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Futterproduktion mit Zwischenfrüchten

Der erste und zweite Grasschnitt fielen bislang unterdurchschnittlich aus. Zwischenfrüchte mit rascher Ertragsbildung und Siliereignung können einen ergänzenden Beitrag leisten, um die Futtervorräte für das Winterhalbjahr auszubauen. Der knappe Saatgutmarkt erschwert in 2020 die Artenwahl und zwingt gegeben falls zum Anbau alternativer Futterpflanzen.  Aus diesem Blickwinkel beleuchtet der nachfolgende Beitrag Möglichkeiten und Grenzen. Gern dürfen auch Kontrakte zwischen Gemischt- bzw. Ackerbaubetrieben einerseits mit Grünlandbetrieben andererseits getroffen werden, um die aktuelle Futternotlage dort zu entschärfen.

Zwei Dürrejahre in Folge haben die Grundfutterreserven in etlichen Futterbaubetrieben weitestgehend aufgebraucht. Der Ertrag des ersten Grasschnittes 2020 litt vielerorts durch die lange Trockenperiode. Niederschläge fielen für den zweiten Aufwuchs gleichfalls sehr unterschiedlich. Damit verschärft sich die Futternotlage. 

Ob es mit Sommerzwischenfrüchten zur Futternutzung gelingen kann, einen Beitrag zur Winterfutterreserve zu leisten, ist nicht gesichert. Entsprechende Niederschläge im Sommerzeitraum sind für eine gute Anfangsentwicklung sowie die spätere Masse- und Ertragsbildung für Zwischenfrüchte unabdingbar, damit sich die Ernte lohnt. Dennoch: der Versuch ist es wert! In dem Zusammenhang könnte sich für Ackerbau- und Gemischtbetriebe auf der einen Seite eine win-win-Situation mit Grünlandbetrieben auf der anderen Seite im Rahmen einer Grundfutterbörse ergeben. Das Greening bzw. die Anrechnung als ökologische Vorrangfläche ist in diesem Zusammenhang (noch) nicht möglich, da sich die Futternutzung im gleichen Jahr auf die Beweidung durch Ziegen und Schafe beschränkt.
 Zwischenfrüchte wirken sich positiv auf die Bodenfruchtbarkeit, den Erosionsschutz und die Humusmehrung aus und haben bei richtiger Artenwahl auch einen phytosanitären Effekt. Gräser und Leguminosen bereichern im Zwischenfruchtanbau Getreide-, Raps- und Blattfrucht betonte Fruchtfolgen. Das mit Zwischenfrüchten produzierte und silierfähige Futter kann beispielsweise in Form von Rundballen den Grünlandwirten zugutekommen. Warum also nicht in 2020 entsprechende Kontrakte schließen?

Aus diesem Blickwinkel werden nachfolgend vor allem die Zwischenfrüchte vorgestellt, mit denen vorrangig in kurzem Wachstumszeitraum eine gute Massebildung und möglichst auch ein erfolgreiches Silieren gesichert sind. Dazu ist prinzipiell eine frühe Saat ab Mitte Juli bis Anfang August unmittelbar nach der Wintergerstenernte in ein gut hergerichtetes Saatbett anzustreben.
Das Einjährige und das Welsche Weidelgras haben aus dieser Sicht eine Vorrangstellung.
Als Sommerzwischenfrucht gilt vor allem das Einjährige Weidelgras als die Futterpflanze mit schnellem Wachstumsvermögen. Die Sortenwahl ist auch in 2020 aufgrund geringer Lagerbestände begrenzt, doch ist sie aus mehrerer Hinsicht von Interesse. In der Regel zeichnen sich früh reifende Sorten durch hohe Erträge und dem Erreichen einer frühen Schnittreife in Verbindung mit einem strukturreichen Aufwuchs aus. Eine Ernte kann bei wüchsigem Wetter bereits 60 Tage nach der Saat möglich sein. Spätere Sorten punkten durch ein besseres Nachwuchsvermögen. Unter guten Wachstumsbedingungen, d.h. bei regelmäßigen Niederschlägen ist durchaus eine Nachweide und im günstigen Fall auch eine zweite Ernte möglich. Neben den Sorteneigenschaften „Reifegruppe“ und „Ertrag“ kommt der Rostresistenz als drittes Qualitätskriterium Bedeutung zu. Die Gefahr des Rostbefalls besteht insbesondere im Herbst, wenn sich das Wachstum verzögert.
Ist die Saat des Einjährigen Weidelgrases noch im Juni geplant, hat der Anbau eher den Charakter einer Zweitfrucht. Damit sind auch andere Fragestellungen bei der Sortenwahl zu berücksichtigen, die im Kasten erläutert werden. 
Einen Überblick über die Bewertung aktueller Sorten hinsichtlich ihres Ertragsvermögens unter Berücksichtigung der Reifegruppe gibt die Übersicht 1. 

Das Welsche Weidelgras verharrt im Sommerzwischenfruchtanbau in der Blattmasseentwicklung, da ihm der Kältereiz des Winters für die Ausbildung der Ähren fehlt. Folglich nehmen die Energiegehalte mit ca. 6,5 MJ NEL/ kg TM ein deutlich höheres Niveau im Vergleich zum Einjährigen Weidelgras ein.  Tabelle 2 stellt die Sortenempfehlungen für die nordwestdeutsche Region dar. Die dort aufgeführten Sorten zeichnen sich unter unseren Klima- und Standortverhältnissen durch besondere Leistung aus. Falls die Sorten aktuell nicht verfügbar sind, können prinzipiell alle, beim Bundessortenamt eingetragenen Sorten verwendet werden.
Bei der Fütterung ist darauf zu achten, dass das Gras wenig Struktur, dafür aber viel Rohprotein und Zucker enthält. Der Futterwert ist demzufolge als sehr gut zu bewerten und die geringe Struktur muss in Mischrationen durch Zulage von Häckselstroh entsprechend ausgeglichen werden.  Auch bei leichten Welkbedingungen ist die Siliereignung dieses Herbstgrases, vergleichbar wie beim Einjährigen Weidelgras, noch positiv zu beurteilen. Für den Fall, dass das Anwelken über 28 % Trockenmasse nicht möglich ist, kann die Silagequalität durch Zusatz geeigneter Siliermittel in der Wirkungsrichtung 1B abgesichert werden.  
Das fehlende Strukturvermögen des Welschen Weidelgrases lässt sich durch den Mischanbau in Kombination mit dem Einjährigen Weidelgras ausgleichen. In der A2-Mischung sind beide Grasarten enthalten. Das Einjährige Weidelgras liefert hierbei die notwendige Struktur und das blattreiche Welsche Weidelgras entsprechend hohe Nährstoffkonzentrationen.

Das Welsche Weidelgras steht zugleich für eine gleichzeitige Verwendung als Sommer- und als Winterzwischenfrucht. Mit nur einer Saat bis Mitte August wird einmal Futter im Herbst des Saatjahres produziert und zusätzlich im Frühjahr des Folgejahres. Die Ertragsleistung kann zwar im Frühjahr im Vergleich zum Anbau als ausschließliche Winterzwischenfrucht etwas geringer ausfallen, doch ist dieser Nachteil eher als gering zu werten. Für diese Nutzungsweise sind Sorten mit guter Nachwuchsleistung sowie mit einer entsprechenden Winterhärte zu bevorzugen. Die A1-Mischung erfüllt im Allgemeinen diese Anforderungen, wenn zusätzlich auf das Etikett der Freiwilligen Mischungskontrolle Niedersachsens geachtet wird. In dieser Mischung sind mindestens drei Sorten enthalten.  Gegenüber Reinsaaten haben Sortenmischungen den Vorteil, bei möglichen Anbau- und Witterungsunsicherheiten robuster zu sein. 

Als Winterzwischenfrucht wird das Welsche Weidelgras erst Anfang bis Mitte September ausgesät. Trotz der relativ späten Saat kommt das Ackergras im Allgemeinen noch zu einer guten Vorwinterentwicklung. Für die Zwecke des Winterzwischenfruchtanbaus sollte gezielt die Mischung „A1-WZ“ (WZ = Winterzwischenfrucht) zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zur A1-Mischung enthält die A1-WZ vorzugsweise erstschnittbetonte Sorten mit guter Winterhärte und einem hohen Frühjahresertrag. Durch diese bewusste Sortenauswahl wird für eine schnelle Räumung der Fläche im Frühjahr und den rechtzeitigen Anbau der Folgefrucht gesorgt. Bekanntlich gehört das Welsche Weidelgras zu den ertragreichsten Ackerfuttergräsern. Hierbei können dann bereits Ende April Trockenmasseerträge von etwa 60 dt /ha erreicht werden.
Aktuell werden hierzu die in Tabelle 2 aufgeführten Sorten empfohlen.
Wer hochwertige Ware mit einer guten Sortenzusammensetzung erwerben möchte, sollte zudem auf das Siegel der Freiwilligen Mischungskontrolle achten.

Da die Zwischenfruchtmärkte infolge der Dürrejahre und Missernten weltweit durch hohe Engpässe gezeichnet sind, muss an dieser Stelle auch alternativ gedacht werden. Als eine Alternative für das Welsche Weidelgras kann das Bastardweidelgras gesehen werden. Bastardweidelgras ist ein Kreuzungsprodukt zwischen dem Welschem und dem Deutschen Weidelgras. Sprechen Sie mit Ihrem Händler bzw. Züchter des Vertrauens und wählen Sie aus diesem Sortiment die Welsch-Weidelgrastypen. So kommt auch das Bastardweidelgras den allgemeinen Eigenschaften des Welschen Weidelgrases nahe und hat sogar den Vorteil, dass es über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren gute Ertragsleistungen zeigt. 

Gräser im Sommerzwischenfruchtbau sind in ihren Gehalten an Rohprotein und Zucker im Allgemeinen recht ausgewogen. Ein Plus an Rohprotein und zudem weitere Nutzungselastizität bieten die Weidelgräser im Gemengeanbau mit Leguminosen. Zu speziellen Kleegrasmischungen für die Futternutzung im Sommerzwischenfruchtbau gehören die A10 und A10-spät. In der A10 sind frühe und in der A10-spät mittlere und späte Sorten des Einjährigen Weidelgrases mit Perser- oder Alexandrinerklee kombiniert. Beide Kleearten sind nicht winterhart. Perserklee zeichnet sich durch Schnellwüchsigkeit, ein gutes Nachwuchsvermögen und vor allem durch eine hohe Nutzungselastizität aus. Auch dem Alexandrinerklee ist eine schnelle Anfangsentwicklung eigen. Lediglich im Nachwuchsverhalten kann er im Vergleich zum Perserklee nicht mit Schritt halten. Entscheidender ist jedoch, dass Alexandrinerklee nach der Knospenbildung schnell verholzt und daher rasch an Futterwert verliert. Deshalb sollten in den Mischungen möglichst die besonders spätblühenden und zugleich ertragsstarken Sorten (z.B. Winner oder Otto) zum Einsatz kommen.
Beide Mischungen sind zur Silierung mit Anwelkgraden oberhalb von 28 % TM gut geeignet. 

Saatgut nicht verfügbar – Alternativen 
Aufgrund des knappen Saatgutmarktes für die oben vorgestellten Gräser im Zwischenfruchtbau werden an dieser Stelle weitere, alternative Pflanzen kurz beschrieben, die gleichfalls das Vermögen zu einer raschen Massebildung bis zum Herbst bei gleichzeitiger Siliereignung haben. Zunächst sind in Tabelle 3  mögliche weitere Zwischenfrüchte und ihre Anbaudaten zur Orientierung aufgeführt. 
Darüber hinaus gerät auch der Anbau von Hafer als Grüngetreide ins Blickfeld. Er zeichnet sich durch geringe Ansprüche an den Boden und an Bodenfeuchte aus. Bei Saat bis Anfang August und Saatstärken von 110 – 120 kg/ha kann ein lohnenswerter Schnitt günstigenfalls zu Beginn des Ährenschiebens innerhalb von sechs bis sieben Wochen erreicht sein. 

Auch Grünmais hat das Vermögen, in einem kurzen Zeitraum von Mitte Juli bis in den September einen nennenswerten Ertrag im Zwischenfruchtbau zu erbringen. Hierbei sollten vor allem frühe Sorten mit Silozahlen bis 180 gewählt werden. Der Trockenmassegehalt des Grünmaises lässt zwar zu dem Erntezeitpunkt noch Sickersaftbildung beim Silieren erwarten, doch ist es dennoch aufgrund akzeptabler Zuckergehalte kein schwer vergärbares Futter. Vorzugsweise sollte dann der Grünmais als letzte Schicht in das Silo kommen, z.B. bei der Silomaisernte, denn dort sichert er zugleich eine gute Verdichtung. Zudem wird damit Vorsorge gegen den freien Sickersaftaustritt getroffen. Auch die Lagerung dieses feuchten Materiales auf eine trockene Grassilage kann in 2020 ausnahmsweise akzeptiert werden, geht es doch in erster Linie darum, Futter für den Winter zu bevorraten.  Günstiger als die Saat von Grünmais könnte sich die Umnutzung von Körnermaisfläche zur Silomaisnutzung erweisen. An dieser Stelle sei nochmals an die Grundfutterbörse bzw. die frühzeitige Kontaktaufnahme zu anderen Betrieben verwiesen. 
Von den grobkörnigen Leguminosen vermag die Futtererbse bei früher Saat im Juli und guten Wuchsbedingungen viel Grünmasse zu bilden. Die Leguminose gehört jedoch aufgrund des hohen Rohprotein- und Wassergehaltes zu den schwer vergärbaren Pflanzen. Günstigenfalls sollte sie daher in Mischung mit einer Stützfrucht wie beispielsweise Hafer angebaut und später gemeinsam mit angewelktem Herbstgras siliert werden.  
Wie aus Tabelle 3 hervorgeht, muss bei vielen der alternativen Futterpflanzen mit hohen Saatgutkosten gerechnet werden. Das gilt auch für den Rauhafer, welcher gleichfalls zur Futtergewinnung dienlich sein kann.  Rauhafer (Avena strigosa) ist bis 10. August mit Saatstärken von 80 – 120 kg/ha zu drillen.  Bei ersten Anbauversuchen in Nordrhein-Westfalen überzeugte er durch Erträge im Bereich zwischen 30 – 50 dt TM/ha. Bis zum empfohlenen Erntetermin des Rispenschiebens benötigt er in etwa 60 – 100 Tage. Bei der Sortenwahl ist auf eine geringe Krankheitsanfälligkeit und geringer Lagerneigung zu achten. Die Silierung ist zudem durch den geringen TS- und Zuckergehalt erschwert.

Nur als Frischfutter geeignet
Sommer- und Winterraps sowie die Sommer- und Winterrübsen haben ebenfalls das Vermögen einer raschen Wachstumsleistung. Mit Saatterminen bis zum 20. August gehören beide Arten zu den spätsaatverträglichen Früchten. Aufgrund hoher Wasser- und Rohproteingehalte kommt eine Silierung nicht in Betracht, wohl aber die Möglichkeit der Frischverfütterung in Form der Beweidung oder des täglich frischen Einholens. Für die strukturarmen Zwischenfrüchte ist eine Zufütterung mit einwandfreiem Heu oder strukturreicher Grassilage und notfalls auch Futterstroh erforderlich. Das trägt gleichfalls zu einer Steigerung des Trockenmassegehaltes in der Gesamtration bei. Das Futter sollte täglich frisch geerntet und ohne Zwischenlagerung verfüttert werden. Ansonsten kann es zu einer raschen Umwandlung von Nitrat zu dem gesundheitsgefährdenden Stoff Nitrit kommen. 
Für die Beweidung der Zwischenfrüchte, die nach Möglichkeit nur stundenweise erfolgen sollte, wird eine strenge Portionierung der Futterflächen empfohlen. Wie lange die Herbstbeweidung praktiziert werden kann, hängt von den Boden- und Witterungsverhältnissen ab. Auf die Beweidung ist zu verzichten, wenn die Gefahr einer zu hohen Futterverschmutzung besteht. Grundsätzlich ist eine Beifütterung empfehlenswert. Zwischenfrüchte sind in der Regel kalziumreich. Auf eine bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung ist zu achten. Ihr Einsatz wird daher für Trockensteher nicht empfohlen.  
Mit dem Auftreten der ersten Herbstfröste mindert sich der Futterwert der Zwischenfrüchte im unterschiedlichen Maße, je nach Frostempfindlichkeit der Futterpflanzenarten. Futter darf nicht gefroren in den Futtertrog gelangen.

Winterzwischenfrucht
Als Winterzwischenfrucht kommt neben dem bereits beschriebenen Welschen Weidelgras auch der raschwüchsige Grünroggen in Betracht. Die kälteverträgliche Pflanze hat das Vermögen, bei relativ später Saat bis Ende September noch zu einer beachtlichen Herbst- und Winterentwicklung zu gelangen. Zur Futtergewinnung sollte die Aussaat des Grünroggens gegenüber dem Körnerroggen um 10 – 14 Tage früher erfolgen. Für eine gleichmäßige Entwicklung empfiehlt sich eine mitteltiefe Pflugfurche und ein feinkrümeliges Saatbett.
Grünroggen ist durch eine sehr kurze Vegetationszeit im Frühjahr von 45 bis 60 Tagen und eine sehr rasche Ertragsbildung charakterisiert. Damit ist es möglich, bereits im April schon weide- bzw. silierfähiges Frischfutter zur Verfügung zu stellen. Spezielle Grünroggensorten bieten dabei eine besonders rasche Jugendentwicklung und etwa 20 % höhere Erträge. Sollen ein hoher Futterwert erzielt werden, ist eine optimale Vorwinterentwicklung sowie eine Ernte ab Schoßbeginn spätestens aber ab Grannenspitzen erforderlich. In dem Vegetationsstadium des Grannenspitzens können noch Energiekonzentrationen um die 7 MJ NEL/ kg TM bei Rohfasergehalten von 22 % und einem nutzbaren Rohprotein von 15 % erreicht werden. Mit dem Ährenschieben nehmen die Verdaulichkeit und der Futterwert des Roggens erheblich ab.

Zu einer bekannten Mischung für den Winterzwischenfruchtanbau gehört das Landsberger Gemenge, welche sich aus Inkarnatklee, Weidelgras und Winterwicke zusammensetzt. Inkarnatklee ist einerseits raschwüchsig, andererseits aber konkurrenzschwach und trittempfindlich. Vor dem Hintergrund wird der Futterbestand vorrangig gemäht und als Frischfutter oder Silage angeboten.
Des Weiteren ist es möglich, das Welsche Weidelgras mit Inkarnatklee zu kombinieren und für Futterzwecke im Frühjahr zu nutzen.

Wir fassen zusammen
Futter mit Zwischenfrüchten zu produzieren, ist besonders in diesem Jahr durch die Futterknappheit sinnvoll.
Den Weidelgräsern kommt dabei eine Vorrangstellung zu, da sie eine rasche Wuchsleistung sowie eine gute Silierfähigkeit vereinen.
Die knappe Saatgutverfügbarkeit für wichtige Zwischenfrüchte zwingt eventuell zu alternativen Futterpflanzen, die als Futterlieferanten mit Siliereignung dienen können.
Ob es gelingt, mit Zwischenfrüchten viel verwertbare Masse für die Rinder zu produzieren, ist nicht nur eine Frage der Witterungsbedingungen im Sommer, sondern auch der Arten- und Sortenwahl, der Saatbettbereitung und des Saatzeitpunktes.


Frühe Saat von Einjährigem Weidelgras – was beachten?
Als Sommergras reagiert das Einjährige Weidelgras besonders auf die Tageslichtlänge. Je länger der Tag, desto schneller kommt es nach der Keimung zum Schossen bei gleichzeitig geringer Massebildung. Bei frühen Saaten wird somit das Ertragspotential nicht ausgeschöpft. Doch gibt es hierbei Sortenunterschiede. Für frühe Saaten bis zum 15. Juli sollten bevorzugt späte, mehrschnittige Sorten gewählt werden, die speziell für den Hauptfruchtbau gezüchtet sind. Späte Sortentypen haben das Vermögen, mehr Blattmasse aufzubauen, weniger Halme zu bilden und die generative Phase zu verzögern. 
Betriebe müssen die Anbaudiversifizierung auf Ackerland (ab 10 ha: Hauptkultur max. 75 %, ab 30 ha: Hauptkultur max. 75%, die beiden größten Kulturen max. 95 %) bis zum 15.07. einhalten. Ein Nachbau von Ackergras ist andernfalls erst nach dem 15.07. möglich. 
Sind genug Kulturen im Betrieb kann die Bestellung der Futterzwischenfrucht bereits ab dem 23.06 erfolgen. In diesem Fall ist vor der Bestellung die Bewilligungsstelle rechtzeitig zu informieren.


 


Kontakt:
Dr. Christine Kalzendorf
Beraterin Grünland, mehrj. Ackerfutterbau und Futterkonservierung
Telefon: 0441 801-428
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:
Meike Backes
Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0511 3665-4453
Telefax: 0511 3665-4508
E-Mail:


Stand: 30.06.2020