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Landessortenversuche 2019: Winterraps

In den Landessortenversuchen wurden zur Ernte 2019 insgesamt 22 Sorten getestet. Neben den 15 zwei- und mehrjährig geprüften Sorten wurden auch sieben Neuzulassungen bzw. EU-Aufsteiger aufgenommen. Darunter wurden mit Aristoteles und SY Alix zwei neue kohlhernieresistente Sorten getestet, die die bekannte und eher ertragsschwächere Sorte Menhir ersetzen.

 

Der Rückgang der Anbaufläche von Winterraps hat sich leider auch 2019 fortgesetzt. Nach Schätzungen des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik (LSN) beträgt die Rapsfläche zur Ernte 2019 ca. 75.500 ha, was einem Rückgang von etwa 28.800 ha (ca. 27,6 %) gegenüber 2018 entspricht, der damit noch stärker ausfiel als 2017. Gründe hierfür waren die große Trockenheit des vergangenen Jahres, die vielfach beobachtete Knospenwelke einhergehend mit regional hohem Schädlingsdruck zu einem ungewöhnlich frühen Termin und die damit noch weiter zurückgegangenen Durchschnittserträge. Hinzu kamen die eher schlechten Marktaussichten für das Erntejahr 2019. Viele Landwirte haderten, ob sie unter den herrschenden Bedingungen überhaupt Raps anbauen sollen; die Anbauzahlen 2019 spiegeln dies wider. Lediglich das Bewusstsein mit dem Raps ein wichtiges Fruchtfolgeglied zu verlieren und der Mangel an geeigneten Anbaualternativen ließ viele Rapsanbauer noch weiter daran festhalten, jedoch mit oftmals vermindertem Anbauumfang. Die ersten Ernteprognosen deuten auf ein Ertragsniveau wie in den Jahren 2015 und 2016 von ca. 36 dt/ha hin mit gleichzeitig wieder festeren Preisaussichten. Diese Aspekte könnten einen weiteren Anbaurückgang für die kommende Aussaat hoffentlich mindern.

 

Wachstumsverlauf

Nach dem verregneten Jahr 2017 mit den durch Nässe erschwerten Bodenbearbeitungs- und Aussaatbedingungen haben sich die Verhältnisse im Herbst 2018 ins Gegenteil verkehrt. Die Trockenheit des Frühjahrs und Sommers hielt an, die Bodenbearbeitung musste sehr wasserschonend durchgeführt werden. Eine tiefe Bodenbearbeitung war andererseits wegen trockenheitsbedingt schlecht abgebauter Sulfonylharnstoff-Herbizide aus dem Getreideanbau oftmals erforderlich. Der Aussaattermin für den Raps wurde häufig in der Hoffnung auf einsetzenden Regen so weit wie möglich nach hinten geschoben, ggf. mit erhöhter Aussaatstärke.

Der Raps lief, je nach den örtlichen Feuchtigkeitsbedingungen, unterschiedlich und teilweise sehr spät auf, in einigen Regionen wurden Flächen vereinzelt auch im Herbst bereits wieder umgebrochen. Nach den Erfahrungen aus dem Rapsanbau 2017/18 musste die Kontrolle der Bestände auf Krankheiten und Schädlingsbefall sorgfältig erfolgen, um ggf. Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen. Hier zeigten sich hinsichtlich Schädlingsbefall regional sehr große Unterschiede. Während in den westlichen Regionen die Insektizidmaßnahmen sehr verhalten durchgeführt werden konnten, waren in den südhannoverschen Ackerbauregionen bereits im Herbst mehrfache Behandlungen notwendig.

Dank des milden Winters konnten die Rapspflanzen relativ lange wachsen. Dennoch waren im Frühjahr vielfach schwache bis durchschnittlich entwickelte Beständen vorhanden. Frost im Januar führte regional zu Blattverlusten bei weit entwickelten Rapspflanzen. Der frühe Vegetationsbeginn 2019 ließ die schwachen Bestände aufholen, dennoch blieben weiterhin unterschiedlich gut entwickelte Flächen erhalten. Der Zuflug von Schädlingen im Frühjahr setzte ebenfalls früh ein, auch hier war eine intensive Kontrolle der Bestände angeraten.

Die Rapsblüte setzte 2019 regional bereits Anfang April ein, eine kühle Phase im April, zum Teil mit Nachtfrost, führte vereinzelt zu Schäden an den Blütenständen. In Abhängigkeit von der Wasserverfügbarkeit des Standortes machten sich auch in diesem Jahr Trockenschäden bemerkbar.

Landessortenversuche Raps

Die Ertragsunterschiede In den Landessortenversuchen 2019 waren zwischen den Anbauregionen weniger ausgeprägt als im Vorjahr. Innerhalb der Lehmstandorte wurden auf den westlichen Standorten, auf denen nur ein geringer Schädlingsdruck herrschte, deutlich bessere Erträge erzielt als in der Börderegion. Das wird auch durch die guten Erträge der westlichen Sandstandorte untermauert.

In den Landessortenversuchen wurden zur Ernte 2019 insgesamt 22 Sorten getestet. Neben den 15 zwei- und mehrjährig geprüften Sorten wurden auch sieben Neuzulassungen bzw. EU-Aufsteiger aufgenommen. Darunter wurden mit Aristoteles und SY Alix zwei neue kohlhernieresistente Sorten getestet, die die bekannte und eher ertragsschwächere Sorte Menhir ersetzen.

Darüber hinaus wurden mit Algarve, Ludger und Advocat weitere ertragsbetonte Sorten mit der Resistenz gegenüber dem Wasserrübenvergilbungsvirus (TuY) neben der EU-Sorte Cristiano KWS und Fossil aufgenommen. Die TuY-Resistenz spielte in diesem Jahr eine eher untergeordnete Rolle.

 Mehrjährige Verrechnung der Ergebnisse

Der mehrjährige Durchschnittsertrag wird aus den Ergebnissen der Jahre 2016 bis 2019 errechnet, um auf diese Weise für die Sorten belastbarere Ergebnisse zu ermitteln. Für die ein- bis zweijährig geprüften Sorten fließen auch die Ergebnisse der Vorprüfungen, wie WP- oder EU-Versuche, mit ein. Die dargestellten Ergebnisse werden auf Basis der diesjährigen Verrechnungssorten als Relativwerte dargestellt. Auf diese Weise ist ein Ergebnisvergleich unterschiedlich lang geprüfter Sorten gegeben. Durch die Vielzahl neuerer und ertragsstarker Sorten in 2019 werden bei den älteren Sorten hohe Werte aus den Vorjahren relativiert. Insgesamt ist dadurch aber ein gerechterer Vergleich der Sortenergebnisse möglich.

Marktleistung vorrangig berücksichtigen

Die Marktleistung ist für den Landwirt bei der Sortenwahl letztlich das wichtigste Kriterium. Die hier dargestellte relative Marktleistung setzt sich aus den Erträgen und den Ölgehalten inklusive Preisaufschlägen von 1,5 Prozent je Prozent Ölgehalt bei 9 Prozent Feuchte und 2 Prozent Besatz zusammen. Obwohl nur Hybridsorten in den Prüfungen getestet wurden, sind die um 50 € höheren Saatgutkosten je Hektar berücksichtigt worden.

Für die Sortenbeurteilung sind sowohl die Kornertragsleistungen als auch die Ölgehalte dargestellt, wobei für die Sortenkommentierung in erster Linie auf die Marktleistung Bezug genommen wird.

Die Preiszuschläge für hohe Ölgehalte sind wirtschaftlich von Bedeutung und können damit die Marktleistung dieser Sorten verbessern. Mit 41,5 % Ölgehalt liegen die Sorten auf einem unterdurchschnittlichen Niveau und 1,2 Prozentpunkte unter den Werten aus 2018. Dank der während der Ernte sich fester zeigenden Preise wurden Marktpreise von durchschnittlich 40,70 € je dt incl. 10,7 % MwSt. zu Grunde gelegt, die gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen sind.

In der Anbauregion Sandböden konnte sich die Marktleistung dank der beiden ertragsstarken westlichen Standorte insgesamt gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessern. Auf den Lehmstandorten wurde das Marktleistungsniveau der Vorjahre nicht gehalten, weil die Ergebnisse einzelner Standorte, auch des niedersächsischen Bördestandortes, schwächer ausfielen. Erfreulich waren die Leistungen insbesondere des südhannoverschen Höhenstandortes Mollenfelde, wodurch in dieser Anbauregion u. a. gute Marktleistungen erreicht wurden.

Qualität und Eigenschaften der Sorten

Durch hohe Ölgehalte zeichnen sich generell die mehrjährig geprüften Sorten Bender und Avatar sowie die zweijährigen Sorten INV 1055 und PT 256 aus. Ludger, Algarve und Advocat lieferten von den neuen Sorten überdurchschnittliche Ölgehalte, ohne jedoch das Niveau der vorgenannten Sorten zu erreichen. Neben den ertrags- und qualitätsbestimmenden Merkmalen sollten für die Sortenbeurteilung in jedem Falle auch die übrigen Eigenschaften der Sorten beachtet werden, wie sie in der Tabelle Eigenschaften dargestellt sind. Hier sind Parameter wie Abreifeverhalten, Standfestigkeit sowie Auswinterung und Toleranz gegenüber Krankheiten zu nennen. Frühe Erntetermine lassen sich am ehesten mit Sorten wie Avatar, aber auch mit Arazzo und Alvaro KWS realisieren. Hinweise zur Festigkeit gegenüber Auswinterung können von den neuen Sorten nicht oder nur eingeschränkt gegeben werden, da in den letzten Jahren keine gravierenden Probleme auftauchten. Von den mehrjährig geprüften Sorten sind die Einstufungen beibehalten worden.

Die Reifeverzögerung beim Stroh muss vornehmlich bei Bender, PT 256, INV 1055 und Advocat beachtet werden.

Leistungen in den Anbauregionen

Für die Marsch liegen 2019 leider noch keine aktuellen Versuchsergebnisse vor, sodass hier noch auf die letztjährigen Ergebnisse verwiesen werden muss. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden sie im Internet entsprechend veröffentlicht.

Für diese Region werden derzeit (Stand 5. Aug. 2019) auf Basis der 2018er Daten folgende Sorten empfohlen: Bender, Penn, Avatar (Frühreife), Arazzo, DK Exception und Trezzor.

Auf den Sandböden erzielten 2019 von den wenigstens dreijährig geprüften Sorten Trezzor und Attletick die höchsten Marktleistungen, gefolgt von DK Expansion, Puzzle, und Bender. Ludger, Algarve und Advocat lieferten von den einjährigen Sorten die besten Ergebnisse. Mehrjährig überzeugte vor allem Trezzor mit überdurchschnittlichen Ergebnissen. Mit zwei sehr guten Jahren empfiehlt sich auch DK Expansion. Darüberhinaus sind Hattrick, Bender, Alvaro KWS, Puzzle und Architect sowie eingeschränkt DK Exception zu nennen.

Auf den Lehmböden Nordwest erreichten DK Expansion, Muzzical und Puzzle, gefolgt von DK Exception und Trezzor die höchsten Marktleistungen der zwei- und mehrjährigen Prüfsorten. Bei den einjährig geprüften Sorten überzeugten neben Ludger auch Cristiano KWS und Algarve. Für den Anbau empfohlen werden aufgrund der guten Marktleistungen vor allem Puzzle, Architect, Trezzor, Hattrick, DK Expansion, DK Exception sowie eingeschränkt Bender und Attletick. Für den Probeanbau käme Algarve in Frage. Cristiano KWS zeigte gewisse Schwächen in der Standfestigkeit und Fossil konnte ertraglich zumindest 2019 noch nicht überzeugen, obwohl die mehrjährigen Ergebnisse der Sorte eine hohes Ertragspotenzial bescheinigen.

In den Höhenlagen erreichten die mehrjährig geprüften Sorten DK Exception und Trezzor die höchsten Erträge bzw. Marktleistungen. Aber auch Attletick, DK Expansion und Puzzle konnte überzeugen. Auf Basis der mehrjährigen Ergebnisse sind von allem DK Exception, DK Expansion, Trezzor, Hattrick, Architect und Puzzle zu empfehlen. Langjährig gehören aber auch Bender, Attletick und Arazzo mit dazu.

Ergebnisse der Sorten

Die ertragsstärkste Sorte war in den diesjährigen Landessortenversuchen die Sorte Ludger. Sie hätte in jedem Fall eine Anbauempfehlung für den Probeanbau verdient. Leider steht für die Praxis jedoch kein Saatgut für die Aussaat 2019 zur Verfügung. Es kann lediglich auf Versuchssaatgut zurückgegriffen werden, um die Sorte für die kommende Leistungsprüfung zu testen.

Die für die Praxis empfohlenen Sorten im Einzelnen:

Die etablierte Sorte Trezzor erreichte in allen drei Anbaugebieten überdurchschnittliche Erträge und konnte bei mittleren Ölgehalten eine sehr gute Marktleistung erzielen. Bei mittlerer Abreife, geringer Reifeverzögerung im Stroh und guter Standfestigkeit zeigt sie auch gegenüber Krankheiten keine Schwächen. Sie wird daher insgesamt für den Anbau empfohlen.

Hattrick lieferte 2019 insgesamt etwas schwächere Erträge ab, ist im mehrjährigen Vergleich aber als ertragsbetonte und standfeste Sorte anzusprechen. Dank guter Ölgehalte erreichte sie hohe Marktleistungen in den drei Anbauregionen.

DK Exception überzeugte mit Ausnahme der diesjährigen Sandstandorte durch sehr gute Ertragsleistungen bei eher durchschnittlichen Ölgehalten. Bei insgesamt harmonischer Abreife ist sie zudem standfest und gegenüber Phomabefall unempfindlich.

Bender überzeugte in erster Linie durch die regelmäßig sehr hohen Ölgehalte. Ertraglich zeigte sich die Sorte knapp durchschnittlich. Sie lieferte dank der Ölgehalte allerdings bessere Marktleistungen. Mit Ausnahme der Lehmstandorte erhält sie weiterhin eine uneingeschränkte Anbauempfehlung, zumal sie standfest ist und die beste Bewertung gegenüber Phomabefall aufweist.

Attletick konnte 2019 ertraglich überzeugen. Mehrjährig betrachtet ist sie für die Höhenlagen uneingeschränkt, auf den Lehmstandorten eingeschränkt empfohlen. Auf den Sandstandorten werden aufgrund sehr schwacher Leistungen aus 2016 nur unterdurchschnittliche Erträge ausgewiesen. In den LSV´s erreichte sie durchschnittliche Ölgehalte bei guter Standfestigkeit.

Arazzo wird für die Höhenlagen aufgrund der guten Erträge bei mittleren Ölgehalten und guter Standfestigkeit empfohlen. Zu beachten ist, ebenso wie bei Attletick, die Schwäche gegenüber Phomabefall. 

Alvaro KWS wird auf den Sandstandorten empfohlen. Sie lieferte dort mehrjährig ihre besten Leistungen bei allerdings durchschnittlichen Ölgehalten und nur mittlerer Standfestigkeit. Gegenüber Phoma- und Sclerotiniabefall erweist sie sich robust.

DK Expansion überzeugte zweijährig in allen Anbauregionen durch konstant hohe Leistungen mit gleichzeitig hohen Ölgehalten und guter Standfestigkeit und ist daher uneingeschränkt empfohlen.

Puzzle konnte ebenfalls in den Anbauregionen ertraglich überzeugen obwohl die Ölgehalte etwas schwächer waren. Bei gleichmäßiger Abreife und guter Standfestigkeit zeigt sie keine Schwächen gegenüber Krankheiten

Die TuY resistente und standfeste Sorte Architect konnte das sehr gute Vorjahresergebnis nicht ganz wiederholen, weist mehrjährig dennoch hohe Leistungen bei mittleren bis hohen Ölgehalten auf.

Muzzical wird auf den Lehmstandorten dank guter Marktleistungen und mittleren Ölgehalten empfohlen und ist gegenüber Lager und Sclerotiniabefal unempfindlich.

Für den Probeanbau geeignet:

Da von der Sorte Ludger für die kommende Saison kein Saatgut zur Verfügung steht, wird in erster Linie die Sorte Algarve für den Probeanbau in allen Anbauregionen empfohlen. Sie erzielte bei hohen Ölgehalten insgesamt überdurchschnittliche Marktleistungen. Bei mittlerer Reife ist sie standfest und gegenüber Krankheitsbefall sind keine Auffälligkeiten bekannt. Advocat konnte auf den Sandstandorten durch hohe Erträge bei insgesamt guten Ölgehalten überzeugen. Als standfeste Sorte ist jedoch die deutliche Reifeverzögerung im Stroh bei der Beerntung zu beachten. 

Kohlhernie-Resistenz

Die Rapskrankheit Kohlhernie, die in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern regional bereits ein größeres Ausmaß eingenommen hat, ist in Niedersachsen nur verhalten aufgetreten. Die Symptome des Erregers sind vorwiegend auf Flächen zu finden, auf denen in der Vergangenheit ein zunehmender Anbau von Winterraps stattgefunden hat. Die Auswirkungen eines Befalls reichen von Welkeerscheinungen über verminderten Wuchs bis hin zu Totalausfällen. Das tatsächliche Schadausmaß auf betroffenen Flächen ist jahres- und witterungsabhängig letztlich schwer vorherzusagen.

Die Erreger können im Boden sehr lange überdauern und sind nur schwer zu bekämpfen. Da die Erreger über den Transport kontaminierter Erde leicht verbreitet werden können, sind das Reinigen der Bodenbearbeitungs- und Sägeräte nicht zu unterschätzende Vorbeugemaßnahmen, um ein Verschleppen in andere Schläge zu verhindern.

Neben einigen pflanzenbaulichen Maßnahmen bietet auch der Anbau resistenter Sorten eine Chance. Entsprechende Sorten vermeiden einen Befall der Rapspflanzen und reduzieren die Anzahl von Sporen im Boden. Auf bekannten Kohlhernie-Flächen sollte die Beseitigung von Ausfallraps so schnell wie möglich erfolgen, um dem Erreger keine Möglichkeit zu geben, Sporen auszubilden.

Resistente Sorten sollten daher ausdrücklich nur auf Verdachtsflächen angebaut werden, um einem möglichen Überwinden der Resistenz durch den Erreger so lange wie möglich vorzubeugen! Sorten, wie Mentor und Menhir wurden jahrelang in den LSV´s mitgeprüft. Ertragliche Fortschritte scheinen neuere Sorten zu bringen. Aus diesem Grunde wurden mit Aristoteles und SY Alix zwei neue Sorten im LSV getestet, wobei vor allem SY Alix 2019 überraschend gute Erträge zeigte. Unter Einbeziehung der Wertprüfungsergebnisse in der Anbauregion Lehmstandorte relativieren sich jedoch diese Leistungen. Daher erscheinen die Ergebnisse der mehrjährigen Auswertung zutreffender für das Leistungsvermögen dieser Sorte zu sein. Aristoteles ersetzt die letztjährig geprüfte Sorte Archimedes aus gleichem Züchterhaus, von der sich verbesserte Ertragsleistungen erhofft werden. Künftig könnten weitere und ertragsstärkere Sorten folgen, die derzeit aber im ersten bzw. zweiten Jahr der speziellen Leistungsprüfung Kolhherniesorten in Schleswig-Holstein getestet werden.

Unter Befallsbedingungen der Standorte können diese Sorten einen Rapsanbau weiterhin ermöglichen, wie Beispiele vor allem aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zeigen.

Zusammenfassung

Die Ergebnisse des Jahres 2019 zeigen noch keine eindeutige Wendung zum Besseren im Rapsanbau. Allerdings scheinen die Leistungen sich etwas konsolidiert zu haben. Die vergangenen zwei Jahre belegen, dass nach dem Wegfall der Neonicotinoide als Beize die Bestandkontrolle zur Überprüfung eines Schädlingsbefalls bereits in frühen Stadien sehr wichtig für eine gute Knospen- und damit Schotenausbildung ist.

Die Sortenergebnisse zeigen, dass von den etablierten Sorten sich einzelne durch ihre Konstanz nach wie vor für den Anbau empfehlen. Gleichzeitig sind unter den neueren bzw. erstmalig im LSV stehenden Sorten interessante Kandidaten, die ihre guten Ergebnisse im kommenden Jahr hoffentlich wiederholen werden. In diesem Frühjahr wurde nur ein Teil der vom Bundessortenamt mit Bestnoten im Ertrag zugelassenen Sorten im LSV geprüft, wovon die ertragsstärkste Sorte derzeit leider nicht für die Praxis zur Verfügung steht. Hier werden für die kommende Saison sicherlich weitere ertragsstarke Sorten in die Prüfung aufgenommen werden.

 


Kontakt:
Carsten Rieckmann
Pflanzenbau; Leiter Sachgebiet Mähdruschfrüchte, Nutzungssysteme u. Qualitätserzeugung
Telefon: 0511 3665-4357
Telefax: 0511 3665-4508
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Gesche Rieckmann
Pflanzenbau
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Stand: 16.08.2019