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Maisanbau 2018: Bodenbearbeitung und Aussaat

Im vergangenen Jahr waren die Bedingungen zur Ernte vielfach eher ungünstig, wobei insbesondere das nördliche und südliche Niedersachsen in der zweiten Jahreshälfte hohe Niederschlagsmengen verdauen musste. Schon zur Getreideernte wurden nicht selten Mähdrescher mit Raupenlaufwerken eingesetzt, um die nassen Flächen abzuernten zu können. Zur Maisernte war es nicht besser. Viele Ackerflächen wurden durch die Ernte deutlich in Mitleidenschaft gezogen und konnten aufgrund anhaltender und weiter zunehmender Niederschläge im Herbst auch nicht bearbeitet und bestellt werden.

 

Bodenbearbeitung

Der spät einsetzende aber kalte Winter mit Temperaturen zwischen minus 10 °C und minus 15 °C hat den Böden gutgetan. Gerade auf schwereren Böden ist die Frostgare der klassischen Winterfurche ein wichtiger Grundstein für ein gutes Saatbeet. Doch auch wenn auf diesen Böden bis zum Frühjahr keine Bearbeitung stattgefunden hat, kann die Frostgare genutzt werden. Der Einsatz eines Pfluges sollte dann allerdings im Frühjahr ausbleiben, da die Gefahr besteht, nicht durchgefrorenen und zur Klutenbildung neigenden Boden hochzupflügen, der die anschließende Saatbeetbereitung weiter erschwert.

Auf Sandböden besteht dieses Problem nicht, weshalb hier zu Mais und anderen Sommerungen eine Frühjahrsfurche üblich und sinnvoll ist. Für den Mais kommt hierbei der Vorteil der besseren Bodenerwärmung gepflügter Böden besonders in kühlen Frühjahren zur Wirkung.

Ein Dauerversuch der LWK Niedersachsen zeigt bereits über Jahre unter solchen Bedingungen positive Effekte des Pflügens.

Doch auch der weit verbreitete pfluglose Anbau von Mais hat durchaus seine Berechtigung. Neben wirtschaftlichen Vorteilen geht bei der Mulchsaat weniger Bodenfeuchtigkeit ungenutzt verloren; im Falle einer nicht selten auftretenden Sommertrockenheit häufig ein großer Vorteil.

Die notwendige Bearbeitungsintensität und -tiefe hängen stark vom Bodenzustand ab. Mais reagiert empfindlich auf Bodenverdichtungen, so dass bei Strukturschäden, die im Zuge des zum Teil sehr nassen Sommers, Herbstes und Winters des Vorjahres aufgetreten sein können, eine tiefe Bearbeitung sinnvoll ist. Gegebenenfalls kann in einem solchen Fall unter trockenen Bedingungen im Frühjahr eine Bearbeitung mit einem Tiefenlockerer durchgeführt werden, um Verdichtungen durch Fahrspuren oder eine Pflugsohle zu beseitigen. Durch eine solche Maßnahme lässt sich ein erneutes Auftreten von Staunässe gut vermeiden. Gleichzeitig wird die Durchwurzelbarkeit tieferer Bodenschickten verbessert, was gerade bei Trockenheit den Maisbeständen wiederum zugutekommt.

Wichtig ist bei allen Bodenbearbeitungsmaßnahmen eine gute Rückverfestigung, welche die Kapillarität fördert und unproduktive Verdunstung reduziert.

Aussaat  

Mais benötigt zur Keimung Bodentemperaturen von mindestens 8 °C, das heißt mit Erreichen dieses Wertes sollte die Bodenbearbeitung und Aussaat im Idealfall schon abgeschlossen sein. Durch eine intensive Bodenbearbeitung und der damit verbundenen besseren Durchlüftung kann die Erwärmung des Bodens beschleunigt werden.

Doch das letzte Frühjahr hat auch sehr deutlich gezeigt, dass eine zu frühe Aussaat bei nachfolgend niedrigen Temperaturen dem Mais schaden kann. Durch die nicht dauerhaft ausreichenden Temperaturen verliefen Keimung und Auflaufen bei frühen Saatterminen nur langsam und verzögert ab. Die Folge war häufig ein nicht mehr ausreichender Beizschutz und dadurch einzelne Pflanzenausfälle in den Beständen. Die nicht aufgelaufenen Pflanzen waren entweder nach dem Quellen gar nicht gekeimt oder der Keimling wurde durch Fusariosen abgetötet.

Somit sollte zur Aussaat nicht nur auf die aktuelle Bodentemperatur geachtet werden, sondern auch die weitere Witterungsentwicklung bedacht werden. Von dieser hängt auch die zu wählende Saattiefe des Maises ab. Generell wird eine Saattiefe von 5 cm angestrebt, jedoch bei sich abzeichnenden trockenen Bedingungen sollte diese gerade auf sehr leichten Böden mit ca. 6 cm etwas tiefer gewählt werden als üblich. Bei zu erwartenden feuchten Bodenbedingungen durch eher wechselhafte Witterung macht eine flachere Saatgutablage um 4 cm Sinn, um das Auflaufen der Saat zu beschleunigen.

Die Saatstärke für Silomais sollte bei kompakten Sortentypen mit 8 - 10 Pfl./m² angestrebt werden. Großrahmige, massenwüchsige Sorten sollten mit 7 - 9 Pfl./m² ausgesät werden. Sorten mit einer erhöhten Lageranfälligkeit (siehe Internet: LWK-Niedersachsen.de; Tabelle ergänzende Sorteninformationen) sollten zusätzlich um ca. eine Pfl. /m² niedriger ausgesät werden. Nur bei sehr kompakten Typen (häufig sind dies sehr frühreife Sorten) und sehr sicherer Wasserversorgung können auch Saatstärken von über 10 Pfl./m² sinnvoll sein.

Für Körnermais liegt die anzustrebende Pflanzenzahl pro Quadratmeter um ca. 0,5 – 1 unterhalb der von Silomais.

Gesät wird Mais üblicherweise mit Einzelkornsämaschinen. Zwar ist auch Drillsaat mit zufälliger Pflanzenverteilung möglich, doch langjährige Versuche hierzu zeigen eindeutig, dass der sehr unregelmäßige Pflanzenbestand Mindererträge verursacht. Selbst mit der Möglichkeit Unterfußdünger zu geben lässt sich hierbei keine Wirtschaftlichkeit erkennen. Aufgrund der geringen Pflanzenzahl braucht Mais eine möglichst optimale Verteilung der Saat. Diese dankt er auch ertraglich, so dass die besten Ergebnisse regelmäßig durch Einzelkorn-Engsaat erzielt werden. Neuere Saatverfahren auf Dämmen oder in Doppelreihen versprechen ebenfalls bessere Erträge als die übliche 75 cm-Reihe. Vorteile kann die Dammsaat sowohl durch eine bessere Bodenerwärmung als auch durch die häufig in einem Arbeitsgang durchgeführte Tiefenlockerung erzielen, da die Geräte i.d.R. unter der Maisreihe bis zu 40 cm tief lockern.

Die Doppelreihentechnik versucht die bessere Standraumverteilung der Engsaat ein Stück weit zu erreichen, jedoch dabei die klassische Reihenweite von 75 cm beizubehalten. So kann die Doppelreihe sich aus nur einem Unterfußdüngungsband mit entsprechend höherer Nährstoffkonzentration ernähren und für den Pflanzenschutz müssen keine extra Fahrgassen mit angelegt werden.

Erste Erkenntnisse zu beiden Verfahren lassen durchaus Potential erkennen, wobei die Dammsaat insbesondere auf schwierigeren Standorten sinnvoll erscheint, während die Doppelreihentechnik auch auf klassischen Maisstandorten leichte Vorteile gegenüber der klassischen Sätechnik haben dürfte. Bessere Erträge als bei einer Engsaat, die 3 – 5 % gegenüber dem Standardverfahren bringt, sind in diesem System allerdings unwahrscheinlich.


Kontakt:
Karl-Gerd Harms
Berater Silo- und Körnermais
Telefon: 0441 801-418
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:
Dr. Matthias Benke
Leiter Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0441 801-420
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:


Stand: 29.03.2018