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Anbau von Grünspargel im Hausgarten

Grünspargel ist ein kostbares Gemüse, das weniger Arbeit verursacht als der Anbau von Bleichspargel. Es brauchen keine Dämme aufgeworfen zu werden, die Ernte ist viel einfacher, das Schälen entfällt weitgehend und der Anbau ist auf allen Gartenböden möglich.

Standortansprüche
Grünspargel liebt einen warmen, sonnigen und windgeschützten Standort im Garten. Der Boden sollte durchlässig, humusreich und ausreichend mit Nährstoffen versorgt sein. Eine Tiefenlockerung ist daher sinnvoll.
Da es sich um eine Dauerkultur handelt, sollte vor der Pflanzung eine Bodenprobe zur Feststellung der Nährstoffgehalte entnommen und analysiert werden. Spargel durchwurzelt den Boden bis zu einer Tiefe von 1 Meter. Daher ist es ratsam, aus der Bodenschicht 0 bis 30 cm eine Probe und aus der Schicht 30 bis 60 cm eine weitere Probe zu ziehen. Die Untersuchungen führt die Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) in Oldenburg durch. Die Landwirtschaftskammer fügt eine Düngeempfehlung hinzu, wenn dies gewünscht wird. Spargel hat mittlere Nährstoffansprüche. In 100 g Boden sollten 10 - 20 mg Phosphor, 12 - 25 mg Kalium und 5 - 8 mg Magnesium enthalten sein. Der pH-Wert sollte zwischen 5,5 und 6 liegen.

Pflanzung
Spargelpflanzen werden als einjährige Jungpflanzen ab Ende März bis Mitte April gepflanzt. Das Pflanzgut sollte am besten vorbestellt werden. Für eine gute Versorgung eines Fünf-Personen-Haushaltes braucht man 100 Pflanzen. In der Vollertragszeit bringt dieses Spargelbeet einen Ertrag von 20 bis 25 kg.
Der Pflanzabstand beträgt 40 cm in der Reihe und 1,20 m zwischen den Reihen. Es werden am besten 40 cm breite und 30 cm tiefe Gräben ausgehoben. Den Erdaushub setzt man längs des Grabens zu einem flachen Hügel auf. Die Grabensohle wird mit dem Spaten gelockert. Es ist günstig, darauf eine dicke Schicht gut verrotteten Stallmist zu bringen, die mit einer 10 cm dicken Schicht Komposterde oder Gartenerde bedeckt wird. In die nun entstandene 10 - 15 cm tiefe Mulde wird gepflanzt, wobei die fleischigen Spargelwurzeln nach allen Seiten ausgebreitet und flach mit Erde bedeckt werden. Bis zum Herbst des zweiten Jahres sind die Pflanzmulden langsam einzuebnen. In den ersten beiden Standjahren wird der Spargel nicht beerntet, damit er sich kräftig entwickeln kann. Die Gassen zwischen den Reihen können in den ersten Jahren mit Salat, Kohlrabi, frühem Blumenkohl, Radieschen, Rettich oder Spinat bestellt werden.

Pflege
Während des Sommers werden die Beete locker, feucht und unkrautfrei gehalten. Im Juni zeigt es sich, wo Lücken nachgepflanzt werden müssen. Im Oktober wird das Spargellaub direkt am Boden abgeschnitten und aus dem Garten entfernt (Biotonne oder Verbrennen), damit keine eventuell anhaftenden Krankheiten, wie zum Beispiel der Spargelrost, überwintern können.

Ernte
Grünspargel wächst auf ebenem Boden heran. Die grünen Triebe werden direkt über der Erde abgeschnitten, solange ihre Köpfe sich noch nicht öffnen. Meist erzielt man eine Stangenlänge von 15 bis 25 cm.
Die Stangen sind so zart, dass man sie nicht zu schälen braucht. Im Kühlschrank kann Grünspargel in ein feuchtes Handtuch in Folie eingeschlagen einen Tag gelagert werden. Nach der Pflanzung sollten zwei Jahre vergehen, bis zum ersten Mal geerntet wird. Die Erntezeit endet jeweils am 24. Juni (Johanni). Danach müssen sich die Pflanzen vom Schnitt erholen und wachsen, damit sie für einen kräftigen Austrieb im nächsten Jahr Reservestoffe bilden und einlagern können.

Sorten
Empfehlenswerte Grünspargelsorten sind zum Beispiel Spaganiva und Huchels Schneewittchen.


Kontakt:
Erika Brunken
Leiterin Niedersächsische Gartenakademie
Telefon: 04403 9796-32
Telefax: 04403 9796-62
E-Mail:
Mechtild Ahlers
Niedersächsische Gartenakademie
Telefon: 04403 983812
Telefax: 04403 983827
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Stand: 04.03.2019