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Grünland – unterschiedliche Entwicklung

In diesem Jahr zeigt sich eine besondere Situation in den Grünlandflächen mit den sich spät entwickelnden Untergräsern sowie in den besonders kalten Moorregionen im nördlichen Niedersachsen, wo die Entwicklung bisher deutlich langsamer verläuft, als mit der Prognose bisher berichtet wurde.

 

Die Ernte der Grassilage des ersten Aufwuchses ist in einigen Regionen bereits weitgehend abgeschlossen. Die Reifeprüfung Grünland wurde mit dem Bericht der vergangenen Woche und einer Prognose des Deutschen Wetterdienstes entsprechend beendet. Es zeigt sich in diesem Jahr allerdings eine besondere Situation auf Grünlandflächen mit später schossenden Untergräsern sowie in den besonders kalten Moorregionen, wo die Entwicklung bisher insgesamt schleppend voranam. Hierbei dürfte es sich auch um Spätfolgen der Dürre des trockenen Jahres 2018 handeln. Durch Probeschnitte am 14. Mai in den Regionen westliches sowie nördliches Niedersachsen wurden derartige Grünlandflächen untersucht.

Grünland - Ergebnisse vom 14. Mai

Die Ergebnisse dieser Beprobungen zeigt Tabelle 1.

Auf den beprobten Mineralböden im westlichen Niedersachsen lag der Rohfasergehalt bei 20 % i.TM. Somit ist im Verlauf der dritten Maidekade mit der optimalen Schnittreife zu rechnen. Das Ertragsergebnis vom 14. Mai liegt mit 41 dt TM/ha Ertrag auf einem hohen Niveau. Zudem fallen die hohen Gesamtzuckergehalt von 17,8 -23,9% XZ i.TM auf, die für eine gute Siliereignung sprechen.

Deutlich geringer als auf den leichteren Mineralböden im westlichen Niedersachsen waren die Rohfaserwerte der Grünlandaufwüchse in den kalten Mooren der Region nördliches Niedersachsen. Hier wurden drei weidelgrasreiche Moorstandorte beprobt, deren Aufwüchse am 14. Mai einheitlich noch nicht silierreif waren (17,5 - 19,0 % XF i.TM). Die Grassilageernte dieser weidelgrasreichen Grünlandbestände in den kalten Moorregionen sollte nicht zu früh erfolgen. Hier ist mit einem weiteren Ertragszuwachs zu rechnen. Als Zielbereich für den optimalen Schnittzeitpunkt ist ein Rohfasergehalt von 21 bis 23 % anzustreben. Bei einer täglichen Zunahme der Rohfasergehalte um 0,25% XF i.TM ist hier ab Ende der dritten Maidekade gleichfalls noch ein qualitätsbetonter Schnitttermin für die Milchviehfütterung möglich.

Für die von Obergras dominierten Bestände (Wiesenfuchsschwanz, Knaulgras, Lieschgras) war diese Siloreife bereits in der 20 Kalenderwoche erreicht.

Wir beenden unsere Berichterstattung zum Stand der Grünlandaufwüchse zum ersten Schnitt 2019.


Kontakt:
Gerd Lange
Berater Grünland und Naturschutzprogramme
Telefon: 04271 945-224
Telefax: 04271 945-222
E-Mail:
Meike Backes
Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0511 3665-4453
Telefax: 0511 3665 4508
E-Mail:


Stand: 20.05.2019



PDF: 32011 - 92.7783203125 KB   Tabelle GRP 16-05-2019   - 93 KB