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Mit organischen Düngern hohe Erträge einfahren!

Organische Nährstoffträger können eine sehr interessante Möglichkeit darstellen den Nährstoffbedarf der Pflanzen zu decken. Auf der anderen Seite müssen negative Auswirkungen auf den Ertrag als auch auf die Umwelt ausgeschlossen bzw. auf ein Minimum begrenzt werden.

 

Werden Raps und Getreide mit Wirtschaftsdüngern gedüngt, sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

Organische Dünger zu Raps: Im Frühjahr ist der Nährstoffbedarf des Rapses in der frühen Streckungsphase im März /April besonders hoch. Da in dieser frühen Phase die Böden noch relativ kühl sind, ist auch die Umsetzung des organisch gebundenen Stickstoffs gering. Die N - Ausnutzung der Wirtschaftsdünger durch den Raps ist daher im Frühjahr relativ gering. Um hier hohe Restnitratwerte zu vermeiden, ist eine sorgfältige Bemessung der Güllegaben zu Raps erforderlich. Der Anteil des organisch gebundenen Stickstoffs sollte aus diesem Grunde nicht zu hoch ausfallen. Eine optimale Ernährung des Rapses ist zu erwarten, wenn nicht mehr als 50 % des insgesamt zu düngenden Stickstoffs über organische Dünger wie Gülle oder Gärreste gegeben werden. Auch sollten die organischen Dünger möglichst früh ausgebracht werden. Die mineralische Ergänzung darf dabei nicht zu spät zur Wirkung kommen. Wird Schweinegülle unter optimalen Bedingungen früh eingesetzt können ca. 60 - 70 % des Gesamtstickstoffgehaltes bei der Düngung angerechnet werden. Werden Rindergülle oder Gärreste eingesetzt, sind etwa 50 - 60 % des Gesamtstickstoffs anzurechnen. Auf Flächen ohne langjährige organische Düngung liegen die Ausnutzungsgrade bei Gärresten teilweise auch niedriger.

Organische Düngung zu Getreide: Der Stickstoffbedarf des Getreides zieht sich über eine relativ lange Phase hin. Getreide ist daher besser in der Lage als der Winterraps auch größere Anteile des organisch gebundenen Stickstoffs zu nutzen. Trotzdem erfordert das N – Nachlieferungsverhalten eine Anpassung der Düngestrategien. Grundsätzlich ist auch bei der bedarfsgerechten Stickstoffdüngung des Getreides zu beachten, dass lediglich der Ammoniumanteil der Wirtschaftsdünger schnell zur Wirkung kommt. Dieser schnell wirksame Anteil ist dabei je nach Ausbringbedingungen niedriger als Ammoniumgehalt der Wirtschaftsdünger insgesamt, da die Ammoniakverflüchtigungen der Ammoniumfraktion entstammen. Auf der anderen Seite kommt mit zunehmender Bodenerwärmung auch die N – Wirkung des organisch gebundenen Stickstoffs zur Wirkung.

Es ist daher sinnvoll, das Getreide von den Gesamtstickstoffmengen betrachtet startbetonter zu Düngen. In der späteren Wachstumsphase kommen dann Anteile des organisch gebundenen Stickstoffs zur Wirkung, so dass eine Abschlussdüngung vor dem Schieben der Ähren  bei Gerste und Triticale nicht mehr sinnvoll ist. Weizen hat zur Kornausbildung insbesondere wenn auch höhere Rohproteinwerte gefordert sind einen höheren N – Bedarf, so dass hier auf eine Abschlussdüngung in der Regel auch unter Einbezug der organischen Dünger nicht verzichtet werden sollte. Eine Ährengabe kann aber deutlich reduziert werden, bei langjähriger organischer Düngung sind hier ca. 40 kg N/ha ausreichend.

Nitrifikationshemmer zusetzen?

Die Zugabe von Nitrifikationshemmstoffen bewirkt eine in Abhängigkeit der Bodentemperatur und Bodenfeuchte verlangsamte Umsetzung des Ammoniumanteils der organischen Dünger zu Nitrat. Das Risiko der Nitratverlagerung durch Sickerwasser aus der durchwurzelbaren Zone hinaus wird dadurch verringert. Während bei Mais in Verbindung mit einer organischen Unterfussdüngung und abgeschwächt auch bei Zuckerrüben und Kartoffeln eher positive Erfahrungen gemacht werden konnten, lässt sich dieses für Raps und Getreide nicht bestätigen. Gerade zu Raps haben Nitrifikationshemmer eher zu Mindererträgen geführt, bei Getreide waren nach bisherigen Versuchen im Mittel ebenfalls keine Vorteile erkennbar. Eine Verminderung der Nitratauswaschung wäre dabei am ehesten bei sehr frühen Gülleapplikationen auf leichten Böden zu erwarten.


Kontakt:
Lüder Cordes
Berater Pflanzenbau und Pflanzenschutz
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Stand: 05.03.2019