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Nachhaltige Erden wurden geprüft

Im Rahmen des von der Metropolregion Nordwest geförderten Projektes „Nachhaltige Erden“ wurden im vergangenen Jahr verschiedene torffreie Blumenerden an der LVG Hannover-Ahlem geprüft.

Neben der Untersuchung der Eignung verschiedener Kompostherkünfte stand die Optimierung der Rezeptur. Dafür wurden aus den Komposten sowie aus Holzfasern und Rindenhumus fünf verschiedene Mischungen hergestellt. Eine torfbasierte Blumenerde diente als Kontrolle. Ende Juni wurden jeweils drei Balkonkästen mit den Erden gefüllt und anschließend mit Geranien (Pelargonium) und Zauberglöckchen (Calibrachoa) bepflanzt. Die Kästen wurden nach Bedarf bewässert und wöchentlich einheitlich gedüngt. Die Dokumentation der Pflanzenentwicklung erfolgte regelmäßig und die abschließende Auswertung des Versuches Ende Oktober.

Während sich die Geranien in den Balkonkästen über den 14-wöchigen Versuchszeitraum im Freiland in allen Blumenerden ähnlich entwickelten, traten bei den Zauberglöckchen Wachstumsunterschiede auf. In einigen torffreien Mischungen entwickelten sich bereits in den ersten vier Wochen Aufhellungen an den jüngeren Blättern, die auf hohe pH-Werte und die dadurch verminderte Verfügbarkeit der Spurenelemente zurückzuführen sind. Darüber hinaus wurden durch Substratanalysen zu Versuchsbeginn teilweise zu hohe Natrium- und Chloridgehalte festgestellt, die insbesondere bei empfindlichen Pflanzenarten zu Schäden und Minderwuchs führen können.

Die Untersuchungen zeigen, dass auch bei torffreien und nachhaltigen Blumenerden der Qualität und der Auswahl der eingesetzten Ausgangsstoffe eine besondere Bedeutung zukommen. Nur durch eine kontinuierliche Qualitätsüberwachung kann ein breiter Anwendungsbereich für die Blumenerden gewährleistet werden.

 


Kontakt:
Michael Emmel
Versuchswesen Zierpflanzen, Diagnose
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Stand: 17.06.2019