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Aktuelle Informationen zur Düsentechnik

Für die optimale Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln nach guter fachlicher Praxis ist die Weiterentwicklung der Gerätetechnik unerlässlich. 

Die meisten Landwirte setzen nach wie vor erfolgreich die „langen“ – „L“ - (ca. 5,0 bar) oder die „kurzen“ – „K“ - Injektordüsen (ca. 3,0 bar) bei einer Fahrgeschwindigkeit um 8 km/h (max.10 km/h - bei günstiger Witterung) ein.

Die Firma Syngenta hat gemeinsam mit dem Düsenhersteller Lechler die „Syngenta 130-05“ bzw. „PRE 130-05“ für die Herbizidspritzung im Vorauflauf etabliert. Mit der ist eine Abdriftminderung von 95% möglich. Primär kann diese Düse im Rapsanbau für clomazonehaltige Präparate (Colzor Trio) eingesetzt werden. So soll die Gefahr der Primärabdrift und damit die Aufhellungen an Nichtzielpflanzen weiter reduziert werden.

Viele Betriebsleiter nutzen aktuell Injektor-Düsen, mit denen sinnvollerweise die Abdriftminderungsklasse von 90% erreicht werden kann. Alle Düsen, die in das  Verzeichnis Verlustmindernder Düsen und Geräte mit den entsprechenden Verwendungsbestimmungen eingetragen sind, können im Internet z. B. unter www.lwk-niedersachsen.de oder www.jki.(bund).de nachgelesen werden. 

Seit 2017 ist das Dropleg-System für die Unterblattbehandlung im Raps vom JKI anerkannt. Mit den jeweils zwei tiefgeführten Düsen kann unterhalb der Blühzone nach unten in den Bestand gespritzt werden. Dieses System wird in vielen Gemüsekulturen schon lange genutzt. Insbesondere in Rapskulturen können bei der Blütenbehandlung die Rückstände von Wirkstoffen in der Blüte durch das Nichtbehandeln der Blütenzone vermindert werden. Inwieweit die systemische Wirkung der Mittel ausreicht (vor allem bei den tierischen Schaderregern) und ob es Wirkungsverluste durch das System gibt, ist von dem Befallsgrad abhängig. Allerdings werden die Nützlinge bei diesem Einsatz geschont.

Immer wieder wird der Einsatz der 25 cm Düsenabstand am Gestänge verbunden mit einem geringeren Zielflächenabstand diskutiert und teilweise auch praktiziert. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand gibt es keine Vor- aber auch keine Nachteile gegenüber einem herkömmlichen Abstand mit 50 cm.

Durch immer strengere Kriterien bei der Zulassung und negativen Resistenzentwicklungen der Schaderreger stehen immer weniger Pflanzenschutzmittel (Wirkstoffe) zur Verfügung. Die Züchter und die Landtechnik-Industrie helfen dabei, neue Wege zu gehen. Dadurch nehmen alte Bekämpfungsmöglichkeiten, wie die Hack- oder Bandspritztechnik durch die Ergänzung technischer Entwicklungen (Kamera, Sensoren, Verschieberahmen) wieder an Bedeutung zu. Durch die Nutzung einer Kameratechnik zum Erkennen der Pflanzenreihen in Kombination mit einem RTK-Führungssystems werden höhere Flächenleistungen ermöglicht und Fahrfehler vermieden. Die zusätzliche Mitteleinsparung von beispielsweise 50% im Rübenanbau machen diese Geräte bei entsprechender Auslastung auch wirtschaftlich attraktiv.

 

Den vollständigen Artikel (Stand April 2020) können Sie sich mit der beiliegenden PDF-Datei herunterladen und/oder ausdrucken.


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Jörg Garrelts
Berater Anwendungstechnik, Gerätekontrolle, Sachkunde
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Stand: 30.04.2020