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Risse im Holz

Fichtenschadholz, das derzeit aus dem Wald geräumt wird, weist zum Teil erhebliche Risse im Holzkörper auf, sodass es von der abnehmenden Hand nicht verarbeitet werden kann. – Eine weitere Folge der langjährigen Trockenheit, wie Dieter Scholz in der Land & Forst 19/21 berichtet.

Viele Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer holen derzeit Schadhölzer aus den Fichtenbeständen, in denen es aus verschiedenen Gründen bisher noch nicht aufgearbeitet werden konnte.

Schleichende Dürrefolgen

Nachdem sich das Augenmerk in den vergangenen Monaten eher auf den Befall und Schutz vor Borkenkäfern (Buchdrucker/ Kupferstecher), holzbohrenden Käfern (Lineatus), Holzwespen und auf Pilzbefall (Rotstreifigkeit) richtete, werden nun bei näherem Begutachten der Einzelstämme und dem Verlust der Rinde zum Teil massive Risse im Holzkörper sowie Festigkeitsverluste sichtbar.

Diese Risse sind eine Folge der langen Trockenheit und reichen unter Umständen weit in den Holzkörper hinein. Auch wenn sie sich nach mehreren Regentagen durch die erhöhte Feuchte wieder ein wenig schließen, sind die Risse gleichwohl vorhanden und werden beim Trocknen wieder auftreten. Derartige Schäden traten in den meisten Betrieben bisher nicht auf, da in der Regel frisches lebendes Holz geerntet und mehr oder weniger zeitnah verkauft wurde.

Im Sägewerk verursacht die Rissigkeit Probleme beim Einschnitt und in der Folge werden solche Hölzer von weiteren Verarbeitern und Kunden abgelehnt oder führen zu deutlichen Preisabschlägen. Zudem resultiert daraus eine verminderte Ausbeute gegenüber frischem Holz. Es fallen neben dem gewünschten Kantholz/Bohle/Brett deutlich mehr „Nebenprodukte“ an. Für die Fehler und Verluste – weder in Bezug auf die Qualität, noch auf die Menge – tragen weder Waldbesitzer, noch die Abnehmerseite eine Schuld, denn die Ursachen sind nicht etwa eine unsachgemäße Ernte oder Behandlung der Hölzer. Die einzige Möglichkeit, die Rissbildung zu verhindern, ist eine sachgemäß durchgeführte Einlagerung der frischen Stämme in Nasslagern, was jedoch mit hohen Kosten und zusätzlichen Risiken verbunden ist.

Genau hinschauen

Wichtig ist es deshalb, bei der Aufarbeitung von altem Holz möglichst genau hinzuschauen und den Zustand einzuschätzen. Eventuelle Preisabschläge der abnehmenden Hand sind nur dann nachvollziehbar, wenn man sich die Auswirkungen der Risse auf die Weiterverarbeitung klarmacht.

Wer die Stämme im Polter einzeln in Augenschein nimmt, wird bei der Holzvorzeigung keine bösen Überraschungen erleben und kann eher darauf zählen, dass das vorgesehene Holzsortiment auch wirklich ins Schema passt und die gewünschte Kosten- und Ertragsschätzung erzielt wird.


Kontakt:
Dieter Scholz
Bezirksförster
Telefax: 05565 911249
E-Mail:


Stand: 13.10.2021