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Fachkenntnisse in der Lebensmittelhygiene nach § 4 Lebensmittelhygiene-Verordnung

Geringe berufliche Qualifikation und häufig festgestellte persönliche Unzulänglichkeiten beeinflussen heute vielfach die Qualität sowie die geforderte Sicherheit von Lebensmitteln. Auch beim Herstellen von Erzeugnissen für den Hofladen oder in der Bauernhofgastronomie stellen die Lebensmittelkontrolleure immer wieder unzureichende Fachkenntnisse über die Produkte beim Personal bzw. den herstellenden Personen fest.

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber für den betreffenden Personenkreis der Lebensmittelunternehmer und deren Mitarbeiter entsprechende Vorkehrungen getroffen und einen gesetzlichen Rahmen verfasst.

Unabhängig von der gesetzlich vorgegebenen Unterweisung nach §43 Infektionsschutzgesetz (ehemaliges Gesundheitszeugnis) sowie den Schulungen über betriebliche Eigenkontrollen (HACCP) fordert der Gesetzgeber daher nach § 4 der Verordnung über Anforderungen an die Hygiene beim Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von Lebensmitteln (LMHV) eine gesonderte Schulung der Personen, die keine ausreichenden Kenntnisse und Erfahrung aufgrund einer wissenschaftlichen Ausbildung oder eine Berufsausbildung (hier werden entsprechende Fachkenntnisse vermutet) im Lebensmittelbereich nachweisen können.

Diese Schulung ist demnach für alle Personen vorgeschrieben, die leicht verderbliche Lebensmittel herstellen, behandeln, zubereiten oder in den Verkehr bringen.  Die Schulung muss von Unternehmern und Arbeitnehmern vor Arbeitsantritt erfolgreich absolviert werden - das gilt auch für Saison- und Aushilfskräfte.

 

 

Als leicht verderbliche Lebensmittel gelten Lebensmittel, die in mikrobiologischer Hinsicht in kurzer Zeit leicht verderblich sind und deren Verkehrsfähigkeit nur bei Einhaltung bestimmter Temperaturen oder sonstiger Bedingungen erhalten werden kann. Dazu zählen u.a.

•Fleisch, Geflügelfleisch und Erzeugnisse daraus
•Milch und Erzeugnisse auf Milchbasis
•Eiprodukte
•Speiseeis
•Backwaren mit nicht durchgebackener oder durcherhitzter Füllung oder Auflage
•Feinkost-, Rohkost- und Kartoffelsalate, Marinaden, Mayonnaisen,

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bietet  solche Schulung an.

Diese Schulung ersetzt nicht die Belehrung nach § 43 des Infektionsschutzgesetztes (Bescheinigung des Gesundheitsamtes).

Bezüglich aktueller Termine erkundigen Sie sich bei den Beraterinnen für Direktvermarktung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.
 


Kontakt:
Sandra Raupers-Greune
Beraterin Garten, Hof- und Dorfgrün, Direktvermarktung, Landfrauenverband
Telefon: 0531 28997-127
Telefax: 0531 28997-111
E-Mail:


Stand: 01.07.2020