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Ackergräser leiden unter Kälte und Trockenheit

Vor dem Hintergrund eines nachfolgend geplanten Silomaisanbaus ist eine vorzeitige Ernte von Ackergrasbeständen in den nächsten Tagen und Wochen bei stabil sonniger Wetterlage und leichtem Ostwind (Kalenderwoche 17) zu erwarten. Die Ackergras-Reifeprüfung kann genutzt werden, um die Schnittreife und die Bedingungen für die Konservierung der Bestände besser einzuschätzen und ggf. noch abzuwarten.

Futterbaubetriebe in Niedersachsen warten dringend auf Niederschläge, die aber vorerst nicht in Sicht sind. Ackergras benötigt besonders viel Wasser in kurzer Zeit. Jetzt trocknen Sonne und Wind die Böden zusätzlich aus. Vor dem Hintergrund eines nachfolgend geplanten Silomaisanbaus ist daher eine vorzeitige Ernte in den nächsten Tagen und Wochen bei stabil sonniger Wetterlage und leichtem Ostwind (Kalenderwoche 17) zu erwarten. Die Ackergras-Reifeprüfung kann genutzt werden, um die Schnittreife und die Bedingungen für die Konservierung der Bestände besser einzuschätzen.

Die Rohfaserwerte waren im Mittel der Region Westliches Niedersachsen mit 17,9 % XF i.TM noch sehr gering für eine wiederkäuergerechte Rationsgestaltung. Die mittleren Rohproteingehalte lagen mit 17,6 % dagegen in einem sehr günstigen Bereich. Die hohen bis sehr hohen Zuckergehalte (Mittelwert 23,7 %XZ i.TM) begünstigen zusätzlich eine rasche Konservierung durch Milchsäurebakterien! 
Der Einzelstandort im Landkreis Diepholz war mit 16,4% Rohfaseranteil bei gleichzeitig geringem Eiweißgehalt (13,6 % XR i.TM) und sehr hohem Zuckergehalt (29 % XZ i.TM) noch weit von der Schnittreife entfernt.  
Für die beprobten Standorte im Emsland und bei Oldenburg kann eine frühzeitige Ernte dagegen in Betracht kommen. 
In den Klimaregionen Hannover-Braunschweig und Weser-Leine-Bergland wurden geringe Ertragszuwächse verzeichnet, so dass dort bisher lediglich 21,7 bzw. 22,7 dt TM/ha ermittelt wurden. Die Rohfasergehalte des im zweiten Nutzungsjahr stehenden Ackergras im Weser-Leine-Bergland konnten seit dem 7. April deutlich um 2,5% XF i.TM zulegen. Der bereits 2018 ausgedrillte Bestand erreichte trotz geringer Aufwuchshöhe (25 cm) bereits am 15. April mit 17,9 % XF i.TM ein deutlich höheres Niveau als der im Herbst 2019 etablierte Bestand in der Region Hannover (14,3 % XF i.TM) bei 31 cm Aufwuchshöhe. Die etwas festeren Stoppeln und Halme könnten die höheren Rohfaserwerte bei dem mehrjährigen Ackergrasbestand  begünstigen. 
Das Grünland in der Klimaregion Küste (Aurich) konnte ertraglich deutlich um 10,3 dt TM/ha zugewinnen und erreicht bei 29 cm Aufwuchshöhe gegenüber der Vorwoche schon einen ansehnlichen Bestand mit 21,2 dt TM/ha. Auch die Rohfasergehalte fallen mit 17,1 % i.TM deutlich günstiger aus als in der Vorwoche prognostiziert. Für die weitere Ertragsbildung bis zum vorgeschlagenen Erntebeginn bei 21-23% Rohfaser verbleibt aber noch etwas Zeit.

Weitere Entwicklung 
Die mittleren Tagestemperaturen werden sich bei nur 9 bis 12 Grad einpendeln, während Tageshöchstwerte je nach Region von 15 bis 20°C erreicht werden. 
Nachts wird es weiterhin kalt bei 1 bis 6 Grad,je nach Region und Lage. Für das weitere Wachstum sind auch die Wasservorräte der Einzelstandorte von entscheidender Bedeutung. Die Prognosetabelle zeigt auf Grundlage der aktuellen Daten vom 15. April die vom Deutschen Wetterdienst in Braunschweig prognostizierte Entwicklung der Ackergrasbestände bis 23. April. 
 


Kontakt:
Gerd Lange
Berater Grünland und Naturschutzprogramme
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Meike Backes
Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau
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Stand: 17.04.2020