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Gewusst wie – Gräser im Zweit- und Zwischenfruchtanbau zur Futternutzung

Aufgrund der langanhaltenden trockenen Witterung, mangelhafter Niederschläge sind die Grassilos nur unzulänglich gefüllt. Der Anbau von Zwischen- und Zweitfrüchten zur Futternutzung im Ansaatjahr wird in diesem Jahr eine besondere Rolle spielen. Ob damit die Situation der aktuellen Futterlücke etwas entschärft werden kann, hängt von den kommenden Witterungsbedingungen ab. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick, welche Kulturen für den Sommer-, Zweitfrucht- oder Winterzwischenfruchtanbau zur Futternutzung angebaut werden können.

        

In Zeiten hoher Flächenkosten und knapper Flächenverfügbarkeit gilt es, die Vegetationszeit eines Jahres und das Produktionspotenzial des Bodens in verschiedenen Anbausystemen voll zu nutzen. Sowohl für die Grundfutterproduktion in der Milchviehhaltung als auch in der Substratproduktion für Biogasanlagen kann hier der Zweit- Zwischenfruchtanbau einen wesentlichen Beitrag leisten, die Rentabilität von Ackerflächen zu erhöhen. Oder anders formuliert: Mit steigenden Flächenkosten und niedrigen Getreidepreisen steigt die Rentabilität des Zwischenfruchtanbaus.

Futterzwischenfrüchte gut für Boden und Umwelt

Eine früh gesäte Winterzwischenfrucht bedeckt den Boden von August bis April (210-240 Tage) und erfüllt damit wichtige umweltrelevante Funktionen hinsichtlich Erosionsschutz und Wasserschutz (N-Fixierung). Aber auch die positiven Effekte im Hinblick auf Unkrautunterdrückung, biologische Schädlingsbekämpfung oder Stickstoffsammlung bei Leguminosen seien in diesem Zusammenhang genannt. Für flächenknappe bzw. viehstarke Betriebe können zudem über den Zwischenfruchtanbau Gülle bzw. Gärreste sinnvoll verwertet werden, sofern sich ein tatsächlicher Düngebedarf ergibt. Mehr dazu im separaten Beitrag „N-Düngung zu Zwischen- und Zweitfrüchten“. Die Güllelagerkapazitäten können dadurch in vielen Betrieben entlastet werden. Insbesondere frohwüchsige Weidelgräser oder verschiedene Brassica-Arten (Futterraps, Stoppelrüben, Rübsen) sind sehr gute Gülleverwerter im Herbst.

Verfütterung von Zwischenfrüchten

Die zur Futternutzung geeigneten Zweit- und Zwischenfrüchte zeichnen sich in der Regel durch einen hohen Futter- und Nährstoffwert aus. Sie enthalten viel Eiweiß und hohe Energiewerte, weisen aber, insbesondere bei der Herbstnutzung, ausgesprochen geringe Trockensubstanz- und Rohfasergehalte auf; ausgenommen Einjähriges Weidelgras. Dies muss bei der Verfütterung berücksichtigt werden und durch entsprechende Verfütterung Rohfaser reicher Ergänzungsfuttermittel ausgeglichen werden. Zweit- und Zwischenfruchtarten, die nach früh räumenden Hauptfrüchten gesät und bereits im Herbst hohe Erträge liefern, wie Welsches und Einjähriges Weidelgras, Futterraps oder Winterrübsen, sind in der Lage große Stickstoffmengen aufzunehmen. Je nach Witterungsverlauf (nasskalter Herbst nach trockenem Sommer), können in den Aufwüchsen aber erhöhte Nitratgehalte auftreten. Daher sollte solches Futter, insbesondere bei Herbstweide verhalten zugeteilt werden, da ansonsten Vergiftungsgefahr besteht.

Futter-Zwischenfrüchte im Greening

Generell kommt das Greening dem futterbaulich genutzten klassischen Zwischenfruchtanbau nicht unbedingt entgegen. Nicht nur, dass eine Nutzung der Aufwüchse im Herbst nur eingeschränkt möglich ist, sind im Greening auch Reinsaaten einer Art nicht zulässig. Bei Blanksaaten sind grundsätzlich Mischungen zu verwenden, die mindestens zwei Arten einer vorgegebenen Artenliste aufweisen. Der Anteil einer Art darf maximal 60 Prozent Samenanteil betragen. Auch der Anteil der Gräser darf in Greening konformen Mischungen insgesamt nicht mehr als 60 Prozent ausmachen. Dabei sind verschiedene Grasarten in der Mischung wie eine Art zu sehen. Aus dem Programm der Qualitätsstandard-Mischungen für den Ackerfutterbau gibt es derzeit keine Mischung die sich im Rahmen des Greenings für den Winterzwischenfruchtanbau eignet bzw. empfehlenswert wäre. Saatgutunternehmen haben hier reagiert und entsprechend Greening konforme Futterbaumischungen kreiert. Überwiegend sind dies Mischungen von Welschem Weidelgras mit winterharten Kleearten wie Rotklee, Inkarnatklee und Weißklee. Weißklee ist aufgrund seiner langsamen Jugendentwicklung im Frühjahr allerdings als Zwischenfrucht für eine ertragsbetonte Einschnittnutzung weniger geeignet. Auch das Deutsche Weidelgras ist als Winterzwischenfrucht eine weniger geeignete Art. Interessant ist dagegen das Landsberger Gemenge, eine seit langem bekannte Winter-Zwischenfruchtmischung bestehend aus Welschem Weidelgras, Zottel- bzw. Winterwicke und Inkarnatklee. Zahlreiche Saatgutunternehmen haben diese Mischung entsprechend der Greeningvorgaben angepasst.

Können Greening-fähige, winterharte Zwischenfruchtmischungen im Herbst nicht durch Schafe abgeweidet werden, sollte der Aussaattermin so spät wie möglich erfolgen. Werden Winterzwischenfrüchte wie Welsches Weidelgras, Rotklee, Inkarnatklee, Futterraps oder Winterrübsen bereits im Juli oder August ausgesät und nicht im Herbst genutzt, überwachsen sich die Bestände bis zum Winter und brechen meist in sich zusammen mit der Folge starker Auswinterungsschäden und Pilzbefall. Unter der Prämisse später Aussaattermine der Winterzwischenfrüchte ist auf der anderen Seite das Aufnahmepotenzial von überschüssigem Stickstoff im Herbst gegenüber Frühsaaten deutlich vermindert. Ein später Aussaattermin für Kleegras-Mischungen kann, je nach Region, Mitte September erfolgen.

Entsprechend der Greening-Vorgaben gibt es hinsichtlich der Nutzung der Winterzwischenfrüchte im Frühjahr (nach dem 15.02.) keine Beschränkungen mehr. Die N-Düngung hat entsprechend den Orientierungswerten zu erfolgen, die im Beitrag „N-Düngung zu Zwischen- und Zweitfrüchten“ beschrieben werden.

Anbautipps für Weidelgras und Co

Mögliche Aussaatzeiten sowie Fruchtfolgeaspekte können die Auswahl geeigneter Zwischenfrüchte begrenzen. Aus der Historie heraus werden im Zwischenfrucht-Futterbau klassischer Weise Sommerzwischenfrüchte (Stoppelsaaten, mit Nutzung im Herbst) und Winterzwischenfrüchte (eine Nutzung im Frühjahr) unterschieden. Während beispielsweise das Einjährige Weidelgras eine klassische Sommerzwischenfrucht ohne ausreichende Winterhärte ist, können Zwischenfruchtgräser wie Welsches Weidelgras oder Futterraps sowohl im Herbst, als auch im Frühjahr genutzt werden.

Einjähriges Weidelgras

Das Einjährige Weidelgras ist eine einjährige, sommerannuelle Form des Welschen Weidelgrases. Es ist nur in sehr milden Wintern beständig, so dass es unter unseren Verhältnissen ausschließlich im Ansaatjahr zu nutzen ist. Das Einjährige Weidelgras eignet sich sowohl für den Hauptfrucht- als auch für den Zweit- bzw. Zwischenfruchtanbau. Da diese Art sortenabhängig sehr stark auf unterschiedliche Tageslichtlängen reagiert, sollte man die Zusammenhänge von Saatzeit und Sortenwahl unbedingt beachten. Im Grundsatz gilt: Je länger der Tag, desto schneller kommt das Einjährige Weidelgras nach der Keimung zum Schossen. Das Ertragspotenzial über die Blattmasse kann unter Langtagbedingung nicht hinreichend ausgeschöpft werden. Soll beispielsweise nach einer Getreide-GPS Mitte Juni Einjähriges Weidelgras als Zweitfrucht angesät werden, so sind bestenfalls sehr späte, mehrschnittige Sortentypen zu empfehlen. Grundsätzlich sollten von Ende Mai bis zum 15 Juli keine sehr frühen Sorten angebaut werden. Danach gibt es für die frühen, einschnittigen Sorten keine Einschränkung. Diese Sortentypen bieten einen gut silierbaren, strukturreichen Aufwuchs. Späte Sortentypen des Einjährigen Weidelgrases gehen dagegen nicht so schnell in die generative Phase und bilden weniger Halme. Sie sind daher strukturärmer und energiereicher. Die zu empfehlende Anbauzeit endet spätestens Mitte August; und hier bestenfalls noch sehr frühe, einschnittige Typen. Die Ertragsleistungen gehen ab diesem Zeitpunkt deutlich zurück. Frühe, einschnittige Sorten sind primär für den Sommerzwischenfruchtanbau gezüchtet und geprüft, während späte Sortentypen des Einjährigen Weidelgrases vor allem auch für den mehrschnittigen Hauptfruchtanbau (z.B. QSM A 6) geeignet sind (Tabelle 1).

Welsches Weidelgras

Das winterfeste Welsche Weidelgras ist als Winterzwischenfrucht mit oder ohne Herbstvornutzung ausgesprochen ertragreich. Eine Herbstnutzung als Silage, Weide oder Grünfutter setzt möglichst frühe Aussaatzeiten im Juli bis Anfang August, nach einer frühräumenden Vorfrucht voraus. Bei einer Wachstumsdauer von 8 bis 10 Wochen können im Herbst Erträge bis zu 30 dt/ha TM erzielt werden. Das Anwelken im Herbst kann aber insbesondere bei hohen Biomasseerträgen witterungs- bzw. temperaturabhängig oft schwierig sein. Da Welsches Weidelgras vernalisationsbedürftig ist, kommt es im Ansaatjahr nicht zum Schossen und bildet nur relativ strukturarme Blattmasse.

In den meisten Futterbaubetrieben wird Welsches Weidelgras als Winterzwischenfrucht genutzt. Dann erfolgt die Ansaat nach späträumenden Mähdruschkulturen oder nach früh geerntetem Mais von Mitte September bis Anfang Oktober. Folgt der Aussaat ein milder Herbst, kann ein Schröpfschnitt angezeigt sein. Geht Welsches Weidelgras überständig in den Winter, so ist es deutlich auswinterungsgefährdet. Auch bei einer Herbstvornutzung geht die Winterfestigkeit dieses Grases etwas zurück.

Anstelle von Blanksaaten sind in der Praxis auch Beimischungen von Welschem Weidelgras beispielsweise in Leguminosen-Roggen-Gemengen (z.B. Wick-Roggen-Gemenge) zur GPS-Nutzung gebräuchlich, wo es bereits als Mischungspartner integriert ist. Dort fungiert es gewissermaßen als Untersaat und startet nach der Ernte der Deckfrucht bei entsprechender Nährstoffverfügbarkeit als Sommer- bzw. Winterzwischenfrucht durch. Diese Untersaatverfahren sind ausgesprochen kostensparend und dort, wo es sich anbietet und praktikabel ist, durchaus empfehlenswert. Zudem kann die Untersaat im Folgejahr der Wick-Roggenaussaat auch als Greeningmaßnahme mit dem Faktor 0,3 angerechnet werden. Eine Schnittnutzung im Herbst ist dann aber nicht zulässig.

Als sehr frühes Gras hat das Welsche Weidelgras eine optimale Schnittreife in günstigen Anbaulagen bereits ab der dritten Aprildekade erreicht, so dass Anfang Mai problemlos und meist in trockenen Boden Mais als Hauptfrucht angebaut werden kann. Eine Ertragsleistung von 45-60 dt/ha TM in günstigen Anbaulagen sind bei entsprechender Nährstoffversorgung zu realisieren. In diesem Anbausystem ist die Verwendung von Erstschnitt betonten Sortentypen des Welschen Weidelgrases empfehlenswert. Die von den Nordwestdeutschen Landwirtschaftskammern empfohlene Qualitätsstandardmischung (QSM) A1 WZ ist ausschließlich für den Winterzwischenfruchtanbau (WZ steht für Winterzwischenfruchtanbau) konzipiert und berücksichtigt Sorten, die die höchsten Erträge zum ersten Schnitt liefern. In den Folgeaufwüchsen dagegen lässt die Ertragsleistung der WZ-Sorten gegenüber den mehrschnitten Sortentypen meist stärker nach. In Tabelle 2 sind die für die Mischung A1 WZ empfohlenen Sorten aufgeführt.

Im Hauptfruchtanbau kann Welsches Weidelgras 3 bis 5 Mal genutzt werden. Unter der Voraussetzung guter Wasser- und Nährstoffversorgung auf günstigen Standorten kann es mit Maiserträgen durchaus mithalten. Im Gegensatz zur Zwischenfruchtnutzung steht bei der Hauptfruchtnutzung der Fokus auf Sorten, die eine gleichmäßigere Ertragsverteilung, sprich ein gutes Nachwuchsvermögen aufweisen. Die QSM A1 kommt diesem Anspruch nach und beinhaltet sowohl Erstschnitt betonte Ertragstypen, als auch Sorten mit gutem Nachwuchsvermögen.

Sogenannte tetraploide Zuchtsorten des Welschen Weidelgrases, können gegenüber diploiden Sorten ein 1,5 bis 2faches Tausendkorngewicht aufweisen. Dies ist bei der Aussaatstärke entsprechend zu berücksichtigen. Als grundsätzliche Empfehlung gilt: 40 kg/ha bei diploiden Sorten, 50 kg/ha bei tetraploiden Sorten.

Im Hinblick auf die Wasserverfügbarkeit für die nachfolgenden Kulturen wie dem Mais, ist zu beachten, dass eine Winterzwischenfrucht wie das Welsche Weidelgras bei hohen Ertragsleistungen einen Wasserbedarf von 300 mm und mehr hat. Gerade für Trockenstandorte bzw. für Standorte die zu Frühjahrstrockenheit neigen oder auch Böden mit geringer Wasserhaltekraft, kann Wasser in der Anbaufolge Winterzwischenfrucht-Mais, ein limitierender Faktor sein. In Bezug auf die Wasserversorgung ist das Welsche Weidelgras aufgrund seines extrem hohen Ertragspotenzials daher auch eines der anspruchsvollsten Kulturgräser.

Landsberger Gemenge

Das Landsberger Gemenge ist eine winterharte Zwischenfruchtmischung aus Zottel- bzw. Winterwicke, Inkarnatklee und Welschem Weidelgras. Leider hat das Landsberger Gemenge im konventionellen Ackerfutterbau durch die züchterischen Fortschritte beim Welschen Weidelgras und den immer früheren Maisanbau in den letzten 30 Jahren stark an Bedeutung verloren. Im ökologischen Landbau findet es jedoch weiterhin seine Wertschätzung. Für eine gute Vorwinterentwicklung des Klees und der Wicken, sollte das Landsberger Gemenge Ende August bis Anfang September gesät werden. Bei guter Entwicklung ist noch eine Herbstweide möglich.

Landsberger Gemenge ist wie die Reinsaaten des Welschen Weidelgrases eher auf den besseren Standorten mit guter Wasserversorgung mit mildem Klimaverhältnissen zu Hause, während auf den sandigen oder kalten Standorten der Futterroggen im Anbau sicherer ist und dort höhere Erträge liefert.

Zu bedenken sind auch die Kosten für das Saatgut. Während für das Landsberger Gemenge Saatgutkosten 120-125 €/ha zu kalkulieren sind, liegen diese für Reinsaaten des Welschen Weidelgrases bzw. bei Qualitätsstandardmischungen (A1 WZ) lediglich bei 65-80 €/ha, je nach Aussaatstärke. Allerdings benötigt das Landsberger Gemenge wegen des hohen Leguminosenanteils keine oder bestenfalls nur eine verhaltene Stickstoffdüngung.

Während Welsches Weidelgras bereits in der dritten Aprildekade bis Anfang Mai zum Zeitpunkt des Ährenschiebens seine optimale Schnittreife hat, wird das Landsberger Gemenge in der traditionellen Nutzung erst etwa ab dem 10. Mai, zu Beginn der Inkarnatkleeblüte geschnitten. Dies hängt mit der zunächst verhaltenen Entwicklung der Leguminosen im April zusammen. Das Welsche Weidelgras zeigt hier bereits ein intensives Wachstum. Steigen die Temperaturen im Mai, so gibt es auch bei den Wicken und dem Inkarnatklee einen deutlichen Wachstumsschub. Dadurch steigen zum einen die Erträge deutlich an, zum anderen vor allem auch die Rohproteingehalte und damit der Futterwert, wodurch das Landsberger Gemenge erst interessant wird. Soll das Landsberger Gemenge bereits Ende April geerntet werden, so können die futterbaulichen Vorzüge und Potenziale nicht hinreichend erschlossen werden. Unter dieser Prämisse ist auch aus Kostengründen eine Reinsaat mit Welschem Weidelgras vorzuziehen. Wird der Mais erst Mitte bis Ende Mai ausgesät, sind wiederum bei dieser Kultur mit Ertragsdefiziten von 10-15% gegenüber Normalsaaten zu rechnen. Nach der Nutzung des Landsberger Gemenges zeigen Zottelwicke und Inkarnatklee kaum noch einen Nachwuchs. Bei Bedarf kann das Welsche Weidelgras als Hauptfrucht weiter genutzt werden, was allerdings im Rahmen des Greenings nicht zulässig ist.

Grünroggen

Futterroggen bzw. Grünroggen ist seit je her als ertragsstarke, ausgesprochen winterharte, und damit zuverlässige Winterzwischenfrucht mit geringen Standortansprüchen geschätzt. Er ist im Grunde die einzige Zwischenfrucht, die als Blanksaat nach Silomais mit Saatzeiten bis Mitte Oktober ansaatwürdig ist. Je nach Aussaatzeit und Saatbettbedingungen sind Saatstärken von 120-160 kg/ha vorzusehen. Grünroggen ist ein ausgesprochen guter Gülleverwerter. Zur Realisierung eines Ertragspotenzials von 50-80 dt/ha TM ist eine N-Düngung in Höhe bis 80 kg/ha im Frühjahr zu empfehlen. Im Herbst besitzt Grünroggen unabhängig von der Vorfrucht entsprechend der Düngeverordnung keinen N-Düngebedarf und darf nicht gedüngt werden. Sobald im Frühjahr die Grannenspitzen erscheinen, ist der Grünroggen schnittreif. Dies ist, je nach Region, Mitte bis Ende April der Fall, bei TS-Gehalten von etwa 16-18 %. Die Energiekonzentration liegt bei optimalen Schnittterminen bei 6,2 MJ NEL, die Rohfaser bei 22-23 %. Zudem sind Rohproteingehalte von 15-17% zu erwarten. Ein weiteres Hinauszögern des Erntetermins führt zwar zu höheren Erträgen, jedoch steigen mit Beginn des Ährenschiebens die Rohfasergehalte, während damit die Qualität insgesamt stark absinkt. Das Einsilieren des Grünroggens erfolgt meist aus dem Stand; ein Anwelken ist aus arbeitswirtschaftlichen Gründen und meist suboptimaler Anwelkbedingungen unüblich. Kurze Häcksellängen und intensives Verdichten ist Grundvoraussetzung für optimale Silierprozesse.

Während auf sandigen Standorten der Futterrogen dem sehr wasserbedürftigen Welschen Weidelgras im Ertrag überlegen ist, hat auf Lößlehmstandorten das Welsche Weidelgras Ertragsvorteile.

Neue QSM für den Sommerzwischenfruchtanbau

Seit Herbst 2016 werden von den Nordwestdeutschen Landwirtschaftskammern QSM für den Sommerzwischenfruchtanbau empfohlen. Die A10 besteht zu 50 Prozent Gewichtsanteilen aus frühen Einjährigen Weidelgrassorten und zu 50 Prozent aus Perserklee oder Alexandrinerklee. Die empfohlene Saatstärke beträgt jeweils 40 kg/ha. Bei der A10 spät werden dagegen mittelfrühe und späte Sorten berücksichtigt, die ebenfalls zu 50 Prozent mit Perserklee oder Alexandrinerklee gemischt werden.

 

Autor: Hubert Kivelitz, LWK Nordrhein-Westfalen


Kontakt:
Dr. Christine Kalzendorf
Beraterin Grünland, mehrj. Ackerfutterbau und Futterkonservierung
Telefon: 0441 801-428
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:


Stand: 16.07.2018



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