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Grünlandschnitt in Sichtweite

Die Grünlandbestände hatten bereits bis Mitte April die allgemeine Weidereife bei Aufwuchshöhen 15 bis >20 cm und 11 bis 21 dt Trockenmasseertrag erreicht. Die weitere Entwicklung bis zum Beginn der Schnittreife für die Grassilage berichten wir wöchentlich.

 

Nach leichten Niederschlägen am letzten Aprilwochenende konnte sich sonnenreiche und warme Witterung durchsetzen, was die Reifeentwicklung beschleunigte.

Grünland - Ergebnisse vom 25. April

Mit Aufwuchshöhen von 20 bis 30 cm wurden in den vergleichsweise dichten Grünlandnarben der Probeflächen am 25. April Erträge in einer Spanne von 20 bis 30 dt TM/ha zwischen den Klimaregionen ermittelt. Mit 29,7 dt TM waren die Standorte im Bereich Küste deutlich ertragreicher als etwa im nördlichen Niedersachsen und in der Region Hannover-Braunschweig mit nur 20 dt TM/ha.

Die Reifeentwicklung, gemessen am Futterwert und den Siliereigenschaften ist im Grünlandbereich ebenfalls deutlich differenzierter als beim Feldgras. Die aktuellen Ergebnisse vom 24./25. April verdeutlichen, dass die Entwicklung schneller vorangeschritten ist, als in unserem Bericht der letzten Woche mit der Prognose zum 24. April Rohfasergehalte eingeschätzt.

Rohfasergehalte von 17,0% (nordöstlichen Niedersachsen) bis 18,9% XF i.T. (westliches Niedersachsen) lassen eine Grünlandernte bereits in der kommenden Woche bis 02./03. Mai noch nicht empfehlenswert erscheinen.

Die Rohproteingehalte lagen am 25. April mit 19,0 bis 23,6% XP i.T. noch in einem hohen bis sehr hohen und damit noch nicht idealen Bereich für die Verwertung in der Milchviehfütterung.

Ernteprognose für das Dauergrünland

Leichte Niederschläge und ein sonniger und warmer Monatswechsel bei >20°C begünstigten die Entwicklung der Grünlandbestände. Zum 2. Mai können nach dem Prognosemodell des DWD bereits Rohfasergehalte von 19,1% XF i.T. (Küstenregion) bis 21,2% XF i.T. (Westliches Niedersachsen) erreicht werden, wobei auch die erwartete Ertragssituation einen ersten Grünlandschnitt am ersten Wochenende im Mai erlaubt. Die weitere Entwicklung setzt sich besonders dort, wo nach der wüchsigen Witterung zum Monatswechsel die erhofften Niederschläge fallen, beschleunigt fort. Trotz erneut wechselhafter und kühler Witterung am ersten Wochenende im Mai, werden die Mähwerke wohl bereits in der ersten Maiwoche verstärkt zum Einsatz kommen.

In vielen Betrieben ist die Entwicklung bisher nicht zufriedenstellend, wie auf unseren Probeflächen. Die Ergebnisse und Prognosen gelten nur für sehr gut entwickelte Grünlandbestände mit hohem Weidelgrasanteil bei sehr guter Nährstoffversorgung. Grünlandbestände, die schon unter den trockenen Bedingungen des Frühsommers gelitten haben, können ertraglich noch nicht überzeugen. Grünland in Höhenlagen und sonstigen kalten wie spätfrostgefährdeten Regionen (Moore) kann ebenfalls deutlich von den hier veröffentlichten Ergebnissen und Prognosewerten abweichen.

Die Prognose ersetzt nicht den kritischen Blick für die eigenen Grünlandbestände.

Wir werden in der nächsten Woche erneut zum Entwicklungsstand berichten.

 


Kontakt:
Gerd Lange
Berater Grünland und Naturschutzprogramme
Telefon: 04271 945-224
Telefax: 04271 945-222
E-Mail:
Meike Backes
Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0511 3665-4453
Telefax: 0511 3665 4508
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Stand: 29.04.2019