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6. Grundfutter- und Futterkonservierungstag

 

„Stellschrauben zur Futterproduktion - Klimawandel im Blick“ war das grundlegende Motte des 6.  Grundfutter- und Futterkonservierungstages, der am 12. Dezember in Neustadt-Schneeren durchgeführt wurde.

 

In der Moderation hob Frau Backes hervor, wie nah und aktuell das Thema ist. Während die Ertragsausfälle auf dem Grünland und dem Acker in 2018 noch zu einem Teil durch Futterreserven des Vorjahres abgepuffert wurden, kommt es nun nach dem erneuten Trockenheitsjahr zu erheblichen Grundfuttermangel. Der Ausblick auf 2020 bleibt ungewiss. Derzeit ist unklar, ob die Mäusepopulation auf dem Grünland durch den Winter dezimiert werden kann. Davon wird es abhängen, ob und wie die erheblichen Schäden zu beheben sind.

 

In den Vorträgen machte Dr. Christine Kalzendorf (LWK Niedersachsen) deutlich, dass unter Trockenstress in erster Linie von tief wurzelnde Arten noch ein gewisses Ertragsvermögen erwartet werden kann. In dem Zusammenhang sind von den Grasarten das Knaulgras und der Rohrschwingel als trockenheitstolerant zu benennen. Beide Gräser bedürfen aber eines frühen Schnittes, wenn die Futterqualität noch akzeptabel für leistungsfähige Milchviehbestände sein soll. Ertrag und Futterqualität vereinen die Leguminosen besser. Es gilt, diese auf dem Grünland und dem mehrjährigen Ackerfutterbau gezielt einzusetzen.

Die Winterfeuchte für die Futterproduktion zu nutzen, kann mit Zwischenfrüchten (u.a. auch in Form von Untersaaten) gelingen. Getreideganzpflanzen stellen des Weiteren eine Möglichkeit zur Futterproduktion dar. Bei Pflanzenbau und Siliertechnik ist das Augenmerk zur Verlustminimierung umso wichtiger, insbesondere, wenn bei Trockenheitsperioden nur geringe Erntemengen heranwachsen.

 

Wie der Körnermais einen Beitrag zur Futterproduktion leistet, erläuterte Carsten Rieckmann (LWK Niedersachsen) in seinem Vortrag. Körnermais punktet durch seine Ertragsleistung, den unproblematischen Anbau sowie der Möglichkeit, organische Dünger effizient zu verwerten. Der züchterische Fortschritt wird anhand der aktuellen Versuchsergebnisse deutlich. Für Fütterungszwecke kann Körnermais als Feuchtmais auf verschiedene Art und Weise als Konserve gelagert und auf die kostenintensive Trocknung verzichtet werden.

Mit Blick auf die Düngeverordnung und der geforderten N-Reduzierung sind die Ertragsminderungen bei Mais oftmals weniger gravierend im Vergleich zu anderen Ackerkulturen, da die Nährstoffe aus der Bodenmineralisation im Allgemeinen sehr gut genutzt werden.

 

Einen Überblick über die neuen Gesetzesregeln zur bedarfsgerechten Nährstoffversorgung gab Lüder Cordes (LWK Niedersachsen) als dritter Referent in dem Reigen der Vorträge am Vormittag. Auf die Landwirtschaft kommen mit den Neuerungen zur Düngeverordnung erhebliche Maßnahmen zu. Besonders in den roten Gebieten wird es zu deutlich spürbaren Einschränkungen kommen. Nur mit entsprechenden Anpassungsstrategien lassen sich die möglichen negativen Auswirkungen begrenzen; Ertragseinbußen lassen sich jedoch im Allgemeinen nicht verhindern, nur abmildern. Einige von den Anpassungsmaßnahmen (Lagerraum, Ausbringtechnik …) werden mit erneuten Kosten verbunden sein; sie verbessern aber die Nährstoffeffizienz. Die Umsetzung der Düngegesetzgebung wird für die Landwirte zu einer anspruchsvollen Herausforderung.

 

Im Betrieb Sven Klingemann wurde am Nachmittag noch einmal Bezug zu den Vortragsthemen genommen und Wesentliches zur Silierung sowie zu Anpassungsstrategien beim Maisanbau inklusiv der Sortenauswahl genommen.

Von großem Interesse war das vollautomatische Fütterungssystem, welches im 270-Kuhbetrieb von Familie Klingemann seit Dezember 2018 im Einsatz ist. Sven Klingemann berichtete über seine Erfahrungen, die Handhabungsweise und zu Beobachtungen bei der Fütterung. Nach weiterer Optimierung des Fütterungsautomaten im ersten Nutzungszeitraum ist die Investition für den Betriebsleiter auch aus Gründen der Zeitersparnis gut angelegt.    

 

 

Weitere Details entnehmen Sie den Anlagen.

 

 

 


Kontakt:
Dr. Christine Kalzendorf
Beraterin Grünland, mehrj. Ackerfutterbau und Futterkonservierung
Telefon: 0441 801-428
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:
Meike Backes
Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0511 3665-4453
Telefax: 0511 3665-4508
E-Mail:


Stand: 16.12.2019