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Das Herbstlaub im Spargel

Die Gartenbau-Fachleute der Landwirtschaftskammer erklären, warum das Häckseln im Herbst so wichtig ist für die Kultur.

Auch zu dieser Zeit ist es nicht ruhig auf dem Spargelacker. Die Betriebe sind zurzeit damit beschäftigt, das Spargelkraut zu häckseln und die Flächen für die neue Saison vorzubereiten. Dabei wurde früher das Kraut per Hand rausgerissen, von der Fläche gefahren und anschließend verbrannt. Das galt als phytosanitäre Maßnahme und hatte auch Vorteile. Unter anderem wurde der Infektionsdruck auf den Flächen niedrig gehalten, da die Sporen der Laubkrankheiten (z.B. Stemphylium und Rost), die Larven von ungebetenen Spargelschädlingen und auch deren Eier von der Fläche gebracht wurden. Somit konnte man das Risiko minimieren, den Spargel mit Altinfektionen zu kontaminieren und die Anlagen gesund in die nächste Saison zu bringen.

Heutzutage wird das Spargelkraut gehäckselt. Dabei wird versucht, das Kraut möglichst gut zu zerkleinern und durch die Einarbeitung in den Boden eine gute Verrottung des Spargelkrautes zu gewährleisten. Das ist notwendig, um den Infektionsdruck auch bei diesem Verfahren möglichst gering zu halten. Das zerkleinerte Kraut kann schneller im Boden umgesetzt werden und hat dazu noch eine Düngewirkung.

Der Zeitpunkt des Häckselns ist von Betrieb zu Betrieb und von Fläche zu Fläche unterschiedlich. Dabei entscheidet jede*r Betriebsleiter*in ganz individuell und angepasst an jede Fläche. Das Entfernen des Spargellaubs richtet sich dabei stets nach der Abreife, der Tageslänge und der Befahrbarkeit der Flächen. Generell kann ab Ende September mit dem Abhäckseln der Flächen begonnen werden, denn das Spargelkraut kann nur so lange Reservekohlenhydrate für die Wurzeln assimilieren, wie es grün ist. Nur so kann dem Spargel ausgiebig Ruhe beschert werden, damit er im kommenden Jahr mit großen Energiereserven wieder in die Ernte gehen kann.


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Stand: 30.10.2020