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Fungizideinsatz in Zuckerrüben

Blattkrankheiten rechtzeitig erfassen und Resistenzentwicklungen vorbeugen

 

Teil 1:

Blattkrankheiten rechtzeitig erfassen

Dr. Bernhard Werner, Bezirksstelle Hannover der Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Die Zuckerrübe ist Hoffnungsträger und Sorgenkind der Niedersächsischen Rübenanbauer in einem. Der Wegfall der Zuckermarktordnung gestaltet die Erlössituation deutlich schwieriger, gleichzeitig ist die Zuckerrübe im direkten Vergleich der Marktfrüchte weiterhin eine der lukrativsten Einnahmequellen. Damit dieses so bleibt, müssen die Produktionskosten möglichst gering gehalten werden, bei Erzielung eines maximalen Ertrages.

Ein wichtiger Baustein in diesem System ist der gezielte Einsatz von Fungiziden gegen Blattkrankheiten. Diese Schaderreger können in der Rübe einen erheblichen Ertragsverlust verursachen, lassen sich aber aktuell noch gut kontrollieren. Leider droht auch in diesem Bereich der Wegfall wichtiger fungizider Wirkstoffe wie z.B. Epoxiconazol, gleichzeitig zeigen sich zunehmende Wirkungsminderungen bzw. erste Resistenzen gegenüber einzelnen Wirkstoffen. In dem vorliegenden Artikel sollen die aktuellen Bekämpfungsmöglichkeiten der wichtigsten Blattkrankheiten der Rübe aufgezeigt werden. Ein Folgeartikel wird sich dann etwas genauer mit möglichen Resistenzentwicklungen, Erkenntnissen aus Feldversuchen und generellen Bekämpfungsstrategien befassen.

Aktuell leidet in Niedersachsen auch die Zuckerrübe unter der extremen Trockenheit. Die Bodenwasservorräte sind weitestgehend erschöpft. Dieses anhaltend trockene Wetter bedeutet aber nicht, dass bei Blattkrankheiten vorläufig Entwarnung gegeben ist. Seit dem Monatswechsel Juni/Juli haben die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Nordzucker AG und weiter Institutionen das Monitoring bzw. die flächendeckende Bestandskontrolle von Blattkrankheiten in Zuckerrüben gestartet.

Zu den wichtigsten Blattkrankheiten im Zuckerrübenanbau zählen Cer­cospora, Ramularia, Echter Mehltau und Rübenrost. Außerdem kann Phoma auftreten, dessen Befall jedoch nur selten von wirtschaftlicher Bedeutung ist. Eine wechselhafte Witterung mit Niederschlagsereignissen und Temperaturen über 20 °C ist sehr förderlich für Entwicklung der Blattkrankheiten. Neben der Witterung und Beregnung haben auch die Zuckerrübenfruchtfolge und die Anbaudichte in der Nachbarschaft, sowie die Sortenwahl einen erheblichen Einfluss auf das Erstauftreten und den Epidemieverlauf von Blattkrankheiten und machen eine kontinuierliche Beobachtung (Monitoring) der Be­stände erforderlich.

Momentan unterliegen speziell die Beregnungsstandorte einer besonderen Gefährdung, da die „künstliche“ Wasserzufuhr gerade bei hohen Temperaturen ein optimales Mikroklima für die Entwicklung von Blattkrankheiten schafft. Erster Befall mit Cercospora wurde auf einzelnen Beregnungsstandorten bereits festgestellt. Ein deutlich höherer bzw. stärkerer Befallsdruck kann auch auf Flächen in Nachbarschaft zu Zuckerrübenflächen aus dem Vorjahr auftreten! Führen Sie daher ab jetzt regelmäßige Bestandeskontrollen in Zuckerrüben durch, indem Sie aus dem mittleren Blattapparat (Blattrupfmethode) zufällig 100 Rübenblätter entnehmen und auf Befallssymptome untersuchen. Aus der Anzahl, der mit mindestens einem Blattfleck von Cercospora, Ramularia oder Mehltau befallenen Blätter, ergibt sich der Befallswert. Wenn die Bekämpfungsschwelle in der nachfolgenden Tabelle überschritten wird, sollte umgehend ein Fungizideinsatz erfolgen:

Abb. 1: Bekämpfungsschwellen für Blattkrankheiten in Zuckerrüben

Bekämpfungsschwellen für Cercospora, Ramularia und Mehltau

Anfang Juli bis Ende Juli:                         5 befallene Blätter/100 Blatt

Anfang August bis Mitte August:            15 befallene Blätter/100 Blatt

Ab Mitte August:                                    45 befallene Blätter/100 Blatt

Folgebehandlungen sollten ca. ab 3 Wochen nach der Erstbehandlung bei erneuter Überschreitung der Bekämpfungsschwelle von 45% erfolgen. Bei frühen Rodeterminen ist die jeweilige Wartezeit der Mittel zu beachten.

Besonders zu Befallsbeginn ist die genaue Ansprache der Blattkrankheiten nicht einfach, da die Blattflecken mit bloßem Auge nicht ausreichend zu erkennen sind. Eine Lupe erleichtert die Diagnose. Achten Sie auf Verwechslungen mit nicht bekämpfbaren Blattflecken wie Alternaria, Pseudomonas und Phoma.

Abb. 2: Wichtige Unterscheidungsmerkmale von Blattkrankheiten in Zuckerrüben

Cercospora

Mehltau

Ramularia

Rost

Phoma

Pseudomonas

3-4 mm runde Flecken
dunkel umrandet rot/braun/schwarz innen silbergrau

Pilzmycel
weiß
Blatt-oberseite

4-12 mm
runde-eckige
Flecken
grau-bräunliche

1-2 mm
rotbraunes Sporenpulver

4-8 mm
hellgrau
konzentrische
Ringe

unregelmäßige Flecken mit schwarzem Rand Bakterien

Helles Mycel und schwarze Punkte mit Lupe sichtbar

 

Helles Mycel unter Lupe sichtbar

Pusteln

schwarze Punkte

keine Pusteln

Bei Überschreitung der Bekämpfungsschwelle für die Blattkrankheiten von derzeit 5 % Befallshäufigkeit sollte zeitnah ein Fungizideinsatz erfolgen. Häufig wandert der Befall von den Rändern in den Schlag ein; daher ist auf größeren Schlägen ein Teil- (Randbehandlung) denkbar.

Die Dauerwirkung der Fungizide (bei voller Aufwandmenge) kann, je nach Witterung (Beregnungsintensität bzw. Niederschläge, Hitze, Stress) bis zu drei Wochen betragen. Die Anlage eines Auslassungsfensters bietet zusätzlich eine gute Möglichkeit zur Kontrolle des Befallsverlaufes im Vergleich zur behandelten Fläche. Wichtig ist, dass auch nach einem erfolgten Fungizideinsatz die Flächen regelmäßig weiter kontrolliert werden, um nötigenfalls rechtzeitig eine Folgebehandlung durchführen zu können. Beachten Sie dazu bitte die Wartezeiten und die erlaubten Anwendungshäufigkeiten der Fungizide (s. nachfolgende Tabelle). Berücksichtigen Sie auch die unterschiedliche Anfälligkeit bzw. Toleranz der Zuckerrübensorten, insbesondere bei Cercospora sind die Unterschiede am stärksten ausgeprägt.

Befallsnest mit Cercospora-Blattfleckenkrankheit im Bestand

Aufgrund des teilweise frühen Befallsbeginns mit Cercospora könnten in diesem Jahr evtl. vermehrt Folgebehandlungen, und bei sehr starken Befallsdruck sogar eine dritte Behandlung notwendig werden. Achten Sie in Spritzfolgen unbedingt auf einen Wirkstoffwechsel, um Resistenzentwickungen vorzubeugen. Für momentane Wirkungsverluste spielen zwei Faktoren eine Rolle. Einerseits treten in Niedersachsen resistente Isolate von Cercospora gegenüber der Wirkstoffgruppe der Strobilurine auf. Daher sollten Fungizide, die nur einen Strobilurinwirkstoff enthalten (z.B. Ortiva), mit einem Azol kombiniert werden. Andererseits ist leider auch bei den Azolen zu befürchten, dass die Wirkung über die Jahre tendenziell abnimmt und somit mehr Wirkstoff benötigt wird, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Um die Wirkung der Azole möglichst lange zu erhalten, sollte in einer geplanten Spritzfolge zwischen verschiedenen Azolfungiziden gewechselt werden.

 

Abb. 3: Behandlungsempfehlungen für den Fungizideinsatz in Zuckerrüben

A. Früher Spritzstart:

1. Behandlung                                    2. Behandlung                                    3. Behandlung   

Sphere 535 SC 0,35   l/ha      Duett Ultra 0,6 od. Rubric 1,0 l/ha                 Score 0,4 l/ha

            (35 €/ha)                                 (29 €/ha od. 28 €/ha)                         (32 €/ha)

 B. Späterer Spritzstart:

1. Behandlung                                                2. Behandlung   

Duett Ultra 0,6 od. Rubric 1,0 l/ha                 Score 0,4 l/ha

                                    (29 €/ha od. 28 €/ha)                         (32 €/ha)

Die Auswahl des Produktes ist letztendlich vom Bekämpfungsschwerpunkt abhängig und ggf. von der gewünschten Dauerwirkung, wobei die Azole die „Haupt“-Bekämpfungsleistung tragen. Solo-Anwendungen von Strobilurinen (Ortiva) oder reduzierte Aufwandmengen von Strobilurin/Azol-Produkten (Juwel, Sphere) sollten, wie beschrieben, unbedingt vermieden werden. Ortiva (0,5) sollte mit einem Azol-Partner (z.B. Rubric 1,0 oder Duett Ultra 0,6) aufgemischt werden. Beispiele für Spritzfolgen in Zuckerrüben sind in der folgenden Übersicht dargestellt.

Bei einem frühen Befallsbeginn bietet Sphere ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für den Spritzstart. Bei Sphere handelt es sich um eine Kombination aus Strobilurin mit Cyproconazol, so daß epoxiconazolhaltige Produkte (z.B. Rubric) hinsichtlich des Resistenzmanagements problemlos beim 2. Termin nachgelegt werden könnten. Sollte eine dritte Maßnahme erforderlich werden, ist der Einsatz von Score (Difenoconazol) denkbar.

Blattneuaustrieb (vordere Bildhälfte) im Auslassungsfenster bei starkem Ramulariabefall

Bei einem späten Befallsbeginn mit Cercospora, Ende Juli können Duett Ultra mit 0,6 l/ha oder Rubric mit 1,0 l/ha zum Einsatz kommen. Bei Ramulariabefall haben sich Spyrale sowie Rubric als sehr wirkungsvoll erwiesen. Folgebehandlungen sollten jeweils mit dem anderen Azol erfolgen. Bei Spyrale ist zu beachten, dass die Zulassung ausgelaufen ist, das Mittel darf aber noch bis zum 30.09.2018 (Aufbrauchfrist) angewendet werden. Zur Bekämpfung von Cercospora ist für das Kupferpräparat Funguran Progress als reines Kontaktmittel eine Sonderzulassung für 120 Tage beantragt. Sollte diese Zulassung erteilt werden, könnte Funguran Progress als Antiresistenzbaustein gut mit anderen Fungiziden kombiniert werden. Eine Auswahl der aktuell zugelassenen Fungizide mit Ihren Auflagen und Wirkungen finden Sie in der nachfolgenden Tabelle.

Tab. 1: Zugelassene Fungizide in Zuckerrüben 2018 (Auswahl) siehe Dateihang

Fazit: Trotz einer extremen Trockenheit treten auf einzelnen Beregnungsstandorten erste Blattkrankheiten auf. Aktuelle Daten des Blattkrankheitsmonitorings finden sie unter www.isip.de oder im Agriportal der Nordzucker AG. Bei Schwellenüberschreitungen ist zeitnah zu behandeln. Zur Resistenzvermeidung ist in Spritzfolgen auf einen Wirkstoffwechsel zu achten.

Teil 2:

Resistenzentwicklungen vorbeugen

Die Bekämpfung von Blattkrankheiten in Zuckerrüben wird zunehmend schwieriger. Wirkungsverluste bei einzelnen Wirkstoffe, Resistenzentwicklungen und der Wegfall von Fungiziden bzw. einzelnen Wirkstoffgruppen machen ein integriertes Vorgehen beim Fungizideinsatz in Zuckerrüben unabdingbar. Vorbeugende Maßnahmen wie die Sortenwahl, Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und die Bekämpfung nach Schwellenwerten kombiniert mit Wirkstoffwechseln gehören unbedingt dazu.

Sorteneinfluss auf BlattkrankheitenDie Sortenwahl als wesentlicher Baustein des Integrierten Pflanzenschutzes beeinflusst neben vielen anderen Faktoren das Erstauftreten und den Epidemieverlauf der Blattkrankheiten. Immer wieder zeigen sich in den Versuchen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen deutliche Unterschiede beim Befall mit Cercospora, Ramularia, Rübenrost oder Mehltau in den einzelnen Sorten. Die Bekämpfungsnotwendigkeit hängt also direkt von den Eigenschaften der ausgedrillten Sorte ab. In der Beschreibenden Sortenliste (BSA) wird in erster Linie die Anfälligkeit gegenüber Cercospora und Mehltau beschrieben. Abb. 1 zeigt auszugsweise die unterschiedlichen Anfälligkeiten. Die Einstufung für die Mehltauanfälligkeit differenziert deutlich stärker als die für Cercospora, obwohl sich die Sorten auch beim Cercopora-Blattbefall in Feldversuchen deutlich unterscheiden. Eine Ramulariaeinstufung liegt nur für wenige Sorten vor und ist daher nicht extra aufgeführt.

Cercospora-Blattflecken                                                                    Ramularia-Blattflecken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rübenrost

 

 

Eindrucksvoll zeigt diesen Sachverhalt ein 2-Sortenversuches (Abb. 2), angelegt auf dem Versuchsstandort Rössing (LK Hildesheim) für den Zuckerrübentag 2017.

Die anfällige Sorte Vasco zeigte einen früheren und deutlich stärkeren Befall mit Cercospora als die gesündere Sorte BTS 8750 N (siehe auch Foto). Alle durchgeführten Fungizidmaßnahmen reduzierten den Befall ähnlich deutlich. Die dadurch erzielten Ertragseffekte waren in der „gesunden“ BTS 8750 N gering und nicht signifikant, in der „anfälligen“ Vasco wurden absicherbare Mehrerträge von bis zu 14,6 % Zuckerertrag in der Dreifachbehandlung erzielt. Dadurch lässt sich einerseits schließen, dass anfällige Sorten einen hohen und teureren Fungizidbedarf haben bzw. dass durch den Anbau gesunder Sorten Behandlungsmaßnahmen eingespart werden können.

Dieser Zusammenhang ist umso wichtiger, da die Resistenzentwicklungen auch bei den Blattkrankheiten der Zuckerrübe, hier vorrangig Cercospora, voranschreiten. Dieses betrifft einerseits die Wirkstoffgruppe der Strobilurine. Hier konnte entweder direkt durch Resistenztests oder indirekt aufgrund erheblicher Wirkungsverluste in einzelnen Feldversuchen Resistenzen erkannt werden. In Süddeutschland und in den südeuropäischen Nachbarstaaten sind Strobilurinresistenzen bereits weit vorangeschritten. Andererseits betrifft diese Entwicklung aber auch die Azolwirkstoffe. Bei den Azolwirkstoffen sind zumindest Wirkungsverluste im Feld zu befürchten, da anhand von Resistenzfaktoren auch in Niedersachsen ein „Azolshifting“, vergleichbar zu den lange bekannten Resistenzentwicklungen von Septoria tritici im Weizen, erkennbar ist. Dieses bedeutet, dass zukünftig mehr Azolwirkstoff benötigt wird, um eine vergleichbare Wirkung gegenüber Cercospora zu erzielen. Interessant bzw. wichtig ist auch, dass sich der Wirkungsverlust der einzelnen Azole auf den verschiedenen Standorten unterscheidet.

Um einer weiteren Resistenzentwicklung vorzubeugen, ist daher neben einer Wahl gesunder Sorten ein Wirkstoffwechsel bei Spritzfolgen unbedingt vorzunehmen. Wie Wirkstoffwechsel aussehen können, wurde anhand verschiedener Behandlungsempfehlungen bereits in dem ersten Teil dieses Artikels, der in der letzten Woche an gleicher Stelle erschienen ist, aufgezeigt. Dort findet sich auch eine Übersicht über die aktuell in Zuckerrüben zugelassenen Fungizide.

Neu ist, dass im Laufe der letzten Woche das Kupferpräparat Funguran Progress (siehe Kasten) im Rahmen einer Notfallzulassung als reines Kontaktmittel zugelassen wurde. Diese Notfallzulassung erfolgte aufgrund der in Niedersachsen inzwischen nachgewiesenen Resistenzentwicklungen.

Notfallzulassung 2018 für Funguran Progress:

  • Wirkstoff: 537 g/kg Kupferhydroxid
  • Zulassung für Notfallsituation im Pflanzenschutz nach Art. 53 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 gegen Cercospora beticola in Zuckerrübe ab dem 10.07.2018 bis zum 06.11.2018
  • Die Anwendungen dürfen ausschließlich bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis erfolgen.
  • Aufwandmenge: 2,5 kg/ha pro Anwendung
  • Maximal 2 Anwendungen je Jahr und Kultur
  • Wartezeit: 14 Tage
  • Gewässerabstand: Mindestens 10 m bei 90 % Abdriftminderung
     
    Wie gut Funguran Progress gegen Cercospora wirken kann, zeigt exemplarisch ein Versuch aus 2017 (Abb. 3) auf dem Standort Polau / Rosche im Landkreis Uelzen.

 

Funguran P., das mit zwei mal 2,5 kg/ha (maximale Aufwandmenge) zugelassen ist, wurde in diesem Versuch sowohl zweimal solo als auch in Kombination mit dem Azol Rubric bzw. dem Strobilurin Ortiva eingesetzt. Der Befall lag in der unbehandelten Kontrolle in der Abschlussbonitur bei über 60 % Befallsstärke. Bereits der zweimalige Soloeinsatz von Funguran P. konnte den Befall auf unter 10 % reduzieren. Die Kombination von Funguran P. mit Rubric bzw. mit Ortiva führte jeweils zu einer weiteren Wirkungssteigerung. Die erzielten Mehrerträge lagen in allen geprüften Varianten statistisch absicherbar bei ca. 15 bis 20 %.

Eine gute Wirkung von Funguran P. bestätigte sich auch in anderen Versuchen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie in Versuchen anderer Bundesländer bzw. auch aus Österreich. Als Kontaktmittel ist Funguran P. nicht resistenzgefährdet, kostet aber ca. 18,- €/kg. Ein Einsatz empfiehlt sich insbesondere dort, wo bereits Wirkungsminderungen der anderen Wirkstoffgruppen aufgetreten sind und / oder ein extremer Befall mit Cercospora vorliegt. In diesen Fällen kann es gut mit der halben Aufwandmenge (1,25 kg/ha) mit einem Azol wie im 2-Sortenversuch in Nordstemmen (Abb. 2) kombiniert werden. Unter normalen Befallsbedingungen gelten weiterhin die im letztwöchigen Artikel genannten Empfehlungen.

Fazit:

Die Wahl gesunder Sorten reduziert die Schadenswahrscheinlichkeit von Blattkrankeiten. Bei Azolen zeigen sich in Niedersachsen Wirkungsverluste, bei Strobilurinen wurden Resistenzen nachgewiesen. Das Kontaktmittel Funguran Progress hat in Niedersachsen eine Notfallzulassung erhalten und kann zur Resitenzvermeidung eingesetzt werden.


Kontakt:
Dr. Bernhard Werner
Pflanzenbau und Pflanzenschutz
Telefon: 0511/4005-2250
Telefax: 0511/4005-2245
E-Mail:


Stand: 24.07.2018