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Grünlandernte verzögert sich

Die Erntesaison für das Grünland wurde in der ersten Maidekade durch eine Kaltfront mit leichten Nachtfrösten bei wechselhafter Witterung unterbrochen. Aufgrund der instabilen Wetterlage wurden nur vereinzelt Grünlandschnitte bei kurzzeitigem Hochdruckeinfluss einsiliert.

 

 Sogar die Ernte der Feldgrasbestände im ersten Aufwuchs konnte noch nicht überall abgeschlossen werden.

Grünland - Ergebnisse vom 08. Mai

Die Entwicklung der Gräser hat sich in der ersten Maidekade bei sehr kühler Witterung mit Nachtfrösten deutlich verzögert. Das aktuelle Wasserangebot in den Grünlandflächen hat neben der Witterung ebenfalls entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Grünlandbestände. Bei niedrigem Grundwasserstand und trockenem Oberboden ist die Ertragsentwicklung auf vielen Grünlandstandorten noch unbefriedigend, während grundwassernahe Standorte bisher ertraglich profitieren. Der Trockenmassezuwachs ist, gemessen an der Jahreszeit ungewöhnlich gering in den Regionen. In den Klimaregionen nordöstliches Niedersachsen und Hannover-Braunschweig wurde kaum Zuwachs in der Maiwoche vom 2. bis 8. Mai festgestellt. In den Klimaregionen Küste (+6,3 dt TM/ha) sowie westliches Niedersachsen (+4,1 dt TM/ha) und Weser-Leine Bergland (+5,9 dt TM/ha) sieht die Lage etwas besser aus.

Der Reifeprozess der Gräser hin zum Stadium Ährenschieben wurde in der ersten Maidekade durch den Temperaturabfall ebenfalls stark verzögert. Die Qualität der Aufwüchse ist daher noch sehr gut für eine energiebetonte Milchviehfütterung geeignet. Die Rohfasergehalte der Untergräser, allen voran das Deutsche Weidelgras, haben sich in der vergangenen Woche nicht weiterentwickelt. Es war daher in den meisten Fällen richtig, günstigere Erntebedingungen abzuwarten. Auch Mischbestände mit wesentlichen Anteilen Wiesenfuchsschwanz, Knaulgras oder Glatthafer werden nun zunehmend nutzungselastischer, weil blattreiches Untergras nachschiebt und die strukturreichen Obergrasbestände verjüngen.

Durch die fortschreitende Assimilation wurde in den Aufwüchsen ein erhöhter Zuckervorrat angereichert. Die ermittelten Gehalte an Gesamtzucker in unseren Grasproben waren am 8. Mai mit 18,9 bis 23,7 % XZ i.T. in den Klimaregionen sehr hoch. Nur eine Frischgrasprobe lag mit 14,3 % innerhalb der empfohlenen Spanne von 3% bis 15% XZ i.T. Hohe Restzuckergehalte nach Abschluß der Gärphase können Nacherwärmungen nach Öffnen der Silagemieten hervorrufen. Der rasche Umbau dieser hohen Zuckeranteile in Gerüstsubstanzen kann erst mit dem zu erwartenden Temperaturanstieg bei wüchsigem Wetter erfolgen. Dann dürfte es auch mit der Reifeentwicklung hin zu höheren Rohfasergehalten weiter gehen.

Deutlich abgenommen gegenüber der Vorwoche haben die Rohproteingehalte in den Probeaufwüchsen. Auch hierfür ist ursächlich die Anreicherung der Kohlenhydrate durch Assimilation (Zucker) verantwortlich. Mit 14,0 bis 18,9 % XP i.T. lagen die Werte am 8. Mai auf einem sehr guten Niveau und entsprachen damit voll den Empfehlungen der Landwirtschaftskammer (<19% XP i.T.).

Ernteprognose für das Dauergrünland

Mit milderen Temperaturen, auch in den Nächten, werden die Grünlandbestände in der 20. Kalenderwoche die Silierreife in allen Klimaregionen erreichen. Die aufgrund geringer Niederschlagswahrscheinlichkeit günstigen Bedingungen sollten genutzt werden. Die Rohfaserwerte sind nun auch in den Untergrasbeständen allgemein in einem optimalen Bereich um 21 bis 23 % XF i.T. angekommen. Wenn die Grassilagen auch noch wesentlich zur Eiweißversorgung der Milchkühe beitragen sollen, wird eine Einsilierung noch in dieser Woche empfohlen. Die Eiweißgehalte liegen bis 16. Mai meistens noch in einem günstigen Bereich (>14 - <19 % XP i.T.), nehmen aber täglich weiter deutlich ab.


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Stand: 14.05.2019