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Ackergras ist noch nicht schnittreif

Im Herbst 2018 ausgedrilltes Feldgras kann vorhandene Futterlücken in den Futterbaubetrieben teilweise schließen. Auch der Anbau von Futter- und Grünroggen zur Frischfütterung oder Einsilierung als Grünroggen oder GPS wurde ausgedehnt.

Mit der Reifeprüfung für Grünland und Ackergras überprüfen wir die Entwicklung ausgewählter, gut etablierter Feldgras- und Futterroggenbestände.

 

In der ersten Aprilwoche wurden 6 Standorte mit Welschem Weidelgras in vier Klimaregionen beprobt. Für unsere Aussagen wurden Praxisflächen mit Welsches Weidelgras sowie auch Standorte der Landessortenprüfungen einbezogen. Während für den Raum Hannover-Braunschweig, das Weser-Leine-Bergland und die Küste jeweils nur ein Standort zur Verfügung steht, kann im westlichen Niedersachsen die Reifeentwicklung an drei Feldgrasbeständen ermittelt werden. Das gilt es bei der Aussagekraft zu beachten, auch wenn prinzipiell nur vergleichsweise gut entwickelte Bestände mit ausreichender Düngung in die Untersuchung kommen.

Der Praxisbestand im Weser-Leine Bergland befindet sich im Gegensatz zu den anderen Prüforten bereits im zweiten Hauptnutzungsjahr. Das sollte gleichfalls für die Interpretation der Daten Berücksichtigung finden.

Außerdem wurde erstmalig in diesem Jahr auch ein Futterroggenbestand in Bassum-Bramstedt beprobt, der aktuell als Frischfutter angeboten wird. Die Ergebnisse der Futterwertanalysen durch die LUFA Nord-West vom 2. April 2019 sind in Tabelle 1 dargestellt. Die in Tabelle 1 dargestellten Untersuchungsdaten und Mittelwerte für das Welsche Weidelgras dienen dem Deutschen Wetterdienst Braunschweig für die Prognostizierung der Wachstumsentwicklung. Mit Hilfe dieses langjährig erprobten und angepassten Prognosemodells wird die Weiterentwicklung von Futterwert und Ertrag bis zum 14. April (15. KW) in Tabelle 2 fortgeschrieben.

Stand und Entwicklung bei Ackergras

Mit etwa 12 dt Trockenmasseertrag war das Welsche Weidelgras in Bad Laer (Weser-Leine Bergland) gerade mal in der Weidereife, was sicherlich auch der überjährigen Nutzung anzulasten ist. Trotz deutlich besserer Ertragslage um 20 bis 30 dt TM/ha zeigen die Bestände in den drei anderen Klimaregionen aber ebenfalls noch Entwicklungsbedarf. Die Rohfaseranteile betrugen in der ersten Aprilwoche 15,6 bis 17,2 % in Trockenmasse, was daher noch auf eine junge Entwicklung hinweist. Das bestätigt sich auch anhand der Rohproteingehalte, die sich noch auf hohem Niveau von über 20 % befinden. Die Prognose bis zum Sonntag 14. April macht einen verhaltenen Wachstumszuwachs deutlich, lässt aber noch keine Erntestimmung aufkommen. Deutlich sinkende Temperaturwerte, nachts bis hin zu leichtem Frost, lassen das Gräserwachstum in der 15. Kalenderwoche stagnieren.

Die Rohfasergehalte nehmen in dieser Woche gemäß der Prognose kaum bis gar nicht zu. An der Ertragslage wird sich in den nächsten Tagen nichts Wesentliches verändern, wohl aber darf mit weiterer Bestockung bzw. Triebbildung gerechnet werden.

Futterroggen kann gelingen

Der bereits am 1. April beprobte Futterroggen zeigte sich bei einer Aufwuchshöhe von 50 cm sehr gut entwickelt und mit 22,5% Rohfaseranteil bereits gut geeignet, um bei trocken-warmer Witterung einsiliert zu werden. Allerdings sind die Rohproteingehalte noch hoch und die Zuckeranteile eher gering. Da der zur Einsilierung notwendige Anwelkprozess höhere Schmutzanteile durch das Wenden und Zetten des sehr feuchten Bestandes provozieren würde, verfüttert der Betrieb das Erntegut deshalb frisch ab Feld direkt an die Milchkühe, die es sehr gut annehmen. Aufgrund der noch sehr jungen Bestände und weiterhin verhaltener Temperaturen besteht hier noch ein ausreichend großes Erntefenster für den Betrieb.


Kontakt:
Gerd Lange
Berater Grünland und Naturschutzprogramme
Telefon: 04271 945-224
Telefax: 04271 945-222
E-Mail:
Meike Backes
Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0511 3665-4453
Telefax: 0511 3665 4508
E-Mail:


Stand: 08.04.2019



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