung mit chloridfreien bzw. -armen Kalidünger angeraten, um den Stärkegehalt durch chloridhaltigen Dünger nicht noch weiter absinken zu lassen. Ein sehr hoher Stärkegehalt wurde bei der mehligen Sorte Tokio gemessen, was bei einer mehligen Sorte auch durchaus erwünscht ist.

Tabelle 2: Stärkegehalte
RG 2 Stärkegehalt [%] RG 3 Stärkegehalt [%]
Sorte 2019 2020 Sorten 2019 2020
Belana 10,9 12,1 Allians 11,5 -
Cathi 10,5 10,6 Baltic Rose 11,7 -
Christel 10,0 - Bernina 10,2 9,3
Corinna 9,6 9,1 Emanuelle 12,1 11,5
Glorietta 9,8 10,0 Escada - 11,3
Gorumetessa 9,0 9,4 Jule - 10,5
Gunda 13,5 13,2 Juventa 12,2 11,9
La Vie 10,8 10,5 Karelia 13,6 -
Lea - 10,4 Lilly 11,6 10,5
Liora - 9,5 Lipstick - 14,1
Lisana 9,6 9,7 Loreen 12,3 -
Malika 11,5 - Madeira 11,5 11,2
Marion - 11,1 Mary Ann - 11,6
Mia 9,1 - Megusta 11,9 11,3
Wega 10,2 9,5 Muse - 12,7
      Olivia - 12,6
      Otolia 13,3 13,3
      Pocahontas - 10,3
      Regina 11,9 11,0
      Simonetta 13,0 12,6
      Theresa 13,6 -
      Tokio 15,8 -
      Torenia 11,8 -
Ø 10,4 10,4 Ø 12,4 11,6

 

Anbaueigenschaften der Sorten

Einige Anbaueigenschaften der geprüften Sorten sind in Tabelle 3 dargestellt (im Anhang). Für die Vermarktung der Kartoffeln können die äußeren und inneren Mängel entscheidend sein. Zu den wichtigsten äußeren Mängeln zählen der gewöhnliche Schorf und Rhizoctonia Pocken auf der Schale. Bei den inneren Mängeln können Eisenflecken ein entscheidender Aspekt für eine erfolgreiche Vermarktung sein. Eisenflecken sind Symptome des Tabak-Rattle-Virus, das durch freilebende Nematoden der Gattungen Trichodorus und Paratrichodorus übertragen wird. Im Versuchsjahr 2020 hatte nur die Sorte Megusta verstärkt Eisenflecken. Für die Einstufung der Sorten werden alle Versuchsjahre herangezogen, in denen eine Sorte im Prüfsortiment stand. Zu einem stärkeren Befall neigen die Sorten Belana, Christel, Baltic Rose, Emanuelle, Loreen, Megusta und Torenia. Was bedeutet das für den Anbauer von Speisekartoffeln? Auf Standorten, auf denen schon einmal Eisenflecken auftraten, sollten nur Sorten angebaut werden, die in der Tabelle 3 mit einer überdurchschnittlichen Festigkeit gegen diese Symptome (+) eingestuft sind.

Beim gewöhnlichen Schorf waren in den letzten Versuchsjahren starke Sortenunterschiede zu bonitieren. Auch diese Ergebnisse sind in Tabelle 3 eingegangen. Insbesondere auf den Sorten Allians, Christel, Malika, Marion, Karelia, Lipstick, Loreen und Regina wurde viel Schorf gefunden. Deshalb sollten diese Sorten nur auf Standorten angebaut werden, die intensiv beregnet werden können und einen nicht zu hohen pH-Wert aufweisen. Sehr geringen Schorfbesatz zeigten 2020 die Sorten Jule, Lea, Lilly, Liora, Lisana und Simonetta. Auch bei Sorten, die stabil gegen Schorf in den Versuchen waren, sollte nicht zu spät (Stolonenverdickung) beregnet werden. Frühes Beregnen unter trockenen Bodenverhältnissen kann für eine Minimierung von Schorf mit entscheidend sein.

Rhizoctonia trat in den letzten Versuchsjahren immer wieder auf, trotz einer Flüssigbeizung mit Monceren Pro, Risolex oder Moncut. Die Ergebnisse finden sich in Tabelle 3 wieder.

Nematodenresistenz gegenüber G. Pallida

Von allen geprüften Speisesorten gelten nur die Sorten Juventa (Pa 2, 3), Karelia (Pa 2, 3), Olivia (Pa 2, 3) und Tokio (Pa 2, 3) als resistent und sind somit zur Nutzung im Rahmen von Bekämpfungsprogrammen in Deutschland geeignet.

Speiseeigenschaften der Sorten

Für den Verbraucher sind neben dem äußeren Erscheinungsbild, der Kochtyp und vor allem der Geschmack sowie die Fleischfarbe kaufentscheidend.

Beim Testessen bestätigte sich meistens die bekannte Sorteneinstufung der Kochtypen festkochend, vorwiegend festkochend und mehlig kochend. Die Fleischfarbe “tiefgelb” (Tabelle 4 im Anhang) war bei den Sorten Belana, Glorietta, Gourmetessa, La Vie, Malika, Allians, Baltic Rose, Bernina, Emanuelle, Mary Ann, Megusta, Muse, Regina, Simonetta und Torenia am intensivsten.

Bei der Prüfung auf den Geschmack wird nicht in “gut” und “schlecht” schmeckende Sorten unterschieden. Vielmehr werden bestimmte definierte “Mängel im Geschmack” (z.B. bitter, fade) festgestellt. Besonders geringe Mängel und somit auch sehr gut schmeckend waren die Sorten Belana, Glorietta, La Vie, Lea, Malika, Wega, Allians, Bernina, Emanuelle, Jule, Megusta, Olivia, Pocahontas, Regina, Simonetta und Torenia.

Empfehlenswerte Sorten und deren Eigenschaften aus dem geprüften Sortiment

Aus diesen vielen Daten die passenden Sorten für den Betrieb zu finden, ist nicht einfach. Tabelle 5 zeigt eine kurze Übersicht der empfehlenswerten Sorten aus dem in 2019 und 2020 geprüften Sortiment und deren wichtigsten Sorteneigenschaften. Anzumerken bleibt, dass die Sorten Glorietta und La Vie insbesondere für die frühe Vermarktung empfohlen werden.

Um in die Empfehlung zu kommen, sollten zwei Versuchsjahre vorliegen. Deshalb sind die neu geprüften Sorten auch noch nicht in dieser Tabelle aufgeführt, aber die neuen Sorten Lea, Jule, Marion, Muse, Olivia und Pocahontas zeigten gute Ergebnisse und einige von diesen Sorten werden im nächsten Jahr sicherlich in die Empfehlung aufgenommen.

In der gesamten Sortenempfehlung für 2021 befinden sich noch wesentlich mehr Sorten. Darauf gehen wir an dieser Stelle nicht weiter ein, weil die Sorten 2019 und 2020 nicht mehr im Sortiment standen.

Tabelle 5: Empfehlenswerte Sorten aus dem 2019 und 2020 geprüften Sortiment
Sorte Kocheigenschaft Erträge Eisenflecken/Pfropfen Schorf Rhizoctonia Speisequalität
Allians f xx(x) xx(x) x(x) xx xxx
Belana f xx x(x) xx(x) xx xxx
Bernina f xx xx(x) xx(x) xx(x) xx(x)
Emanulle f xx x(x) xx(x) xx(x) xx(x)
Glorietta f xx xx(x) xx xx xxx
Gunda f x(x) xx(x) xx(x) xx x(x)
Karelia m xxx xx(x) xx xx(x) xx
La Vie vf xx xx xx(x) xx(x) xx(x)
Lilly f xx(x) xx(x) xx(x) xx(x) xx
Madeira vf xx(x) xx(x) xx xx xx
Regina vf xx(x) xx(x) x(x) xx(x) xxx
Simonetta f xx xx(x) xx(x) xx(x) xx(x)
Tokio m xx xx(x) xx xx xx
Torenia f xx(x) x(x) xx(x) xx(x) xxx
Wega vf xx(x) xx(x) xx xx(x) xx(x)
xxx = sehr gut oder unempfindich... x = gering oder anfällig

Metribuzinunverträglichkeit der geprüften Sorten

Ein weiterer Versuch stellte die Verträglichkeit bzw. Unverträglichkeit auf den Wirkstoff Metribuzin fest. Die Sorten Madeira, Mary Ann, Megusta, Regina und Wega sollten nicht mit Herbiziden behandelt werden, die den Wirkstoff Metribuzin, enthalten (z. B. Sencor, Mistral, Artist, Arcade oder Metric). Insbesondere die Anwendung im Nachauflauf kann bis zu 10% vom Ertrag kosten.

Langzeitlagerung

Seit einigen Jahren werden Proben aus den Landessortenversuchen nach einer ca. achtmonatigen Lagerung auf reduzierende Zucker (Glucose + Fructose % in der Trockenmasse) untersucht. Dadurch wird festgestellt, in wieweit die einzelnen Sorten zur Langzeitlagerung geeignet sind. Werden nur die Zuckerwerte betrachtet, so sind die Sorten Belana, Gunda, Juventa, Otolia und Tokio gut für eine längere Lagerung geeignet.

Fazit:

  • Im Segment festkochende Sorten gibt es eine große Auswahl an guten Sorten. Bei den vorwiegend festkochenden Sorten ist die Auswahl schon etwas geringer und bei den mehligen Sorten sehr überschaubar.
  • Nicht jede Sorte passt auf jeden Standort. Die Sortenwahl sollte nach den Eigenschaften und dem Standort getroffen werden. Insbesondere die Eisenflecken- und Schorf-Anfälligkeit können die Auswahl einschränken.
  • Die Sortenwahl sollte auch nach der Vermarktungsfähigkeit getroffen werden. Noch unbekannte Sorten sind oft nicht so einfach zu vermarkten, wie bekannte Sorten.
  • Es gibt noch sehr wenige Speisesorten mit einer Resistenz gegen die Weißen Kartoffelnematoden, Globodera Pallida. Dort wo es Probleme mit diesen Nematoden gibt, sollten diese Sorten vorrangig angebaut werden.

Kontakt:
Jürgen Pickny
Berater Kartoffelspezialberatung
Telefon: 0581 8073-165
Telefax: 0581 8073-159
E-Mail:


Stand: 10.02.2021