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EIP Agri Projekt Klimaweizen

Bei Weizen, der für die Herstellung von Backwaren verwendet werden soll, kommt es auf eine hohe Backqualität an. Der Eiweißgehalt des Weizenkorns gilt als maßgeblicher Einflussfaktor für die Qualität eines Weizenmehles, weshalb der Landwirt üblicherweise danach bezahlt wird.

Der Proteingehalt im Weizenkorn wird durch Höhe und Zeitpunkt der Stickstoffdüngung in starkem Maße beeinflusst, was zu einer im Vergleich zu anderen Kulturen hohen N-Düngeintensität im Backweizenanbau führt. So ist in der Praxis eine sogenannte Qualitätsspätdüngung üblich, um den vom Handel gewünschten Proteingehalt zu erreichen. Allerdings kann die Verwertung dieses Düngerstickstoffs durch den Weizen z.B. durch Trockenheit eingeschränkt sein. Als Folge verbleiben ungenutzte Stickstoffreste im Boden, die eine potentielle Belastung für die Umwelt darstellen. Zudem ist die Herstellung von Stickstoffdüngern sehr energieaufwändig und verursacht somit hohe Treibhausgas Emissionen, die die Klimabilanz des Bachweizenanbaus beeinträchtigen.

Durch Züchtungsfortschritt sind neue Weizensorten entstanden, die versprechen, bei einem relativ geringen Proteingehalt auch ein hohes Backvolumen erreichen. Damit ließe sich potentiell auch unter Verzicht auf eine Qualitätsspätdüngung qualitativ hochwertiger Backweizen erzeugen.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen untersucht zusammen mit der Hedwigsburger Okermühle, und dem Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e.V. (NAN) die Möglichkeiten, wie durch Mischung verschiedener Sorten auch bei geringeren Proteingehalten hochwertige Mehle mit guter Backqualität erzeugt werden können. Somit kann der Stickstoffeinsatz reduziert und die möglichen negativen Auswirkungen auf die Umwelt vermindert werden.

In diesem Projekt werden dabei die Möglichkeiten zur Minderung der Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowohl in Exaktversuchen als auch im Praxismaßstab überprüft.

Vom Anbau spezieller Weizensorten, der Analyse der Nachhaltigkeit der Produktion über die Vermahlung von Sortenmischungen bis zum fertigen Endprodukt in der Bäckerei werden alle Schritte betrachtet. Neben der mineralischen Düngung wird aber auch die organische Düngung hinsichtlich Effizienz, Ausbringtechniken und Arzneimittelrückständen überprüft.

Finanziert wird das Projekt durch Mittel der Europäischen Innovationspartnerschaft "Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit" (EIP-Agri), die sich speziell für die bessere Vernetzung von Wissenschaft und Praxis einsetzt, um Landwirtschaft ressourcenschonender, produktiver und nachhaltiger zu gestalten.

 


Kontakt:
Kai-Hendrik Howind
Pflanzenbau, Düngung, Düngebedarfsermittlung
Telefon: 0511 4005-2270
Telefax: 0511 3665-4508
E-Mail:
Rainer Mennen
Project Management Office (PMO)
Telefon: 0441 801-144
Telefax: 0441 801-315
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Stand: 13.03.2019