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Alkohol - Trinkt unser Azubi?

Alkoholprobleme sind über alle Branchen hinweg eine der häufigsten Ursachen für Fehlzeiten, Leistungseinbußen, Arbeitsunfälle und chronische Krankheiten. Fast die Hälfte der bis 25-Jährigen trinken mindestens einmal wöchentlich Alkohol. Die Alkoholabhängigkeit wird in dieser Altersklasse auf 6% geschätzt. Was tun bei Alkoholmissbrauch in der Ausbildung?


Das können Hinweise auf Alkoholmissbrauch sein

  • plötzlicher Leistungsabfall, Unzuverlässigkeit, Kurzschlaf bei der Arbeit, Konzentrationsstörungen, geistige "Abwesenheit", Müdigkeit und Schlafbedürfnis,
  • Häufung von Kurzerkrankungen (besonders montags),
  • Händezittern, gerötete Augen, sehr enge oder sehr geweitete Pupillen,
  • Vernachlässigen der Körperhygiene, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme,  Übelkeit, Schwindel, Reizhusten, trockener Mund, Magen- und Herzschmerzen,
  • Alkoholfahne, auffälliges Trinkverhalten bei Festivitäten, plötzliche Gewohnheitsänderungen

Nicht jeder dieser Hinweise muss unbedingt auf einen Missbrauch zurückzuführen sein. Es können auch vollkommen andere Ursachen dahinterstecken. Aufmerksames Beobachten ist umso wichtiger.

Nicht Hinzugucken, ist in jedem Fall ein Fehler.

 


 

Was können Sie als Ausbilder/in tun um einem Alkoholmissbrauch vorzubeugen?

Als Ausbilder/in haben Sie eine besondere Fürsorgepflicht. Grundsätzlich sollten Sie die Beachtung gesetzlicher Regelungen einfordern (BBiG, JarbSchG, Gesetz zum Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit). Zeigen Sie keine Toleranz gegenüber Alkohol am Ausbildungsplatz. Machen Sie das schon frühzeitig in der Probezeit klar. Bestehen Sie auf Erfüllung des Ausbildungsvertrags und weisen Sie auf Gefahren und Folgen von Alkoholmissbrauch hin. Ausbilder/innen sollten auch nachfolgend Einzel- oder Gruppengespräche führen und auf die Konsequenzen bei Nichtbeachtung der Betriebsregeln hinweisen.

 


 

Was tun, wenn der Azubi alkoholisiert am Arbeitsplatz ist?

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Auszubildender im Betrieb betrunken oder angetrunken ist, sollten Sie seine Weiterarbeit für diesen Tag verbieten und ihn dann, je nach Zustand evtl. sogar begleitet, nach Hause schicken. Denken Sie daran, dass Sie die Fürsorgepflicht für Ihren Azubi haben. Vermeiden Sie deshalb sowohl für Ihren Azubi wie für sich selbst Risiken. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Azubi betrunken ist, reicht der „Verdacht des ersten Anscheins“ aus, um entsprechend zu handeln.

 

Wie gehen Sie weiter vor, wenn es weitere Auffälligkeiten gibt?

Der folgende „5-Stufenplan“ hat sich als Interventionskette des betrieblichen Vorgehens im Falle von Auffälligkeiten bewährt:

1. Stufe: Vier-Augen-Gespräch 

Hinweisen auf sein/ihr Problemverhalten. Das Internetangebot "kenn-dein-limit" richtet sich an Jugendliche. Hier gibt es checks und Tipps und Fragen, die weiterhelfen. Auch links zu anonymen Beratungsstellen und Selbsttests.

Verhalten weiter beobachten und dokumentieren.

 

2. Stufe: Konfrontation mit dem Problemverhalten

Fakten über Auffälligkeiten vortragen, zeigen, dass man sich Sorgen macht,Hinweis auf Hilfsangebote geben und Auflagen machen.

Verhalten weiter beobachten und dokumentieren.

Es ist sinnvoll, zu diesem Zeitpunkt einen verbindlichen, schriftlichen Vertrag abzuschließen. Darin sollten die Hilfsangebote des Betriebes und die Verpflichtungen des Betroffenen festgeschrieben werden. Genauso wie die Konsequenzen bei Verstößen gegen die Vereinbarung. Festgelegt werden sollte auch, in welchen Abständen und in welcher Form die Überprüfung des Einhaltens der Vereinbarung erfolgt. Wenn professionelle Hilfe genutzt wird (durch Suchtberatung oder Arzt) sollte diese in die Vereinbarung mit einbezogen werden. Nehmen Sie auch Ihre Ausbildunsgberater mit ins Boot. Ziel ist es, die Ausbildung weiter fortzusetzen.

 

3. Stufe: Verweigerung oder Rückfall

Erste schriftliche Abmahnung (bei Jugendlichen den Eltern zuzustellen) und Auflagen erneuern. Ziel ist es natürlich weiterhin, die Ausbildung fortzusetzen. Gegebenenfalls Berufsschule und Ausbildungsberatung mit einbeziehen. Bei Jugendlichen ist das Einbeziehen der Eltern zwingend notwendig.

Verhalten weiter beobachten und dokumentieren.

 

4. Stufe: bei Nichterfüllung der Auflagen/fehlender Verhaltensänderung oder Rückfall:

Zweite schriftliche Abmahnung (bei Jugendlichen den Eltern zuzustellen). Verhalten weiter beobachten und dokumentieren.

 

5. Stufe: Verschlechterung des Verhaltens/Rückfall

Verhaltensbedingte Kündigung

 


 

Professionelle Unterstützung ist das A und O

Eins muss klar sein:

Wenn ein Verdacht auf Suchtgefährdung auftaucht, können Sie dieses Problem im Betrieb nicht alleine lösen. Sucht ist eine Krankheit. Und sie ist leider mit Verständnis, gutem Zureden oder Bestrafungen nicht zu heilen. Als Ausbilder brauchen Sie in jedem Fall professionelle Unterstützung. Der gut gemeinte Versuch, es aus eigener Kraft zu schaffen, verzögert in der Regel nur ein wirklich wirksames Eingreifen.

Wenden Sie sich an professionelle Beratungsstellen:

 

Weitere Informationen

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V.:  http://www.dhs.de/arbeitsfelder/arbeitsplatz.html
Berufsgenossenschaft  http://www.praxishilfen-bg.de/pdf/01sucht.pdf

 

 

 


Kontakt:
Berufsbildung im Gartenbau Bad Zwischenahn
Telefon: 04403 9796-42
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