Webcode: 01033939

N-Düngebedarf für Zwischen- und Zweitfrüchteanbau zur Futternutzung

Werden nach Getreide Früchte zur Futternutzung angebaut, die noch im Anbaujahr geerntet werden, können diese bis in Höhe des N-Düngebedarfes gedüngt werden. Entscheidend ist, dass die Zwischenfrucht auch tatsächlich im Anbaujahr geerntet wird. Für den Anbau von Winterzwischenfrüchten oder für Gründungszwischenfrüchte gelten andere Regelungen. Nachfolgend geben wir einen Überblick.

 

Zwischenfrüchte zur Gründüngung

Orientierungswerte für die noch erforderliche N-Gabe sind Tabelle 1 zu entnehmen.

Beim Anbau von Zwischenfrüchten zum Zwecke der Gründüngung orientiert sich die N-Gabe gemäß Tabelle 1 zum einen am Saatzeitpunkt und zum anderen am Standort. Enthält die Zwischenfrucht auch Leguminosen, so ist zudem der Leguminosenanteil bei der N-Bemessung zu berücksichtigen. Bei einem späteren Saattermin ist aufgrund der kürzeren Wachstumszeit der untere Orientierungswert anzusetzen.

Winterzwischenfrüchte zur Futternutzung im Folgejahr

Für die N-Düngung der Winterzwischenfrüchte, die erst im Frühjahr des nächsten Jahres geerntet werden, orientiert sich die N-Gabe nach den gleichen Regeln wie oben für die Gründüngungszwischenfrüchte beschrieben. Demzufolge ist entsprechend Tabelle 1 auf langjährig organisch gedüngten oder humusreichen Böden auf eine N-Düngung bei Saatzeitpunkten ab 01. September zu verzichten.  Das Gleiche gilt für Saattermine nach dem 15. September.

Sommerzwischenfrüchte zur Futternutzung

Werden nach Getreide Früchte zur Futternutzung angebaut, die noch im Anbaujahr geerntet werden, können diese bis in Höhe des N-Düngebedarfes gedüngt werden. Entscheidend ist, dass die Zwischenfrucht auch tatsächlich im Anbaujahr geerntet wird. Die 60 kg Gesamt-N/ha und die 30 kg NH4-N/ha-Grenzen gelten hier nicht.

Tabelle 2 gibt einen Überblick über die Anbaudaten für wesentliche Sommerzwischenfrüchte zur Futternutzung inklusiv der N-Düngungsempfehlungen. Auch hier gilt der Grundsatz: Je später der Saattermin, desto mehr ist die N-Gabe an dem unteren Orientierungswert auszurichten.

Zweitfrüchte

Wenn nach der Getreideernte der Anbau von Zweitfrüchten, z.B. Getreide-GPS (Hafer) vorgesehen ist, so ist die N-Gabe nach dem für die Kultur vorgegebenen N-Düngebedarf auszurichten. Für Zweitfrüchte muss im Anbaujahr mindestens eine Nutzung erfolgen.

Eine tabellarische Übersicht zum N-Düngebedarf von Zweitfrüchten wird zeitnah auf der Homepage der Landwirtschaftskammer herunterzuladen sein. Da die Nmin-Methode im Zweitfruchtanbau nicht validiert ist, muss bei der Ableitung des N-Düngebedarfs der Nmin-Gehalt im Boden bei diesen Früchten nicht berücksichtigt werden. Darüber hinaus ist die N-Nachlieferung infolge der vorausgegangenen organischen Düngung nicht zu berücksichtigen, da diese bereits zur Hauptfrucht angerechnet wurde.

Zweitfrüchte sind per Definition keine Zwischenfrüchte und müssen daher auch für den N-Düngebedarf separat ausgewiesen werden.

 


Kontakt:
Dr. Christine Kalzendorf
Beraterin Grünland, mehrj. Ackerfutterbau und Futterkonservierung
Telefon: 0441 801-428
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:
Dr. Matthias Benke
Leiter Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0441 801-420
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:


Stand: 16.07.2018