Webcode: 01036683

Grundlagen für hohe Maiserträge

 

Bodenbearbeitung und Aussaat

Mit der Bodenvorbereitung und Aussaat wird der Grundstein für einen erfolgreichen Maisanbau gelegt. Gute Startbedingungen sind entscheidend für hohe Erträge und Qualitäten.

Die Aussaatbedingungen unterscheiden sich von Jahr zu Jahr und es stellt sich die Frage, ob fortan generell mit eher trockenen Witterungsbedingungen gerechnet werden muss. Klar ist, dass extreme Witterungsumschwünge wie vor zwei Jahren von anfangs viel zu nass hin zu extremer Dürre möglich sind und sich auch in unseren Breiten wiederholen können. Das Auftreten von Frühsommertrockenheit ist generell nichts Neues, weshalb die Bodenbearbeitung zur Maissausaat dieses Witterungsrisiko grundsätzlich berücksichtigen sollte. Dies bedeutet allerdings nicht, dass nur noch wassersparende flache Mulchsaat angesagt ist. Vielmehr sollte zuerst in den etablierten Bodenbearbeitungsverfahren auf Verdunstungsreduzierung geachtet werden.

pflügen…

Für den Pflugeinsatz bedeutet dies in erster Linie eine gute Rückverfestigung durch Packereinsatz sowie generell eine Rückverfestigung bei jedem Bodenbearbeitungsgang. Eine weitere Reduzierung der Verdunstungsverluste kann durch zeitigeres Pflügen ab ca. Mitte März erreicht werden, da sich der Boden dann noch vor der Aussaat wieder absetzen kann und sich in einer insgesamt noch kühleren Phase geringere Verluste ergeben. Gleichzeitig führt der Setzungsprozess aber auch zu einer etwas langsameren Bodenerwärmung als bei späterem Pflügen kurz vor der Aussaat; hierdurch mindert sich ein Vorteil des Pflügens.

oder Mulchsaat?

Richtig angewandte Mulchsaat bringt eine Reduzierung der Verdunstung gegenüber dem Verfahren der Frühjahrsfurche. Um diesen Spareffekt auch wirklich zu erreichen genügt es aber nicht, auf den Pflug zu verzichten. Zu jedem Bearbeitungsgang des gehört generell eine Rückverfestigung des Bodens dazu. Je weiter die Bearbeitung in Anzahl und Arbeitstiefe reduziert wird, desto größer fällt die Verdunstungsreduzierung aus. Gleiches gilt auch für eine stärkere Mulchauflage aus Ernte- oder Zwischenfruchtresten.

Für die Jugendentwicklung des Maises ist dies nicht generell vorteilhaft, denn je weniger Luftporen im bearbeiteten Boden vorhanden sind und je stärker die Mulchschicht, desto geringer fällt die Bodenerwärmung aus; ein Faktor, der für C4-Pflanzen wie Mais von besonderer Bedeutung ist. Die Aussaat des Maises sollte sich unter anderem besonders an der Bodentemperatur orientieren. Diese muss min. 8°C betragen bzw. in den Folgetagen erreichen, besser mehr. Es sollte nicht vor einer kühlen und unbeständigen Witterungsphase gesät werden. Dies ist auch vor dem Hintergrund des nicht mehr vorhandenen Beizschutzes gegen Fritfliege und dem nicht mehr zugelassenen Mesurol gegen Vogelfraß zu beachten. Je länger der aufgelaufene Mais diesen Gefahren ausgesetzt ist, desto höher können auch die Schäden ausfallen.

 

Die notwendige Bearbeitungsintensität und -tiefe hängen stark vom Bodenzustand ab, denn Mais reagiert empfindlich auf Bodenverdichtungen. Um diese zu bekämpfen bzw. dieser vorzubeugen sollte eine Tiefenlockerung von Zeit zu Zeit durchgeführt werden. Durch diese Maßnahme wird einerseits das Auftreten von Staunässe vermeiden, andererseits wird die Durchwurzelbarkeit tieferer Bodenschichten verbessert, was den Maisbeständen gerade bei Trockenheit deutlich zugutekommt (siehe Foto).

Das Ziel der abschließenden Saatbettbereitung ist ein gut rückverfestigten und abgesetzten, feinkrümeligen Saathorizont zu schaffen. Die Oberfläche sollte dabei einen gewissen Anteil gröberer Bestandteile aufweisen, damit es durch Regen nicht zu Verschlämmungen und Verkrustungen an der Oberfläche kommt.

Aussaat

Die anzustrebende Saattiefe sollte bei sich abzeichnenden trockenen Bedingungen, gerade auf sehr leichten Böden, mit ca. 6 cm etwas tiefer gewählt werden als üblich. Bei zu erwartender guter Wasserführung im Saathorizont macht eine flachere Saatgutablage um 4 cm Sinn, um das Auflaufen der Saat zu beschleunigen. Entscheidend ist, dass im Saathorizont ausreichen Wasser für die Keimung und das Auflaufen des Maises zur Verfügung steht.

 

Saatverfahren

Zur Aussaat des Maises stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl. Langjährige Versuche haben hierbei immer wieder bestätigt, dass Mais aufgrund der geringen Pflanzenzahl nicht in Drillsaat gesät werden sollte. Doch auch das für Mais übliche Verfahren der Einzelkornsaat mit 75 cm Reihenabstand erzielt nicht die maximal möglichen Erträge, denn diese liegen bei der Engsaat nochmal um ein paar Prozentpunkte höher. Derzeit finden in der Praxis verschiedene Doppelreihensysteme Beachtung. Ein Vorteil gegenüber der bekannten Engsaat (i.d.R. 37,5 cm oder 45 cm) kann darin liegen, dass sich zwei Reihen mit 12,5 cm Abstand und einem dazwischenliegenden Unterfußdüngerband dieses teilen. Dadurch wird, anders als bei Engsaat, die Nährstoffkonzentration der UFD nicht verringert, während der Einzelpflanze mehr Platz zur Verfügung steht als in der einfachen 75cm Reihe. Jedoch bietet die Engsaat eine annähernd optimale Standraumverteilung, was eine Doppelreihe nicht schafft.

Versuche zu diesen Verfahren laufen auch bei der LWK Niedersachsen, haben aber bislang noch keinen eindeutigen Vorteil der Doppelreihe gegenüber der Normalsaat ergeben. Vorteile durch Engsaat sind hingegen durch mehrjährige Versuchsreihen eindeutig belegt.

Ein weiteres in der Praxis viel diskutiertes Saatverfahren ist die Dammsaat. Hierbei wird in einem Arbeitsgang eine Tiefenlockerung unter der Maisreihe, die Dammformung und die Aussaat auf dem Damm durchgeführt. Vorteile soll die bessere Erwärmbarkeit des Damms bringen. Vorsicht ist in Sachen Rückverfestigung geboten, denn hier stößt das System besonders auf schweren Böden und Böden mit viel organischer Masse an seine Grenzen. Auf gut schüttfähigen Böden hingegen scheint das Verfahren nach bisherigen Erfahrungen gut zu funktionieren. Ein Grund für die vielfach guten Praxiserfahrungen mit dem Dammsaatverfahren dürfte aus der Tiefenlockerung herrühren, denn diese wird noch allzu häufig im „konventionellen“ Anbauverfahren vernachlässigt. Insgesamt handelt es sich sicherlich um ein Nischenverfahren, welches für einige Standorte durchaus interessant sein kann, wobei gerade die im System integrierte Tiefenlockerung positive Effekte erwarten lässt.

Fazit:

Die Bodenbearbeitung zu Mais sollte sich sowohl an guten Erfahrungen mit etablierten Verfahren als auch an den Erfordernissen bzgl. einer (Frühjahrs-) Trockenheit orientieren. Bei der Aussaat in ein rückverfestigtes und nicht zu feines Saatbett ist zu beachten, dass die Saat in einen feuchten Boden erfolgt. Je nach Bedingungen und Wetterprognose ist eine tiefere Aussaat nötig. Während der Aussaat ist darauf zu achten, dass sowohl Aussaattiefe als auch die Saatplatzierung in der Reihe möglichst genau eingehalten werden. Nur so ist ein gleichmäßiger Feldaufgang und eine entsprechende Bestandsentwicklung zu gewährleisten.

 


Kontakt:
Karl-Gerd Harms
Berater Silo- und Körnermais
Telefon: 0441 801-418
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:
Meike Backes
Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0511 3665-4453
Telefax: 0511 3665-4508
E-Mail:


Stand: 09.04.2020