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Das Projekt Precise Nitrogen zur Steigerung der Stickstoffeffizienz im Pflanzenbau

Wie kann die N-Düngung effizienter gestaltet werden, indem das Wissen der Landwirte über die Teilflächen des Bestandes durch Sensornetzwerke und Satellitendaten ergänzt wird? Dieser Frage widmet sich das kürzlich gestartete, von der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP Agri) geförderte Projekt Precise Nitrogen (2020-2023), das von der Bezirksstelle Braunschweig der Landwirtschaftskammer Niedersachsen koordiniert wird.

Ziel ist es, die Ressourceneffizienz bei der N-Düngung durch teilflächenspezifische Anpassung an das Mikroklima zu erhöhen.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung 1: Vorgehen im EIP-Projekt Precise Nitrogen

Hierzu werden auf Praxisflächen verschiedener Betriebe in Südostniedersachsen unter Nutzung von Satellitendaten Teilflächen identifiziert, die über vergleichbare Bodeneigenschaften und ein ähnliches Ertragsniveau verfügen. Neben den Bodeneigenschaften wird die N-Mineralisation der verschiedenen Teilflächen maßgeblich von Temperatur und Feuchte im Boden beeinflusst. Um diese mikroklimatische Dynamik zu erfassen, werden auf den Teilflächen Bodensensoren installiert, die im Zehn-Minuten-Intervall mithilfe eines elektromagnetischen Feldes Bodentemperatur und -feuchte sowie die Temperatur im Pflanzenbestand aufzeichnen und per Funk an ein lokales Gateway senden. Diese mikroklimatischen Informationen fließen in ein Ökosystemmodell ein, das spezifische mikroklimatisch bedingte N-Mineralisationsraten berechnet. Die so prognostizierte N-Verfügbarkeit wird mittels Bonituren, Boden- und Pflanzenbeprobungen, weiteren vegetationsbegleitenden Messungen und den Erfahrungen der Betriebsleiter validiert.Durch die Verknüpfung dieser verschiedenen Datenquellen entsteht ein sogenanntes Farm-Management-System, das dazu genutzt werden kann, konkrete N-Düngeempfehlungen abzuleiten. Im Idealfall kann so das Ertragspotenzial einzelner Teilflächen durch eine, genau auf den Pflanzenbedarf zugeschnittene N-Düngung, besser ausgenutzt werden. Gleichzeitig besteht das Potenzial die N-Auswaschung ins Grundwasser so weiter zu reduzieren.
Da sowohl Einbau als auch Betrieb der Funksensoren kostengünstig zu realisieren sind, sind die Projektergebnisse potenziell auch für mittlere und kleinere Betriebe interessant.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung 2: Verschiedene Informationsquellen fließen in das On-farm-Management-System ein.

Neben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sind die Abteilung Agrartechnik der Georg-August-Universität, das Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde des Julius-Kühn-Instituts, das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e. V. sowie die Güterverwaltung Reinau am Projekt beteiligt.


Kontakt:
Linda Tendler
FAirWAY
Telefon: 0531 28997-245
Telefax: 0531 28997-211
E-Mail:


Stand: 19.05.2020