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Niedersächsischer Versuch zum Süßkartoffelanbau im Freiland

Seit 2018 untersucht der Fachbereich des ökologischen Landbaus in Kooperation mit dem Fachbereich für Beratung und Qualitätsmanagement im Gartenbau den Anbau der Süßkartoffel in Niedersachsen. Jetzt ist die Ernte des dritten und letzten Jahres eingebracht.

Weltweit hat der Süßkartoffelanbau eine enorme Bedeutung und der Handel nimmt weiterhin zu. Die meisten Süßkartoffeln (Ipomoea batatas Lam.) werden aus den Vereinigten Staaten importiert, wegen der steigenden Nachfrage und dem Wunsch der Verbraucher nach mehr Regionalität nehmen aber auch die Bestrebungen zu, Süßkartoffeln in Europa zu produzieren. Der Markt der Süßkartoffel als vielseitiges Produkt wächst hier sehr schnell. Vor zehn Jahren wurden sie innerhalb Europas nur in einzelnen Ländern in nennenswerten Mengen verzehrt (z.B. Frankreich). Inzwischen sind sie ein normales Produkt in allen Supermärkten geworden. Gleiches beobachtet man derzeit in Deutschland.

Ziel des niedersächsischen Versuches ist zu zeigen, dass der Anbau der wärmeliebenden Süßkartoffel auch im norddeutschen Raum erfolgreich betrieben werden kann. In Folge der erfolgreichen Versuchstätigkeit der LWK der letzten Jahre, sind bereits einige Betriebe mit kleinen Flächen in die Produktion eingestiegen, denn gerade für direktvermarktende Unternehmensformen stellt die Süßkartoffel eine attraktive Erweiterung der Produktpallette dar.

Der Versuch hat gezeigt, dass wichtige Punkte im Anbau genauer in Betracht gezogen werden müssen. So stellt zum einen die Sortenwahl einen entscheidenden Erfolgsfaktor dar, aber auch das Beikrautmanagement. Die Kultur ist bis zum Bestandesschluss sehr konkurrenzschwach, wodurch ein erhöhter Einsatz an Unkrautregulierungsmaßnahmen erforderlich ist. Gerade in den Ersten Jahren des Versuches waren viele Handjätestunden nötig, um die Flächen entsprechend sauber zu halten.

Die Ernteperiode beginnt möglichst kurz vor den ersten Frösten, Anfang Oktober, mit dem Entfernen der oberirdischen Blattmasse. Die Knollen können anschließend, ähnlich wie bei der Kartoffel, mechanisch geerntet werden. Die Süßkartoffeln sollten so wenig wie möglich Erdanhang haben und sehr schonend behandelt werden, um Verletzungen und Eintrittsmöglichkeiten für Schaderreger zu vermeiden.


Kontakt:
Nils Kraushaar
Berater Prozessqualität im Gartenbau
Telefon: 0511 4005-2305
Telefax: 0511 4005-2300
E-Mail:
Erich Klug
Berater Prozessqualität im Gartenbau
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Stand: 15.10.2020