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Coronavirus: Aktuelle Informationen zur Ausbildung und zu Prüfungen

Das Coronavirus stellt uns derzeit alle vor Herausforderungen und wirft viele Fragen auf. Hier beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen zur Ausbildung.

 

Berufsschulbesuch und überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen

Der Berufsschulunterricht wurde durch Rundverfügung der niedersächsischen Landesschulbehörde vom 13.03.20 zunächst bis zum 18.04.20 untersagt. Auch sämtliche überbetrieblichen Ausbildungsstätten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen bleiben bis mindestens zu diesem Zeitpunkt geschlossen. Die Aussetzung der überbetrieblichen Ausbildung erfolgt solange, wie aufgrund kultusministerieller Anordnung der Schulbetrieb in Niedersachsen ruht. Ersatztermine, sofern organisatorisch möglich, werden rechtzeitig mitgeteilt. Die Zulassung zur Abschlussprüfung für Auszubildende des 3. Ausbildungsjahres, die nicht mehr an einer vorgesehenen überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahme teilnehmen können, bleibt davon unberührt und ist somit möglich.


 Anwesenheit der Auszubildenden im Betrieb

Die Pflicht zur Ausbildung wird grundsätzlich nicht berührt. Bei Schließung der Berufsschule muss der Auszubildende an den Berufsschultagen, sofern nicht ein Online-Unterricht erfolgt, im Betrieb erscheinen. Dies gilt nicht, wenn er unter Quarantäne gestellt ist oder der Ausbildungsbetrieb dem Auszubildenden untersagt, den Betrieb zu betreten. Bitte beachten Sie, dass gemäß den aktuellen Rechtsvorgaben auch bei der Ausbildung, wo immer möglich, ein Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen 2 Personen einzuhalten ist. Im Einzelfall kann ein Arbeitgeber bei einer konkreten Gefährdung im Rahmen seiner Fürsorgepflicht, den Auszubildenden von der Arbeit freistellen oder Teile der Ausbildung (zum Beispiel das Führen des Berichtsheftes, Lernen von Inhalten des Berufsschulunterrichtes) zu Hause erlauben. Die Freistellung und das Arbeiten im Homeoffice muss im Ausbildungsnachweis/ Berichtsheft notiert werden. Die Freistellung ist kein Urlaub und sollte sinnvoll mit Themen rund um die Ausbildung gefüllt werden. Bei betriebsbedingten, längeren Freistellungszeiten ist, unter Fortzahlung der Ausbildungsvergütung, auf Antrag des Auszubildenden eine Verlängerung der Ausbildungszeit möglich. Dies gilt insbesondere, wenn das Ausbildungsziel in der noch zur Verfügung stehenden Zeit nicht erreicht werden konnte. Im Einzelfall kommt ggfls. auch eine Umstellung auf eine Teilzeitausbildung in Betracht.

Insbesondere während der Ferienzeit, wie z.B. den Osterferien, kann auch Urlaub in Anspruch genommen werden. Bereits beantragter Urlaub ist zu genehmigen. Weitere Urlaubstage sowie ggfls. der Abbau von Überstunden können im gegenseitigen Einvernehmen vereinbart werden. Auszubildende können allerdings nicht entgegen ihrem Einverständnis pauschal in den „Zwangsurlaub“ geschickt werden.


Kurzarbeit und Kündigung

Für Auszubildende kann in der Regel keine Kurzarbeit beantragt werden. Es besteht seitens der Betriebe die Verpflichtung alle Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Dafür kommt gegebenenfalls auch die Umstellung des Ausbildungsplanes und der Verbund mit einem anderen Ausbildungsbetrieb in Frage. Der Verbund kann kurzfristig vereinbart werden und ist der Landwirtschaftskammer zur Genehmigung vorzulegen. Nur im Ausnahmefall kann Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden. Sie haben aber auch dann gem. § 19 Abs.1 Nr.2 BBiG Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens 6 Wochen.

Die vorübergehende Einstellung der Arbeit in einem Betrieb oder eine Kurzarbeit stellt keinen Grund für die Kündigung eines Ausbildungsverhältnisses dar. Erst wenn die Arbeit und damit auch die Durchführung der Ausbildung über einen längeren Zeitraum nicht mehr ausgeführt werden kann oder bei Schließung des Betriebes ist eine Kündigung möglich. In dem Fall besteht aber die Verpflichtung sich rechtzeitig um einen anderen Betrieb, in dem die Ausbildung fortgesetzt werden kann, zu bemühen. Hierbei unterstützen die jeweiligen Ausbildungsberater*innen der Landwirtschaftskammer.


Absage von Prüfungen

Für den Bereich der Landwirtschaftskammer Niedersachsen wurde die Absage aller Prüfungen zunächst bis zum 18.04.2020 beschlossen. Die aktuell angesetzten Zwischenprüfungen entfallen bis zum 31.07.2020 ersatzlos. Die Zwischenprüfung gilt somit als abgelegt bzw. teilgenommen und die Zulassungsvoraussetzung zur Abschlussprüfung trotzdem als erfüllt. Zwischenprüfungen, die nach dem 31.07.2020 geplant sind, sollen nach derzeitigem Stand hingegen stattfinden (z.B. die Zwischenprüfung Gärtner/in, Pferdewirt/in). Über Nachholtermine sowie Wiederholungsmöglichkeiten und den Verlauf sonstiger Prüfungen im Sommer 2020 informieren wir Sie so schnell wie möglich. Ihre Ansprechpartner*innen in den Regionen und zu den Berufen finden Sie hier.


Kontakt:
Christa Hallmann-Rosenfeldt
Stellv. Leiterin Fachbereich Aus- und Fortbildung, Landjugend
Telefon: 0441 801-815
Telefax: 0441 801-204
E-Mail: