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Pflanzenschutz, Sachkunde und Düngeverordnung > Fachtagung der Bezirksstelle Nienburg erneut sehr gut besucht

Die zunehmende Verunsicherung in der landwirtschaftlichen Praxis und der daraus resultierende erhöhte Beratungsbedarf sind enorm. Die Pflanzenbau- und Pflanzenschutz­tagungen der Bezirksstelle Nienburg der Landwirtschaftskammer Niedersachsen finden daher großes Interesse.

 

Pflanzenschutz nur integriert und mit Sachkunde

Neuregelungen im Rechtsrahmen, veränderte Zulassungssituationen und aktuelle Erkenntnisse aus den umfangreichen, neutralen Feldversuchen und Mittelprüfungen erfordern von den Landwirten, sich ständig fortzubilden. Insbesondere im Pflanzenschutz gilt es, aktuelle Kenntnisse über Wirksamkeit und Verträglichkeit der eingesetzten Präparate zu haben. Über allem schwebt dabei der im Pflanzenschutzgesetz verankerte „Integrierte Pflanzenschutz“. Neben Anwendungsbestimmungen zum Gewässerschutz und zur Bienenschutzverordnung müsse dabei stets auch der Schutz des Anwenders im Vordergrund stehen. Die Berater der Landwirtschaftskammer stellten den Praktikern neu zugelassene Präparate vor und zeigten Strategien für die kommende Saison auf. Ein wichtiges Themenfeld war auch die Vermeidung von Resistenzbildung unter anderem durch einen konsequenten Wirkstoffwechsel. Der fortschreitende Verlust von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen erschwere diese Resistenzstrategien allerdings erheblich. Die informativen Pflanzenschutz-Fachveranstaltungen der Bezirksstelle wurden von vielen Landwirten auch dazu genutzt, um sich für ihren persönlichen „Sachkundenachweis Pflanzenschutz“ fortzubilden.

Düngeverordnung und Rote Gebiete

Was müssen die Landwirte gemäß aktueller Dünge-Verordnung in diesem Frühjahr beachten? Was könnte mit der Novelle der Dünge-Verordnung auf die Landwirte zukommen? Wie wurden die Roten Gebiete festgesetzt? Fragen über Fragen, die im Rahmen der Fachveranstaltungen an die Experten der Landwirtschaftskammer herangetragen wurden. Die Inhalte der düngerechtlichen Regelungen konnten deutlich aufgezeigt werden. Kritisch wurde auf solche geplanten Verschärfungen hingewiesen, welche erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf die Betriebe haben werden. Als nicht zielführend wurde die im Referentenentwurf der Bundes-Dünge-Verordnung beschriebene um 20% reduzierte Düngung in den roten Gebieten angesehen. Aus langjährigen Versuchen geht hervor, dass die Auswirkungen für den Gewässerschutz nur gering sind. Ziel muss die am tatsächlichen Bedarf der Pflanzen orientierte Düngung sein. Die Thematik der Roten Gebiete bekommt in der Region eine besondere Brisanz, weil der Umfang im Dienstgebiet der Bezirksstelle Nienburg mit rund 118.000ha und somit 54% der landwirtschaftlichen Nutzfläche sehr groß ist. Konsens herrschte darin, dass auf die Betriebe sehr große Herausforderungen zukommen werden. Die Berater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen werden den Landwirten bei der Suche nach Anpassungsalternativen zur Seite stehen und zur Lösung der anstehenden Probleme beitragen.


Kontakt:
Caroline Benecke
Referendarin Pflanzenproduktion
Telefon: 05021 9740-170
Telefax: 05021 9740-138
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Stand: 21.02.2020