Webcode: 01035133

Grünlandernte hat begonnen

Die günstigen Wetterbedingungen zum Monatswechsel April-Mai haben einige Betriebe für den ersten Grünlandschnitt genutzt. Auffallend war in der letzten Aprilwoche die häufig frühe Entwicklung des Gewöhnlichen Löwenzahn bis hin zur Samenreife (Pusteblume), was in der Regel auch das Erreichen der frühen Siloreife anzeigt.

 

Erste Grünlandschnitte

Bereits zum Monatswechsel haben einige Betriebe die günstigen Wetterbedingungen für den ersten Grünlandschnitt genutzt. In der letzten Aprilwoche hatte der Gewöhnliche Löwenzahn (Pusteblume) auf einigen Grünlandflächen gleichfalls die  Samenreife erreicht. Das ist in der Regel ein Indiz, dass die Siloreife bevorsteht.  

Grünland - Ergebnisse vom 30. April und 02. Mai

Die aktuellen Ergebnisse vom 30. April verdeutlichen, dass die Entwicklung im Vergleich zur berichteten Prognose für den 02. Mai hinsichtlich der Ertrags-und Qualitätsentwicklung eher überschätzt wurde. Die Masseentwicklung der Grasbestände fiel aufgrund der nunmehr kühlen Witterung insgesamt verhalten aus. Aktuell liegt auf unseren Beprobungsflächen die durchschnittliche  Aufwuchshöhe bei  31 cm und die Ertragshöhe bei 30,8 dt TM/ha. Seit Vegetationsbeginn Anfang März war damit ein täglicher Zuwachs von 55 kg TM/ha in 56 Tagen zu verzeichnen. Hierbei sind unsere beiden Beprobungsstandorte der Region Leine-Weser Bergland mit 38,9 dt TM (75 kg/d) bisher deutlich ertragreicher als diejenigen der anderen fünf Klimaregionen Niedersachsen. Doch, je nach Standort fallen die aktuellen Ertragsergebnisse der 16 Untersuchungsflächen sehr unterschiedlich aus mit Werten zwischen lediglich 23 dt TM/ha bis 43 dt TM/ha.

Anders verhält es sich bei unserer Beprobung mit den Inhaltsstoffen. Sie unterliegen nicht derartig großen Schwankungen und stellen damit den Entwicklungsstand  des Grünlandes in den Regionen präziser dar.

Als optimaler Schnittzeitpunkt gilt der Rohfaserbereich ab 21 % bis 23 %. Dieser Bereich wurde auf einigen Flächen aktuell schon erreicht. Vor dem Hintergrund hat die Grünlandernte sowohl im Weser-Leine Bergland als auch im Raum Grafschaft Bentheim und im Emsland schon begonnen. Für den größeren Anteil unserer Beprobungsflächen lag der Rohfasergehalte am 30. April aber noch unterhalb von 21 %. Im Allgemeinen rücken die ausgewiesenen Werte in die Nähe der frühen Siloreife.

Bislang sind auch noch die Rohproteingehalte auf hohem Niveau. Hier zeigt sich noch weiteres Potenzial zur Massebildung.

Es ist nun an der Zeit, die Entwicklung der eigenen Grünlandbestände sehr genau in Augenschein zu nehmen. Nach allgemeiner Empfehlung ist die Silierreife mit dem Ähren- bzw. Rispenschiebens der Hauptbestandesbildner gegeben.  Einige Grasarten wie der Rohrschwingel oder auch späte Sorten des Deutschen Weidelgrases kommen verzögert in die generative Phase. Hier kann ein Griff in den Bestand hilfreich für die Entscheidung des Schnitttermins sein: der strukturbildende Halmanteil sollte deutlich spürbar sein und einen wesentlichen Anteil (ca. 50%) der gesamten Frischmasse ausmachen.

Ernteprognose für das Dauergrünland

Die aktuell instabile Wetterlage bringt möglicherweise dringend erwartete Niederschläge, wenn sie auch für den aktuell bevorstehenden Grünlandschnitt zu einem eher ungünstigen Zeitpunkt kommt. Vorteilhaft ist, dass die Grasentwicklung durch eine Kaltfront bis zum zweiten Maiwochende (10./11. Mai)  nicht so rasant voranschreitet. Nach dem Prognosemodell des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Braunschweig werden bis zum Donnerstag (09. Mai)  Rohfasergehalte in einer Spanne von 21,3% XF i.TM. (Westliches Niedersachsen) bis 23,8% XF i.TM. (Weser-Leine Bergland) erreicht. Die Rohproteingehalte werden dann in einem optimalen Bereich unter 20 % XP i. TM liegen und weiterhin eine günstige Eiweißquelle mit hohem Verwertungspotenzial für die Milchviehfütterung darstellen. Mit 6,5 bis 6,7 MJ NEL/kg TM sind auch noch ausreichend hohe Energiegehalte  zu erwarten.

Die größten Unterschiede fallen beim Ertragsniveau auf. Die Ertragserwartung umfasst eine Spanne von etwa 30 dt TM/ha bis >45 dt TM/ha in den Regionen, was insbesondere Ausdruck der unterschiedlichen Niederschlagssituation aber auch der Standortgüte ist.

Wenn sich zeitweise günstige Witterungsbedingungen einstellen, sollten diese nun  für die Grasernte genutzt werden, um damit beste Futterqualitäten anzustreben.

Auch die weniger günstigen Grünlandstandorte werden im Verlauf der 19. bis etwa 20. Woche ertraglich und qualitativ die Schnittreife erlangen. Wir werden diese Prognose durch weitere Probeschnitte am 8./9.Mai überprüfen und in der kommenden Woche noch ein weiteres Mal berichten.        


Kontakt:
Gerd Lange
Berater Grünland und Naturschutzprogramme
Telefon: 04271 945-224
Telefax: 04271 945-222
E-Mail:
Meike Backes
Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0511 3665-4453
Telefax: 0511 3665 4508
E-Mail:


Stand: 06.05.2019



PDF: 31861 - 533.741210938 KB   GRP - Standortkarte 2019   - 534 KB  
PDF: 31927 - 231.3515625 KB   Grünlandprognose 09.05.2019   - 231 KB