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Wenn der Pilz kommt - Fungizideinsatz bei Möhren rechtzeitig planen

Bei dichter werdenden Möhrenbeständen und bei Witterung mit hoher Luftfeuchteigkeit steigt die Gefahr für Pilzinfektionen. Deshalb sollte man sich rechtzeitig mit der möglichen Fungizidstrategie bei Möhren auseinandersetzen.


Erst mal gucken – dann behandeln

Eine Behandlung macht nur Sinn, wenn die Erreger auch wirklich da sind. Deshalb sollten die Bestände ab etwa Mitte Juni mindestens 1 x wöchentlich kontrolliert werden. Die Kontrolle muss an mehreren Stellen verteilt auf dem Feld am Rand und in der Mitte erfolgen. Feldränder, die länger im Schatten liegen und daher länger feucht bleiben sollten besonders intensiv kontrolliert werden. Da man Blattflecken und speziell Echten Mehltau auf nassem Laub nur sehr schwer erkennen kann, sollte das Laub bei der Kontrolle abgetrocknet sein.

Wie sehen die verschiedenen Krankheiten bei Möhren aus?
Blattflecken (Cercospora carotae) treten in Niedersachsen meist als erste Krankheit im Zeitraum ab Ende Juni bis Mitte Juli in den Beständen auf. Sie beginnt mit kleinen rundlichen nekrotischen Flecken an den jüngeren Blättern, die sich rasch vergrößern. Oft ist bei den größeren Flecken die Mitte etwas heller. Bei starkem Befall am Stängel kann das Blatt absterben.

Möhrenschwärze (Alternaria dauci) ist bei uns die wichtigste Laubkrankheit an Möhren. Sie beginnt an den Fiederblättern der älteren Blätter mit kleinen braunen unregelmäßigen Flecken. Diese Flecken breiten sich aus, das gesamte Blatt und der Stängel werden braun bis schwarz. Die älteren Blätter wirken schließlich wie verbrannt, jüngere Blätter sind oft noch grün.

Echter Mehltau (Erysiphe heraclei) beginnt mit kleinen weißen Stellen auf der Blattoberseite. Diese kleinen Stellen breiten sich rasch aus bis die gesamte Blattoberfläche einen weißen mehlartigen Belag zeigt. Die jungen Blätter sind anfangs noch gesund.

Welche Fungizide stehen zur Verfügung?
In der Tabelle im Anhang sind die in dieser Saison in Möhren zur Verfügung stehenden Fungizide aufgelistet. Mit dem Mittel Reflect wurde der Wirkstoff Isopyrazam neu zugelassen. Isopyrazam gehört zu den SDHI (Succinat Dehydrogenase-Hemmern) mit dem FRAC-Code 7. Diese Wirkstoffgruppe ist mittel bis hoch gefährdet für die Bildung von Resistenzen. Die Gefahr für Kreuzresistenzen innerhalb der Wirkstoffgruppe ist hoch. Ebenfalls in diese Wirkstoffgruppe gehören Fluopyram (enthalten in Luna Experience) und Boscalid (enthalten in Signum).

 

 

Den vollständigen Artikel mit der Beschreibung weiterer Krankheiten und einer Tabelle der zugelassenen Fungizide für Möhren finden Sie als PDF-Datei im Anhang.


Kontakt:
Ulrike Weier
Pflanzenschutz im Gemüse- und Obstbau
Telefon: 0511 4005-2112
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Stand: 15.06.2018