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Sturm Friederike - Aktuelle Information und Vordrucke zur Anmeldung von Kalamitätsnutzungen

Im Falle von außergewöhnlichen Holznutzungen aufgrund höherere Gewalt (Kalamitätsnutzungen) können Sie als Waldbesitzer Steuervergünstigungen beanspruchen.

Als wichtige Voraussetzung für die Anerkennung der Einkünfte aus außerordentlichen Holznutzungen ist zu beachten, dass die Schäden infolge höherer Gewalt unverzüglich nach Feststellung des Schadensfalls der zuständigen Finanzbehörde (in Niedersachsen: Finanzamt) mitgeteilt und nach Aufarbeitung mengenmäßig nachgewiesen werden (§ 34b Abs. 4 Nr. 2 EStG). Schäden infolge höherer Gewalt werden nur anerkannt, wenn sie nach Feststellung des Schadensfalls ohne schuldhaftes Zögern und vor Beginn der Aufarbeitung der zuständigen Finanzbehörde nach amtlichen Vordruck (Link s. u.) für jeden Betrieb gesondert mitgeteilt werden. Die Mitteilung darf nicht deshalb verzögert werden, weil der Schaden dem Umfang und der Höhe nach noch nicht feststeht (R 34b.6 Abs. 6 Einkommensteuer-Richtlinien (EStR)).

Wichtige Hinweise:

Für Forstbetriebe mit einem erheblichen Anfall von Kalamitätsholz sind insbesondere die Tz. 3.2.4 und 3.2.5 der Presseinformation des niedersächsischen Finanzministers vom 30.01.2018 von Bedeutung (Link s. u.). Hierbei ist zu beachten, dass der Schaden jeweils das Doppelte des maßgeblichen Nutzungssatzes übersteigen muss.

Maßgeblich ist der im Zeitpunkt des Schadensereignisses gültige Nutzungssatz. Dieser ist von der Finanzbehörde festgesetzt (§ 68 Einkommensteuer-Durchführungsverordnung).

Sollte in Einzelfällen ein gültiges amtlich anerkanntes Betriebsgutachten oder ein Betriebswerk hier noch nicht vorgelegt worden sein, kann dies nachgeholt werden (R 34b.6 Abs. 1 Einkommensteuer-Richtlinien (EStR)). Falls kein amtlich anerkanntes Betriebsgutachten oder Betriebswerk vorliegt, kann dies auf den Anfang des Wirtschaftsjahres des Schadensereignisses aufgestellt werden (R 34b.6 Abs. 2 EStR).
 
Bei Forstbetrieben mit bis zu 50 ha forstwirtschaftlich genutzter Fläche kann aus Vereinfachungsgründen ein pauschaler Nutzungssatz von 5 Erntefestmetern ohne Rinde je Hektar zu Grunde gelegt werden (R 34b.6 Abs. 3 EStR). Die Aufstellung und Vorlage eines amtlich anerkannten Betriebsgutachtens oder eines Betriebswerkes ist in diesen Fällen entbehrlich.

Das Freischneiden von Straßen und Wegen stellt in diesem Zusammenhang keine Aufarbeitung des Holzes im Sinne der o. a. Vorschrift dar.

Weitere Information:

Presseinformation des niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz vom 07.02.2018
Beseitigung von Sturmfolgeschäden – Aussetzung der zeitlichen Beschränkung des Holzeinschlags und der Holzaufarbeitung in Natura 2000 Gebieten
(als pdf.Datei diesem Artikel beigefügt)

Presseinformation des niedersächsischen Finanzministers vom 30.01.2018
Sturmtief Friederike – Land unterstützt Geschädigte durch steuerliche Maßnahmen
https://www.mf.niedersachsen.de/aktuelles/presseinformationen/sturmtief-friederike--land-unterstuetzt-geschaedigte-durch-steuerliche-manahmen-161439.html

 

Für die Vor- und Abschlussmeldung des angefallenen Kalamitätsholzes sind die entsprechenden Vordrucke der Finanzverwaltung zu verwenden.

Die Vordrucke über die Mitteilung ("Voranmeldung"/ESt 34b-Mitteilung) und den Nachweis ("Abschlussmeldung"/ESt 34b-Nachweis) von Holznutzungen infolge höherer Gewalt (Kalamitätsnutzungen) gemäß § 34b EStG stehen im Internet zum Abruf bereit. Die niedersächsische Versionen der Vordrucke können im Formularservice des Landesamtes für Steuern Niedersachsen (LStN) abgerufen werden:

https://www.lstn.niedersachsen.de/steuer/steuervordrucke/einkommensteuer/allgemein/einkommensteuer-67707.html

Zusätzlich sind die Formulare als pdf.Dateien diesem Artikel beigefügt.

Die Vorlagen sind am Bildschirm ausfüllbar. Die niedersächsische Versionen der Vordrucke unterscheiden sich nur in dem von der Finanzverwaltung auszufüllendem Teil von dem ansonsten bundeseinheitlichen Vordrucken, die im Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung abrufbar sind. Zur Optimierung der Verwaltungsabläufe bitten wir, die niedersächsischen Versionen zu verwenden.


Kontakt:
Martin Hillmann
Leiter Fachbereich Forsteinrichtung, Bewertung, Waldinventur, Raumordnung, Naturschutz
Telefon: 0511 3665-1441
Telefax: 0511 3665-1513
E-Mail:


Stand: 13.02.2018