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Maisreifeprüfung: auch späte Sorten erreichen die Siloreife

In weiten Teilen Niedersachsens haben frühe, mittelfrühe und auch erste mittelspäte Maissorten die Silierreife erreicht. Im nördlichen Niedersachsen erreichen derzeit erst die frühen und einige mittelfrühe Bestände die Reife zum Häckseln. Auf schweren oder kalten Böden und bei Spätsaaten ist noch Geduld nötig.

Während in fast allen Regionen Niedersachsens die Maisernte voll angelaufen ist und viele Bestände erntereif sind, benötigt der Norden noch etwas Zeit. Auch in den Höhenlagen der Mittelgebirge ist der Mais bereits weit entwickelt und hat TS-Gehalte von über 32 %, sowohl bei frühen als auch bei mittelfrühen Sorten, erreicht.

Mit den Ergebnissen der Beprobungen vom 28. September endet nun die Maisreifeprüfung 2021.

Regionen Ost, Süd und West

Sorten des frühen Sortiments (bis S 220) haben in diesen Regionen bis Ende September i.d.R. die angestrebten TS-Gehalte zur Silomaisernte erreicht. Bei Saatterminen im April ist das optimale Erntefenster im Raum Osnabrücker Land über Südhannover bis zur Lüneburger Heide schon durchschritten. Mittelfrühe Sorten hatten in der letzten Woche die Silierreife erreicht. Mittelspäte Sorten können ab dieser Woche bereits geerntet werden.

Die CCM-Ernte kann ab Restfeuchten im Korn von unter 40 %, was TS-Gehalten von knapp 60% im Kolben bedeutet, beginnen. Diese Reife ist bei frühen und mittelfrühen Sorten bei Aussaatterminen bis Anfang Mai bereits erreicht.

Auf besseren Böden in der Mitte Niedersachsens ist, wie am Standort Borwede, die 32 Prozent-Marke Ende September vom frühen Sortiment erreicht worden; hier werden mittelfrühe Sorten in dieser Woche ebenfalls erntereif werden. Ähnlich verhält es sich mit relativ spät gesäten Beständen im östlichen Niedersachsen (Standort Obershagen). Mittelspäte Sorten werden unter diesen Rahmenbedingungen erst ab der kommenden Woche die Silierreife erreichen.

Region Nord und küstennahe Standorte

Im nördlichen Niedersachsen ist die Maisabreife in diesem Jahr kaum später als in den südlicheren Regionen, was allerdings nicht für die küstennahen Gebiete gilt.

Die Maisreifeprüfungen in Wehnen und Rockstedt zeigen, das frühe Sorten erntereif sind und mittelfrühe Sorten es ab dieser Woche sein werden. Mittelspäte Sorten werden voraussichtlich ab nächster Woche die Erntereife erreichen. Auf kühleren Standorten und in Küstennähe (ca. 40 KM) sowie auf schweren Böden (Standort Wirdum) oder bei Aussaatterminen um Mitte Mai werden frühe Sorten erst in dieser Woche das optimale Erntefenster erreichen. Mittelfrühe Sorten werden frühestens in der kommenden Woche 32 % Trockensubstanz erreichen, je nach Sorte auch später, so dass kaum vor Mitte Oktober geerntet werden sollte. Mittelspäte Sorten, die hier nicht angebaut werden sollten, würden erst ab der dritten Oktoberdekade sicher die Silierreife erreichen, allerdings mit nicht voll ausgebildeten Kolben und entsprechend geringeren Stärke- und Energiegehalten.

In diesem Jahr hat die ungewöhnlich kalte und einstrahlungsarme Witterung deutlich die Grenzen für die Sortenwahl bei Mais auf aufgezeigt. Das Risiko, das der Mais die physiologische Reife nicht erreicht und somit die Stärkeeinlagerung vorzeitig abgebrochen wird, ist groß. Für den jeweiligen Standort zu späte Sorten erreichen dann nicht das im Kolben angelegte Stärkeertragspotential und reifen mit nicht vollständig gefüllten Körner, mehr oder weniger gut, ab und weisen dabei geringere Qualitäten auf. Als grober Richtwert kann gelten, dass der Silomais im Durchschnitt der Jahre bis ca. 5. Oktober die zur Ernte angestrebten TS-Gehalte erreicht haben sollte. Ist dies nicht der Fall, sollten Sorten des nächstfrüheren Sortiments angebaut werden, um das Qualitäts- und Ernterisiko zu minimieren. Ertragseinbußen sind bei diesem Schritt noch nicht zu erwarten, dass haben langjährige Auswertungen der LWK Niedersachsen an verschiedenen Standorten eindeutig ergeben.


Kontakt:
Karl-Gerd Harms
Berater Silo- und Körnermais
Telefon: 0441 801-418
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:
Meike Backes
Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0511 3665-4453
Telefax: 0511 3665-4508
E-Mail:


Stand: 06.10.2021



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