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Innovative dreibeinige Borkenkäferabwehr (Trinet P)

Borkenkäferfallen an Waldrändern gehören inwzischen zum gewohnten Bild. Weil erneut starker Befall zu befürchten ist, haben Waldbesitzende im Emsland die zeltartigen Gebilder auch in diesem Frühling wieder aufgebaut, wie Bezirksförster Carl Hesebeck in der Land & Forst 21/21 berichtet. 

Gewissermaßen stellen sie den Auftakt der Borkenkäfersaison dar: In vielen Wäldern in Niedersachsen sind in den vergangenen Wochen vor den ersten warmen Tagen Borkenkäferfallen aufgestellt worden. Vielfach zählen die „Trinets“, die ein wenig an kleine Zelte erinnern, in den Fichtenbeständen in den vergangenen zwei Jahren zum gewohnten Bild. Im Emsland hat auch die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Lohne-Elbergen mehrere Dutzend der an kleine Zelte erinnernden Fallen aufstellen lassen.

Abfangen, aber wie?

„Die Fallen bestehen aus einem Dreibein und einem mit einem Insektizid getränkten Netz, im Innern des ‚Zeltes‘ hängt ein Duftstoff. Durch dieses Pheromon werden die Borkenkäfer bei ihrer Suche nach neuen Brutmöglichkeiten angelockt und landen auf dem schwarzen Netz, dann kann das Kontaktgift wirken“, erklärt Martin Merschel, Vorsitzender der FBG. Dadurch soll die Borkenkäferpopulation weiter eingedämmt werden, um den Fichten eine wichtige Verschnaufpause zu verschaffen.

Natürliche Feinde wie etwa der Ameisenbuntkäfer vertilgen nicht ausreichend der Insekten, um einer Massenvermehrung entgegenzuwirken. Neben dem Einsatz der Fallensysteme ist eine schnelle Aufarbeitung des befallenen Holzes wichtig, um den Käfern den Brutraum zu entziehen.

Das Aufstellen der Fallen haben wieder Alfons Schrigten und Heinrich Niehoff aus Nordlohne übernommen, die selbst Waldbesitzer sind und bereits im vergangenen Jahr für die FBG aktiv waren. „Vorab sind die Standorte der Trinets durch die Bezirksförsterei Elbergen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ausgewählt worden, denn eine Falle macht nicht überall Sinn und kann manchmal falsch positioniert auch mehr Schaden als Nutzen bringen“, erläutert Martin Merschel. So muss beispielsweise zur nächsten lebenden Fichte ein Abstand zwischen 8 und zwölf Metern eingehalten werden, damit das Pheromon in der Falle seine Wirkung entfalten kann. „Sonst sind die Fichten mitunter attraktiver und die Borkenkäfer befallen doch den Bestand“, ergänzt Merschel. So oder so stellen die Fallen keine Garantie für ein Ausbleiben des Borkenkäferbefalls dar – rechtzeitig aufgestellt, können sie aber eine wichtige Hilfe für den Erhalt des Waldes sein.

Im kommenden Jahr müssen sich die Waldbesitzer und Waldbesitzerinnen deutschlandweit auf veränderte Bedingungen einstellen: Das Fallensystem „Trinet P“ hat bereits Ende 2020 seine Zulassung verloren, vorhandene Restmengen können noch bis zum 31. Januar 2022 aufgebraucht werden. Im nächsten Jahr werden die Fallen also nicht mehr im Wald anzutreffen sein.

Was zeigt den Befall an?

„Umso wichtiger ist deshalb eine Witterung wie in den vergangenen Wochen, wir sind gut in das neue Jahr gestartet. Das hat vielen Bäumen eine wertvolle Verschnaufpause verschafft, das macht uns Mut“, freut sich Martin Merschel. Waldbesitzern rät der FBG-Vorsitzende, in den kommenden Monaten regelmäßig vor allem nach Fichten und Lärchen zu schauen. Anzeichen für einen Befall durch Borkenkäfer seien etwa braunes Bohrmehl an den Rindenschuppen und am Stammfuß, Nadelverfärbungen und abfallende Rinde.


Kontakt:
Carl Hesebeck
Bezirksförster
E-Mail:


Stand: 03.06.2021