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Seminar zur Mutterkuhhaltung- Wirtschaftlichkeit und Grünlandmanagement

Im Landkreis Gifhorn sind 17 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche Dauergrünland. Eine gute Verwertungsmöglichkeit ist dessen Futternutzung. Vor diesem Hintergrund wurde im Januar 2020 ein Seminar zur Mutterkuhhaltung von der Außenstelle der Landwirtschaftskammer in Gifhorn angeboten. Der Großteil der Seminarteilnehmer hatte bereits Erfahrung im Bereich Mutterkuhhaltung gesammelt, weitere Teilnehmer waren am Einstieg interessiert. Die zentrale Fragestellung der Teilnehmer war, wie sich ihr Grünland bestmöglich verwerten lässt. Besonders interessant ist, dass diese Art der Tierhaltung auch im Nebenerwerb möglich ist.

Je Mutterkuh ist mit einem jährlichen Arbeitsanfall von 20-25 Stunden zu rechnen.

Die Auswahl der Rasse ist eine der ersten zu treffenden Entscheidungen. Weit verbreitet sind Kreuzungen von Fleischrassen. Als reinrassige Tiere sind Limousin sehr beliebt.

Eine sichere Vermarktungsstrategie sollte man vor der Anschaffung entwickeln. Die verbreitetsten Vermarktungswege sind der Verkauf von Absetzern oder die eigene Ausmast der Absetzer und Verkauf als Schlachttiere. Bei Auszahlungspreisen von 3,11 €/kg SG für die Altkuh und 3,34 €/kg LG für Absetzer sind Deckungsbeiträge nach Abzug der Grundfutterkosten von 100 €/Tier realistisch. Bei einer besseren Vermarktung sind durchaus auch höhere Deckungsbeiträge zu erzielen.

Eine Verbesserung des Betriebsergebnisses ist sonst auch über die Optimierung von Prämien möglich. Gerade extensiv genutztes Grünland kann mit an Auflagen gekoppelten Agrarumweltmaßnahmen bewirtschaftet werden, um zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Mutterkühe können dieses extensive Grünland in der Regel gut verwerten.

Im weiteren Vortrag wurde dargestellt, wie Grünland nach dem sehr nassen Jahr 2017 und den beiden trockenen Jahren 2018 und 2019 wiederhergerichtet werden kann. Eine Nachsaat ist aber nur dann sinnvoll, wenn nicht übermäßig viele Mäuse auf der Fläche vorzufinden sind. Ansonsten müssten zunächst die Mäuse durch Umbruch, mehrfaches Schleppen oder Striegeln oder durch den Einsatz per Legeflinte bekämpft werden. Des Weiteren gilt es die richtige Grünlandmischung mit der richtigen Saatstärke auszusähen.  

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Bekämpfung von Unkräutern und Giftpflanzen. Je nach Pflanzenart und örtlichen Voraussetzungen gilt es, die richtige Bekämpfungsstrategie anzuwenden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Pro-Kopf-Verbrauch von Rindfleisch in Deutschland konstant bis leicht steigend ist. Bei der Aufgabe der Milchviehwirtschaft oder dem Vorhandensein extensiver Grünlandflächen ist eine Nutzung mit Mutterkühen eine Überlegung wert. Gerade in Stadtnähe ergeben sich interessante Möglichkeiten der Direktvermarkung. Dennoch ist eine kostendeckende Mutterkuhhaltung mit Vergütung aller eingesetzten Faktoren nicht immer möglich.


Kontakt:
Daniel Dönni
Berater Wirtschaftsberatung
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Stand: 29.01.2020