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Teilzeitausbildung: Was ist zu beachten?

Nach § 8 Abs. 1 BBiG ist eine Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit möglich, wenn z. B. ein eigenes Kind zu betreuen ist. Eine Teilzeit-Ausbildung ermöglicht damit jungen Müttern und Vätern Familienarbeit und Ausbildung zu vereinbaren.  Eine Teilzeitausbildung kommt auch in Frage, wenn nahe Angehörige (Eltern) zu pflegen sind.

Wie funktioniert eine Ausbildung in Teilzeit? Was ist bei den Arbeits- und Ausbildungszeiten zu beachten?


Wie verläuft die Ausbildung in Teilzeit? 

Bei einer Ausbildung in Teilzeit wird die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit im Betrieb

reduziert. Auszubildende und Betrieb legen gemeinsam eine wöchentliche Ausbildungszeit in der Regel von 30 Stunden fest.

 

Verlängert sich durch die Teilzeitausbildung die Ausbildungsdauer?

Die Ausbildung in Teilzeit führt nicht unbedingt zu einer längeren Ausbildungsdauer. Bei einer Arbeitszeit von  mindestens 25 Stunden pro Woche (einschließlich Berufsschulunterricht), wird die Ausbildungsdauer in der Regel nicht verlängert. 

Im übrigen ist zu klären, ob die Teilzeit im Betrieb ausreicht, um innerhalb der Regeldauer alle notwendigen Kenntnisse an die Auszubildenden zu vermitteln. Auch der Schulabschluss oder eine bereits vorhandene Berufserfahrung der Auszubildenden spielen eine Rolle (verkürzte Ausbildung). Ihrer Ausbildungsberatung berät Sie im Einzelfall gerne dazu.

 

Berufsschule

Der Berufsschulunterricht und überbetriebliche Lehrgänge erfolgen in Vollzeit. Die Berufsschule sollte über die Teilzeitberufsausbildung informiert werden.

 

Was ist beim Vertrag zu beachten?

Den Antrag auf Teilzeitausbildung stellen Betrieb und Auszubildende gemeinsam bei der Landwirtschaftskammer, wenn der Ausbildungsvertrag eingereicht wird.

  • Die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit sowie weitere Details sind im Ausbidlungsvertrag unter "Sonstige Vereinbarungen" festzuhalten.
  • Teilzeitauszubildende haben wie Vollzeitauszubildende Anspruch auf eine angemessene Vergütung (§ 17 BBiG). Empfohlen wird, die Vergütung zeitanteilig anzupassen.
  • Der Urlaubsanspruch entspricht dem von Vollzeitauszubildenden, wenn nur die tägliche Ausbildungszeit reduziert wird. Bei einer Reduzierung der Zahl der betrieblichen Ausbildungstage pro Woche, fällt auch der Urlaubsanspruch in der Regel anteilig aus.
  • Der Ausbildungsplan ist an die Teilzeitausbildung anzupassen. Da es sich bei Teilzeitausbildungen immer um Einzelfälle handelt, stimmen Sie sich bei der Erstellung des Ausbildungsplans am besten mit der Landwirtschaftskammer ab.

 

Ist auch ein Wechsel in die Teilzeitausbildung möglich?

Hat der Auszubildende bereits vor der Elternschaft eine Ausbildung begonnen, kann diese Zeit auf die Teilzeitausbildung angerechnet werden. Dadurch geht die vorangegangene Ausbildungszeit nicht verloren. Auszubildende können also eine in Vollzeit begonnene Ausbildung bei berechtigtem Interesse in eine Teilzeitausbildung umwandeln.

 

Welche Unterstützung ist möglich?

  • Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)
  • eigenes Kindergeld, Kindergeld für das Kind sowie Elterngeld
  • Arbeitslosengeld II
  • Sozialgeld und Kosten für die Unterkunft sowie Leistungen für Bildung, Teilhabe und Mehrbedarf für Alleinerziehende
  • Unterhaltsleistungen bzw. Unterhaltsvorschuss sowie Leistungen der Eltern
  • Wohngeld
  • Kinderbetreuungskosten
  • ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)

Grundsätzlich sollten die Anträge möglichst zeitnah gestellt werden. Die wichtigste Grundlage für eine Bewilligung finanzieller Unterstützung ist der Ausbildungsvertrag.

 

Vorteile einer Teilzeitausbildung für die Auszubildenden

Besonders junge Eltern haben dadurch die Möglichkeit, einen Berufsabschluss zu erlangen und so die finanzielle Existenz der Familie sichern. Durch weniger wöchentliche Arbeitsstunden können sie im Anschluss an die Arbeit zu Hause noch genügend Zeit für ihr Kind haben.

Vorteile einer Teilzeitausbildung für Unternehmen

Da eine Vollzeitausbildung, die durch Mutterschutz oder die Elternzeit unterbrochen wurde, in einer Teilzeitausbildung fortgesetzt werden kann, kann die Ausbildung im Betrieb zum Abschluss gebracht werden. Die Erfahrung zeigt, dass Auszubildende, die Azubis Familienpflichten und Ausbildung besser vereinbaren können, in einer Teilzeitausbildung eine hohe Bindung an den Betrieb haben. 

 

Weitere Informationen

Bundesagentur für Arbeit: „Chancen bieten - Teilzeitberufsausbildung ermöglichen“, Nürnberg 2014 358 KByte


Kontakt:
Franz Wotte
Berater Berufsausbildung Gärtner/in
Telefon: 04403 9796-44
Telefax: 04403 9796-61
E-Mail: