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5. Grundfutter- und Futterkonservierungstag

Langschnitt-Maissilagen, Fahrsilobau, Stoppelbearbeitung im Mais und das Jahr 2018 mit all seinen Besonderheiten – diese Themen zogen 185 Gäste am 30. Oktober nach Emsbüren zum 5. Grundfutter- und Futterkonservierungstag.

 

Karsten Bommelmann (AG Fuko) stellte den technischen Hintergrund der Langschnitt-Maissilagen dar und berichtete aus Versuchen und der Praxis. So hielt Bommelmann fest, dass die schlechtere Verdichtbarkeit der Langschnitt-Silagen kompensiert werden muss durch erhöhte Walzkapazität oder eine langsamere Zufuhr des Ernteguts. Grundsätzlich sei eine gute Verdichtung von hoher Bedeutung, so könne mit einer Lagerungsdichte von über 275 kg TM / m3 für die Tierernährung kritischen Hefenkonzentrationen entgegengewirkt werden.

Ob es aus Sicht der Fütterung Sinn macht, in Langschnitt-Maissilagen zu investieren, darüber referierte Dr. Martin Pries (LWK Nordrhein-Westfalen) in seinem Vortrag. Auch Pries betonte, dass Shredlage als eine der Techniken zu Langschnitt-Maissilagen zu einer 10% schlechteren Verdichtung führt. Hierdurch wachse das Risiko für Nacherwärmung insbesondere in den oberen Schichten einer Miete. Besonders wichtig sei deswegen ausreichender Vorschub von mindestens 2 Metern pro Woche. Bei der Nährstoffversorgung und der Leistung der Milchkühe konnte laut Pries in Versuchen kein negativer Effekt beobachtet werden, aber auch kein deutlich positiver. Allerdings könne der Einsatz von Shredlage zu vergleichbar hohen Futteraufnahmen führen sowie den Strukturwert der Ration erhöhen und damit einen Beitrag zu einer wiederkäuergerechten Ration leisten.

Ein wichtiger Punkt ist die neue Aufbereitungstechnik bei Shredlage, welche eine intensive Kornaufbereitung ermöglicht, so Pries weiter. Aber auch bei konventioneller Erntetechnik sei ein vergleichbar intensiver Kornaufschluss möglich, hier müsse auf die korrekte Einstellung geachtet werden.

Einen Überblick über die neu zu beachtenden Aspekte beim Silobau gab Alfons Fübbeker (LWK Niedersachsen) als dritter Referent am Vormittag. Hierbei verglich er Fahrsiloanlagen ohne Wände mit Anlagen mit schrägen und gerade Wänden. Weiter muss auf den Umgang mit schwach und stark belastetem Wasser in der Fahrsiloanlage geachtet werden. In allen Bereichen rund um Fahrsiloanlagen müssen die Fragen betriebsindividuell bspw. Vorschub und Flächenkapazität des Fahrsilos betrachtet werden, da die Planung sowohl bei den Investitionskosten als auch bezüglich der Auflagen der jeweiligen Genehmigungsbehörde stimmig sein muss. Hier bietet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen Beratung an betonte auch Dr. Vinzenz Bauer, Leiter der Bezirksstelle Emsland bei der LWK Niedersachsen. Fübbeker wies darauf hin, dass die Befüllung der Silowände nicht zu hoch sein darf, da sonst die Statik der Silowände gefährdet ist und auch der Garantieanspruch erlischt. Entscheidend sind dabei die Herstellerangaben.

 

Im Rahmen der Fütterungspraxis am Nachmitttag auf dem Betrieb Mönch-Tegeder ging Dr. Hubert Kruse zunächst auf die verschiedenen Anpassungsmöglichkeiten bzgl. der Futterknappheit ein. Unnötige Futterverluste (am Silo und im Stall) sollten nach diesem Dürrejahr in jedem Fall vermieden werden. Auch kommt der Futterplanung eine entscheidende Bedeutung zu, um Engpässe im nächsten Frühjahr zu vermeiden. Die Rationsgestaltung mit kolbenarmen bzw. kolbenlosen Mais erfordert in erster Linie einen Energieausgleich (mit Körnermais/Getreide). Aufgrund der höheren TS-Gehalte kann der Entmischung/Selektion durch Wasserzusatz gegengesteuert werden.  

 

Einen Überblick über die bisherigen Befunde von Maissilagen gab Frau Dr. Kalzendorf (LWK Niedersachsen). Sie hob zugleich die Bedeutung des Siliermanagements und der Controllingmaßnahmen hervor.

 

 

Auf der Betriebsfläche von Herrn Imming präsentierte Jens Völker (LWK Niedersachsen, Bezirksstelle Emsland) verschiedene Maschinen zur Maisstoppelbearbeitung, die von den Lohnunternehmen Kerkhoff und Rothkötter (Inh. Helmut Berning) sowie von Agravis und Krone zur Demonstration zur Verfügung gestellt wurden. Hierbei waren sowohl klassische Schlegelmulcher mit Hammerschlegeln (Müthing Front: MU-Pro 3000 und Heck: MU-M/S 250 sowie BigM 450 CM mit Van Wamel Perfect-Mulchern), als auch eine Kombination von Hammerschlegeln und Y-Messern (Dragone VX 280 FSH) vertreten. Weiter wurden auch der Zünslerschreck aktiv (Knoche) sowie von Väderstad der Carrier XL mit einer vorlaufenden Messerwalze gezeigt. Völker betonte, dass eine Zerkleinerung der Stoppeln auch im Emsland und der Grafschaft Bentheim wichtig ist, obwohl hier der Maiszünsler noch nicht flächendeckend vorhanden ist. Nur über Maisstoppelmanagement könne die Region dem vorbeugen und gleichzeitig der Fusarium-Problematik im Getreide und Mais entgegenwirken. Da Flächenleistung aber auch Kosten der Maschinen sehr unterschiedlich sind, müsse hier betriebsindividuell oder überbetrieblich nach der besten Lösung geschaut werden.

 

 

 


Kontakt:
Dr. Christine Kalzendorf
Beraterin Grünland, mehrj. Ackerfutterbau und Futterkonservierung
Telefon: 0441 801-428
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:
Jens Völker
Berater Pflanzenbau und Pflanzenschutz, Futterbau
Telefon: 05931 403-203
Telefax: 05931 403-222
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Stand: 12.11.2018