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RESIDUE - Nachhaltige Ressourcennutzung durch Reduzierung der Stickstoffzufuhr mittels teilflächenspezifischem Düngemanagement bei den Kulturen Brokkoli und Eissalat mit Hilfe bildgebender Sensorik

Niedersachsen ist das drittgrößte Gemüseanbaugebiet der Bundesrepublik. Insgesamt werden ca. 40 Gemüsekulturen statistisch erfasst und praktisch jede Kultur hat eigene Produktionsverfahren. Dies betrifft im Besonderen auch die Nährstoffversorgung.

1. Zielsetzung

Niedersachsen ist das drittgrößte Gemüseanbaugebiet der Bundesrepublik. Insgesamt werden ca. 40 Gemüsekulturen statistisch erfasst und praktisch jede Kultur hat eigene Produktionsverfahren. Dies betrifft im Besonderen auch die Nährstoffversorgung.

Gemüsebaubetriebe produzieren qualitativ hochwertige Produkte für den Endverbraucher. Um dies zu gewährleisten, ist der Einsatz von Produktionsfaktoren wie Düngemittel notwendig. Das Projekt zielt darauf ab, anwenderfreundliche Lösungen für eine Reduzierung des Stickstoffeinsatzes ohne Qualitätsverluste beim Produkt für den Gemüsebau zu finden. Dazu sollen die verfügbaren wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse genutzt werden. Insbesondere solche Potentiale technologischer Innovationen sollen näher untersucht werden, die zu einem zielgerichteten Einsatz von Düngemitteln im Gemüsebau führen. Hier sind Techniken, die eine teilflächenspezifische Applikation von Düngemitteln erlauben, auch für den Freilandgemüsebau interessant.

Zur Bearbeitung des Projektes, das eine Förderung im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft Agri (EIP) erhalten hat, haben sich neben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen folgende Projektteilnehmer zu einer Operationellen Gruppe zusammengeschlossen:

  • Mählmann Gemüsebau GmbH & Co. KG
  • AMG Agrarmanagement GmbH in Zusammenarbeit mit der Behr AG
  • Agrarpohl
  • AGRAVIS Raiffeisen AG
  • Wissenschaftliche Koordinierungsstelle Transformationsforschung Agrar Niedersachsen, Universität Vechta

 

2. Material und Methoden

Mithilfe eines „On Farm Research“-Ansatzes sollen gemüsebauliche Versuche mit den Kulturen Brokkoli und Eissalat auf Praxisbetrieben durchgeführt und wissenschaftlich begleitet werden. Für eine teilflächenspezifische Stickstoffdüngung sollen Teilflächen zunächst mit Hilfe von bildgebenden Verfahren erfasst werden (Drohnentechnik). Daraufhin werden die Bilddaten anhand von auf der Fläche gezogenen Boden- und Pflanzenproben kalibriert. Ziel ist es, aus den so ermittelten Daten Applikationskarten für eine entsprechende Düngertechnik zu erstellen. Als weiterer Versuchsansatz werden Satellitenbilder der Fruchtfolgen der letzten Jahre ausgewertet und daraus mit Hilfe der bereits erwähnten Probenanalysen Managementzonenkarten erstellt. Anschließend werden anhand der Ergebnisse Streukarten für die Flächen bzw. Kulturen erstellt, um die Grunddüngung der Flächen (Kalium, Phosphor, Magnesium, pH) zu optimieren. Schließlich werden die Applikationsverfahren untersucht. Untersuchungen zu den Möglichkeiten einer zielgerichteteren Applikation der Grund- und Kopfdüngung mittels Streifendüngung und Blattdüngung sind hier zu nennen.

 

3. Arbeitspaket der LWK Nds.:

Der LWK Niedersachsen obliegt die Projektkoordination und Projektleitung. Dazu gehören u.a. folgenden Aufgaben:

  • Auswertung der Daten und die Kalibrierung der bildgebenden Sensorik
  • Anlage der Versuche und die Organisation der Maßnahmen auf den Flächen
  • Sachliche und zeitliche Koordination der Arbeiten der Mitglieder der OG
  • Aufbereitung der Versuchsergebnisse
  • Erstellen von Präsentationen und Publikationen
  • Vernetzung mit Forschungseinrichtungen und dem EIP-Netzwerk
  • Verbreitung/Veröffentlichung der Projektergebnisse

 

4. Projektablauf:
Die Projektlaufzeit beträgt 36 Monate.
Der Bewilligungszeitraum ist vom 13.02.2020 bis 30.04.2023

Registriernummer: 276034030000096

 


Was ist EIP-Agri?

In der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP Agri) arbeiten Landwirte, Berater, Wissenschaftler und andere Akteure entlang der Wertschöpfungskette in einer Operationellen Gruppe (OG) zusammen. Eine Problemstellung wird durch innovative Lösungsansätze aus der landwirtschaftlichen Praxis heraus bearbeitet. Ziel ist ein intensiver Wissensaustausch in der nachhaltigen und produktiven Land- und Forstwirtschaft. Die Produktivität soll bei ressourcenschonendem Vorgehen, Schutz der Umwelt und Effizienzsteigerung bestehen bleiben.


Gefördert im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP Agri).

 


Kontakt:
Dr. Hendrik Führs
Leiter Fachbereich Beratung und Qualitätsmanagement im Gartenbau
Telefon: 0511 4005-2314
Telefax: 0511 4005-2300
E-Mail:


Stand: 27.02.2020