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Getreideherbizideinsatz im Frühjahr

 

Nur der frühe Vogel fängt den Wurm! Aufgrund der nur geringen Behandlungsquote im Herbst ist in diesem Frühjahr bei Gräsern und Unkräutern mit einem stärkeren Unkrautbesatz zu rechnen.

Nach diesem Motto sollten sich wohl auch die diesjährigen Gräserbehandlungen im Frühjahr nach dem deutlich zu milden Winter auszurichten. Aufgrund des bis Ende Januar kaum messbaren Vegetationsendes werden die noch unbehandelten Herbstkeimer und wärmebedürftigen Frühjahrskeimer wie z.B. Gänsefuß, Melden, Knöteriche und Storchschnabelarten deutlich weiterentwickelter sein, als in anderen Jahren mit einem „richtigen“ Winter. Erschwerend kommt in diesem Frühjahr die zunehmende Resistenzsituation zur Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz, Windhalm und Kamille sowie Vogelmiere hinzu, insbesondere wenn die Unkräuter im Herbst nicht bekämpft wurden. Auch bei einer erfolgten Herbstbehandlung wird in diesem Frühjahr dringend eine Nachkontrolle „Nachaufläufern“ erforderlich sein. Bei Bedarf wäre eine möglichst frühzeitige Nachbehandlung (voraussichtlich ab Ende Februar) von z.B. Ackerfuchsschwanz in diesem Frühjahr sehr wichtig.

 

Neue Mittel und Packs in 2018

IPU-haltige Produkte dürfen ab dem Frühjahr 2018 nicht mehr angewendet werden, da die Aufbrauchfrist am 30.9.2017 beendet ist. Herbizide mit dem Wirkstoff Flupyrsulfuron (Absolute M, Ciral, Lexus und Vertix) stehen ebenfalls nicht mehr zur Verfügung, da diese Pflanzenschutzmittel momentan nicht mehr in Verkehr gebracht oder angewendet dürfen (hier ruht die Zulassung).

Die in 2018 angebotenen Packs können Preisvorteile gegenüber den Einzelkomponenten bieten.

Tabelle 1: Neue Mittel und Packs in 2018 (siehe Anhang)

Bereits aus dem letzten Frühjahr bekannt ist das neue Traxos Clean Pack.  Axclean ist vergleichbar mit dem bekannten Primus. Pelican Delta enthält Metsulfuron-Methyl 60 g/kg und Diflufenican 600 g/kg. In dieser Kombination könnte die Wirkung von Traxos durch den Zusatz von Metsulfuron-Methyl möglicherweise gegenüber Ackerfuchsschwanz verschlechtern. Eine gemeinsame Ausbringung ist daher nicht zu empfehlen, wohl aber eine Spritzfolge, wenn zwischen Traxos und den ALS-Hemmern mindestens ein zeitlicher Abstand von einer Woche liegt.

Das Herbizid Antarktis ist seit dem Vorjahr mit 1,2 l/ha gegen Unkräuter in allen Wintergetreidearten und mit 1,0 l/ha in den

Sommergetreidearten zugelassen, die Erfahrungen aus dem Vorjahr machen dieses Herbizid besonders in diesem Frühjahr interessant. Antarktis enthält zwei Wirkstoffe aus unterschiedlichen Wirkstoffklassen, Florasulam (HRAC Gruppe: B) mit 5 g/l und Bifenox (HRAC Gruppe: E) mit 480 g/l. In dieser Kombination werden zahlreiche Unkräuter erfasst, besonders gut bekämpft wird Vergissmeinnicht, Heller- und Hirtentäschelkraut, Kamille und Vogelmiere (incl. ALS-resistenter Kamille und Vogelmiere), Klettenlabkraut, Kornblume und Mohn, Ackerehrenpreis, Senf, Wicke. Neu festgestellt ist die gute Wirkung gegen Ausfallraps, Bifenox wird aber nur in sehr frühen Entwicklungsstadien, dann aber nachhaltig auch gegen den ALS-toleranten Clearfieldraps. Persischer Ehrenpreis, Ackerstiefmütterchen, Hederich, Hohlzahn, Gänsefuß, Frauenmantel, Taubnessel, Storchschnabel, Wegrauke und Knötericharten werden noch ausreichend bis gut erfasst.  Das Wirkungsspektrum können sie dem „Spinnendiagramm“ entnehmen, eine vergleichende Bewertung finden sie auch in der nachfolgenden Darstellung der Frühjahrsherbizide gegen dikotyle Unkräuter. In diesem Frühjahr besonders interessant ist die gemeinsame und frühzeitige Ausbringung mit Atlantis WG + FHS in 30 l AHL. Eine kombinierte Ausbringung mit Axial 50 wird nicht empfohlen. Nachteilig ist die hohe Abstandsauflage NW 607-1. Mit Auswahl einer 90 % abdriftmindernden Düse muss immer noch ein Abstand zu Gewässern von 20 m eingehalten werden (ausgenommen gelegentlich wasserführende Oberflächengewässer).

 

 

 

Neu zugelassen wurden die Herbizide Zypar und Pixxaro EC, beide enthalten Halauxifen-Methyl (HRAC-Gruppe O, Markenname: Arylex), einem bisher unbekannten Wirkstoff.  Vorab gesagt, beide Mittel haben eine Drainauflage (NG 405) und dürfen daher auf drainierten Flächen nicht zum Einsatz kommen. Trotzdem ist der Einsatz diese Mittel aufgrund der neuen Wirkstoffgruppe in diesem Frühjahr durch das breite Wirkungsspektrum sehr interessant.  Zypar enthält neben dem Halauxifen- Methyl (6 g/l) auch Florasulam (5 g/l) und einen Safener, die Formulierung ist eine ölige Dispersion (OD). Zypar darf in Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Triticale, Dinkel, Winterhartweizen, Sommerweichweizen, Sommergerste, Sommerhartweizen und Sommerroggen mit 1,0 l/ha im Frühjahr oder 0,75 l/ha im Herbst ab Stadium BBCH 11 bis 45 eingesetzt werden. Sehr gut erfasst werden bei voller Aufwandmenge im Frühjahr Klettenlabkraut, Kamille und Vogelmiere (auch ALS-resistente Biotypen von Kamille und Vogelmiere) sowie Erdrauch, Gänsefußarten, Hohlzahn, Kornblume, Ackerhellerkraut, Vergissmeinnicht, Ausfallraps sowie Storchschnabelarten. Weiterhin werden Mohn, Hirtentäschelkraut, Winden- und Vogelknöterich gut bekämpft. Ein besonderer Vorteil für Zypar ist, dass bereits frühzeitig mit Axial 50 oder Atlantis WG plus FHS im Frühjahr kombiniert werden kann, antagonistische Effekte auf die Gräserwirkung sind in dieser Mischung nicht festzustellen. Bei schwer bekämpfbaren Ackerfuchsschwanz darf diese Mischung auch durch den Zusatz von max. 30 l/ha AHL zusätzlich geschärft werden.   

 

 

 

Das neue Pixxaro EC enthält einen neben dem Wirkstoff Halauxifen-methyl mit 12,5 g/l weiterhin Fluroxypyr mit 280 g/l, das aus dem

Starane oder Tomigan bekannt ist.  Gut erfasst wird Klettenlabkraut, Beifuß, Brennnesseln, Erdrauch, Hohlzahn, Taubnesseln, Vogelmiere (auch ALS-resistente), Windenknöterich und Wicken. Leider nicht ausreichend erfasst werden Stiefmütterchen, Ehrenpreis, Kamille, Ausfallraps und Disteln. Pixxaro EC ist daher in der Wirkung nicht ganz so breit mit Zypar aufgestellt, auch ist die Zulassung nur auf Winterweichweizen, Winterhartweizen, Wintergerste sowie Sommerweichweizen und Sommergerste beschränkt und darf in Mischung nur mit Broadway ausgebracht werden.     

Eine Bewertung der neuen Produkte im direkten Vergleich zu den anderen Frühjahrsherbiziden entnehmen sie bitte der Übersicht „Dikotyle Wirkungen der Frühjahrsherbizide“. Der vorläufige Preis für das neue Pixxaro EC dürften sich an dem bereits am Markt bekannten Tomigan orientieren, Zypar könnte sich am Markt preislich am ehesten an Biathlon 4D oder an Antarktis vergleichen.  

 

 

 

Bekämpfung von Windhalm und Ackerfuchsschwanz im Frühjahr

Wo noch keine Maßnahme durchgeführt wurde oder wo Nachaufläufer festzustellen sind, sollte sensitiver Windhalm mit Axial 50 (ohne AHL) oder Broadway 130 g/ha (mit Netzmittel, ohne AHL) in allen Getreidearten bekämpft werden. Gegen ALS-sensitiven Ackerfuchsschwanz steht in Weizen, Roggen und Triticale zurzeit nur das bekannte Atlantis WG (plus Netzmittel und AHL) und gegen leicht bekämpfbaren und ALS-sensitiven Ackerfuchsschwanz auch das Broadway 220 g/ha (plus Netzmittel, ohne AHL) zur Verfügung.

Tabelle 2: Empfehlungen gegen Ungräser und Unkräuter in Getreide 2018 (siehe Anhang)

Mit 130 g/ha Broadway plus Broadway Netzmittel 0,6 l/ha ist eine Bekämpfung von sensitiven Windhalm möglich, also dort wo noch keine ALS-Resistenz festzustellen ist. Gegen Ackerfuchsschwanz (nicht aber gegen schwer bekämpfbaren Ackerfuchsschwanz) kann Broadway 220 g/ha plus Netzmittel 1,0 l/ha eingesetzt werden. Mit den Wirkstoffen Pyroxsulam und Florasulam wird in Winterweizen, Winterroggen und Triticale mit 130 g/ha eine sehr breite Wirkung auch gegen Klettenlabkraut, Kamillearten (nur sensitiv, ohne ALS-Resistenz), Vogelmiere, Ehrenpreisarten, Mohn, Knötericharten, Ausfallraps, Storchschnabelarten, Ackerhellerkraut, Ackerstiefmütterchen, Ackersenf, Hirtentäschel, Vergissmeinnicht, Frauenmantel und Hundspetersilie ermöglicht. Broadway wird immer in Mischung mit dem Broadway-Netzmittel empfohlen. Eine Mischung in AHL pur ist nur in Triticale und Roggen möglich. Von Tankmischungen von Broadway mit Medax Top wird abgeraten.

Um nachhaltig einen guten Bekämpfungserfolg der Herbizide zu erzielen, sollten für eine ausreichende Benetzung, Anlagerung und Wirkstoffaufnahme bei blattaktiven Wirkstoffen gesorgt sein. Das ist mit Pflanzenschutztechnik, Beobachtungen zum Witterungsgeschehen und durch Nutzung von Formulierungshilfen bzw. Additiven möglich. Die Liste der Additive ist lang, die Wirkung wird aber nicht in allen Kombinationen verstärkt. Gegen schwer bekämpfbaren Ackerfuchsschwanz wird zur Zeit das Atlantis WG in voller Aufwandmengen mit dem Additiv Genapol (FHS) und mit AHL- Zusätzen verwendet. Untersuchungen zeigen für diese Kombination den höchsten Wirkungsgrad. Das ist für eine sichere Wirkung und Resistenzvermeidung unbedingt einzuhalten auch wenn bereits im Herbst flufenacethaltige Produkte zum Einsatz kamen. Auch schon geringe Mengen von AHL verstärken die Wirkung von blattaktiven Herbiziden, besonders bei Atlantis WG ist der Zusatz von 30 l AHL/ha bekanntermaßen das „Zündlein auf der Waage“. Ein genereller Zusatz von Formulierungshilfen wird nicht empfohlen, allerdings ist in in den Versuchen beim Zusatz von Dash (im Pack bei Biathlon 4D enthalten) eine etwas schnellere Wirkung von Atlantis WG gegen Ackerfuchsschwanz festzustellen. Der Zusatz von SSA bringt keinen Zusatznutzen und Kantor kann die Wirkung von Atlantis WG sogar auch verlangsamen bzw. etwas reduzieren.

Um eine ausreichende Wirkungssicherheit von Atlantis WG zu ermöglichen, sollte die Anwendung  auch möglichst früh erfolgen (bei weit entwickelten Ackerfuchsschwanz bereits Ende Februar!), aber ACHTUNG bei der Drainageauflage: vor dem 15.3. sind nur 400 g/ha zugelassen, 500 g/ha erst nach dem 15.3.). Ungünstig sind Anwendungen zum Ende einer Hochdruckwetterlage, da die Wachsschicht dann eher stärker ausgebildet ist und die Wirkstoffaufnahme abnimmt. Auf Standorten mit noch gut bekämpfbarem Ackerfuchsschwanz (ohne Resistenz) eignet sich auch Atlantis WG 400 g/ha plus Genapol (FHS) 1,0 l/ha oder Broadway mit 220 g/ha plus Broadway-Netzmittel 1,0 l/ha. Mit Broadway wird gleichzeitig eine oft ausreichend breite dikotyle Wirkung ermöglicht.

Der im Lentipur verwendete Wirkstoff Chlortoluron ist nur noch in Ausnahmen wirksam und soll nur in spät gesätem Getreide (Rübenweizen) zum Einsatz kommen, da hier der Windhalm noch nicht weit entwickelt ist. Gegen ALS-resistente Kamille und gegen einjährige Rispe wird durch IPU eine ausreichende Wirkung noch erwartet. Zu beachten sind die produktspezifischen Anwendungsbestimmungen für drainierte Flächen und Bodenart. Die maximal zugelassenen Aufwandmengen sollten aber ausgeschöpft werden.

Weiterhin beachtet werden sollten die Witterungsbedingungen, insbesondere Luftfeuchtigkeit zur Applikation. Bei einer Luftfeuchtigkeit unter 60 % kann sich die Wirkung von blattaktiven Wirkstoffen deutlich verschlechtern, eine Verlegung der Maßnahme in die Morgen- oder Abendstunden ist meist ein tragbarer Kompromiss. Ostwindwetterlagen  lassen Tag/Nacht- Temperaturen stärker schwanken, die Nachtfrostgefahr steigt dann erheblich und damit die Gefahr von Kulturverträglichkeitsproblemen. Besonders geschwächte Bestände sollten Sie nicht zusätzlich mit Herbiziden belasten. Die Wirkung von Axial 50 kann in Tankmischungen mit Sulfonylharnstoffen oder Wuchsstoffen gegen dikotyle Unkräuter nachlassen. Besser wäre es die Sulfonylharnstoffe 7-8 Tage nach der Gräserbekämpfung auszubringen. Diese Wirkungsminderungen werden bei ungünstigen Witterungsbedingungen eher noch verstärkt. Eine Mischung von Axial 50 ist nur mit Zypar möglich. Atlantis WG kann darüber hinaus neben Zypar auch mit Biathlon 4D oder mit Antarktis gemeinsam gemischt werden, ohne das antagonistische Effekte bei der Gräserbekämpfung festgestellt wurden.

Eine effektive Trespenbekämpfung beginnt bereits bei der Bodenbearbeitung im Herbst. Pflugverzicht fördert die Entwicklung von Trespen. Der Herbsteinsatz eines Bodenherbizides sollte einen möglichst hohen Teil der aufgelaufenen Trespen räumen. Leider reicht das Bodenherbizid aber alleine nur selten aus. Die beste Unterdrückung der Trespen wird mit Attribut, Atlantis oder Broadway erreicht, aber auch nur wenn die Unkräuter das Stadium 3-Blatt erreicht haben. Daher wäre auch Kombination eines Bodenherbizids plus Atlantis WG noch im Herbst denkbar. Empfehlenswert ist die Splittinganwendung im Frühjahr mit der Vorlage von Attribut 60 g/ha (plus Mero oder Dash) und eine Nachlage mit Broadway 220 g/ha (+ Broadway Netzmittel 1,0 l/ha) oder Atlantis 400 g/ha (+ Genapol (FHS) 0,8 l/ha) oder Attribut 60 g/ha (plus Mero oder Dash) oder Broadway 220 g/ha (+ Broadway Netzmittel 1,0 l/ha). Eine Reduktion der Aufwandmenge ist nicht zu empfehlen.

Eine Bekämpfung von Weidelgräser ist mit Traxos 1,2 l/ha oder Axial 50 mit 1,2 l/ha oder Atlantis 500 g plus Genapol (FHS) 1,0 l/ha, Husar Plus 0,2 l/ha + Mero 1,0 l/ha oder Broadway 220 g + Broadway Netzmittel 1,0 l/ha möglich. Eine Reduktion der Aufwandmenge ist nicht angeraten, Traxos und Axial 50 darf  in Vegetationsruhe und die anderen Herbizide nur zu Vegetationsbeginn eingesetzt werden.

Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Einsatzbedingungen der Herbizide gegen dikotyle Unkräuter im Frühjahr. Die hier gewählten Aufwandmengen sollten aus Gründen der Resistenzvermeidung nicht unterschritten werden. Positive Aspekte wie Resistenzschutz von Kamillen durch Wirkstoffkombinationen mit Clopyralid, Florasulam und Halauxifen-Methyl sind farblich durch „Ampelfarben“ gekennzeichnet. Ebenso einschränkende Anwendungsbestimmungen (Drainauflage und Abstände zu Gewässern und Saumstrukturen). Ein Sternchen (*) beschreibt den länderspezifischen Mindestabstand zu Gewässern (z.B. in Niedersachsen 1 m) bei Einsatz von Abtriftminderungstechnik (90%). Die Wirkungen der Herbizide sind farblich gekennzeichnet, hilfreich ist in der Beurteilung auch das Ranking nach Wirkungen und Preis.

Der Wirkstoff Florasulam ist in den Herbiziden Primus, Troller, Saracen, Antarktis, Pointer Plus, Primus Perfekt, Ariane C und dem neuen Zypar enthalten. Neben Klettenlabkraut werden Kamille, ALS-resistente Kamille und -Vogelmiere, Vergissmeinnicht und teilweise auch Mohn gut erfasst. Saracen oder Axclean ist ein Florasulam mit einer neuen Zulassung aus dem Hause Cheminova, die jedoch zu den Saumstrukturen einen Mindestabstand von 5 m bei der Abdriftminderung 90 % erfordern, die alte Zulassung von Primus ermöglicht keinen Mindestabstand.

Tabelle 3: Dikotyle Wirkungen der Frühjahrsherbizide (siehe Anhang)

Gegen Klettenlabkraut, Kamille und Vogelmiere kann das bekannte Biathlon 4D (Fertigformulierung von Biathlon plus Primus) in allen Getreidearten zwischen BBCH 13-39 eingesetzt werden. Der Zusatz von Dash verbessert die Wirkung auch gegen Kornblume, Mohn, Knöterich, Ehrenpreis, Taubnessel, Vergissmeinnicht und Ausfallraps. Finy oder Savvy entsprechen dem altbekannten Gropper SX. Alliance bzw. Fussa, Acupro und Pelican Delta sind in der Zusammensetzung und Wirkung vergleichbar, Pelican Delta hat allerdings die günstigeren Abstandsauflagen zu Gewässern bei 90 % Abdriftminderung. Gegenüber Hundskerbel hat das metsulfuronhaltige Artus sowie das Dirigent SX und Boudha die Nase vorne.

Ariane C, Antarktis, Pointer Plus wie auch Mischungen von Artus oder Dirigent SX mit florasulamhaltigen Partnern (besonders Zypar) ermöglichen ebenso neben einer breiteren Wirkung zusätzlich einen wichtigen Resistenzschutz der Kamille.

 

Fazit

  • Unbehandelten Herbstkeimer und wärmebedürftigen Frühjahrskeimer wie z.B. Gänsefuß, Melden, Knöteriche und Storchschnabelarten deutlich in diesem Frühjahr voraussichtlich stärker entwickelt sein als in anderen Jahren mit einem „richtigen“ Winter.
  • IPU-haltige Herbizide dürfen ab dem Frühjahr 2018 nicht mehr angewendet werden.
  • Atlantis WG sollte möglichst früh eingesetzt werden, um eine ausreichende Wirkungssicherheit zu erhalten, aber dabei die Drainauflage vor dem 15.03. beachten.
  • Mit Zypar, Pixxaro EC und Antarktis sind neue Frühjahrsherbizide gegen dikotyle Unkräuter am Markt.
  • Für Antarktis, Biathlon 4D und Zypar sind Mischungen mit Atlantis WG möglich, Axial 50 darf mit Zypar und Broadway darf mit Pixxaro EC kombiniert werden.
  • Die Wirkstoffgruppe O ermöglicht mit Halauxifen-Methyl (enthalten in Zypar) und Clopyralid (enthalten in Ariane C) eine sichere Bekämpfung auch von ALS-resistenten Kamillen.
  • Um nachhaltig einen guten Bekämpfungserfolg der Herbizide zu erzielen, sollten für eine ausreichende Benetzung, Anlagerung und Wirkstoffaufnahme bei blattaktiven Wirkstoffen gesorgt sein.

 


Kontakt:
Dr. Dirk Wolber
Leiter Herbologie
Telefon: 0511 4005-2169
Telefax: 0511 4005-2120
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Stand: 21.03.2018