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Getreideganzpflanzen silieren und Futterlücken auffüllen

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit, der bislang entstandenen Futterlücke und den zu einem Teil geringen Kornertrag werden Getreidebestände zunehmend zur Futternutzung und damit zur Silierung geplant. Was hierbei vor allem bei sehr reifen und überreifen Beständen zu beachten ist, lesen Sie nachfolgend. 

 

Getreide silieren anstatt dreschen? Diese Entscheidung wird zunehmend getroffen, um die Futterlücke aufzufüllen und den Wintervorrat auch mit diesem Futter zu ergänzen.

In der Zwischenzeit ist der optimale Erntetermin in aller Regel schon überschritten, was sich nicht nur auf die Futterqualität, sondern auch auf die Silierung auswirkt.

Als günstige Erntezeitspanne wird die Phase ab Mitte Milchreife bis Beginn der Teigreife empfohlen (BBCH 75 – 83). Das Wuchsstadium ist daran erkennbar, dass sich die Getreidehalme und die Ähren allmählich gelb färben, während die Halmknoten und die obere Blattetage zumeist noch grün sind. Der Korninhalt weist zu Beginn der Milchreife eine dünnflüssige sowie milchig-weiße und am Ende der Milchreife eine breiige bis teigige Konsistenz auf. Mit der Teigreife sollte die Ernte abgeschlossen sein, denn dann wird ein TM-Gehalt von 45 % in aller Regel überschritten mit der Gefahr der unzureichenden Verdichtung und Nacherwärmung bei Siloöffnung.

Wenn aus gegebenem Anlass nun auch bei den überreifen Getreide-GPS Beständen noch eine Silierung erfolgen soll, ist eine gute Aufbereitung der gesamten Getreidepflanze umso notwendiger. Dazu gehört vor allem die vollständige Kornaufbereitung und ein sehr kurzes Häckseln auf 6 – 8 mm, besser noch 5 mm theoretischer Häcksellänge. Die intensive Aufbereitung ist erforderlich, um sowohl bestmögliche Lagerdichten im Silo als auch eine gute Ausnutzung der Stärke durch das Tier sicher zu stellen. Für die stark abgereiften Bestände ist ein Siliermitteleinsatz zur Verbesserung der aeroben Stabilität (Wirkungsrichtung 2) zu empfehlen. Zumindest sollte die Oberflächenschicht mit einem chemischen Silierzusatz behandelt werden. Auf die Einhaltung aller Verfahrensregeln für eine gute Siliertechnik ist besonderer Wert zu legen.


Kontakt:
Dr. Christine Kalzendorf
Beraterin Grünland, mehrj. Ackerfutterbau und Futterkonservierung
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Dr. Matthias Benke
Leiter Fachbereich Grünland und Futterbau
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Stand: 20.07.2018