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Runder Tisch Nährstoffmanagement Emsland – Düngerfabriken nötig?

Auf Einladung des Kreislandwirts Hermann Hermeling hat am 24. April der Runde Tisch „Nährstoffmanagement im Landkreis Emsland“ getagt. Die regionalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Landkreises, des LBEG, des NLWKN, des Landvolks, der Wasserverbände, der örtlichen Beratungsorganisationen und der Landwirtschaftskammer stellten fest, dass mindestens 40 kg Stickstoff pro Hektar laut aktuellem Nährstoffbericht auf Kreisebene zu viel gedüngt wird. Der Düngebedarf der Pflanzen werde überschritten. Die Nährstoffüberschüsse müssen unbedingt abgebaut werden. Der Runde Tisch gibt dazu Impulse an Beratung und Politik.

Die Zahlen des Nährstoffberichts für das WJ 2016/2017, die Heinz-Hermann Wilkens von der Düngebehörde vorstellte, sind im Vergleich zu den Vorjahren im Emsland zwar positiv zu werten (Tierzahlen und Mineraldüngermengen rückläufig, mehr Exporte besonders von nährstoffreichen Geflügelmisten), trotzdem werden die Grenzwerte der neuen Düngeverordnung (z.B. 170 kg N/ha) nicht eingehalten.
Eine Lösung des Problems bietet die technische Aufbereitung der Wirtschaftsdünger. Dazu stellte Daniel Baumkötter (FH Steinfurt) Ziele, Inhalte und erste Ergebnisse des EU-Projekts „Mest op Maat (MoM)“ vor. Unter www.mestopmaat.eu können wertvolle Informationen zu Akteuren (interaktive Karte) und Aufbereitungstechniken (Steckbriefe) auf Niederländisch und Deutsch abgerufen werden. Es werden Praxistests, Laborversuche, Umfragen und Workshops durchgeführt, um herauszufinden, wie der „Dünger nach Maß“ beschaffen sein soll.
Lambert Hurink, VEL-Geschäftsführer, erläuterte die Vorstellungen des Einsatzes von Aufbereitungstechniken aus Sicht des Agro-Vermittlungs-Dienstes (AVD) im Emsland. Er äußerte die Hoffnung, dass die Stickstoffprobleme zeitnah gelöst werden könnten, beim Phosphat dauert es länger. Die Machbarkeit der Realisierung von größeren „Düngerfabriken“ (Vollaufbereitung) in der Region werde geprüft. Separationstechniken (Teilaufbereitung) seien bereits Realität. Die NIRS-Analytik werde auch bereits angewandt.
Die Anwesenden diskutierten weitere Ideen zur Minderung der Nährstoffüberschüsse. Zusätzlich zu den geplanten „Düngerfabriken“ könnten über die nährstoffreduzierte Fütterung schnell positive Effekte erzielt werden. Das Emsland sei die Region der „Macher“. Alle in der Runde vertretenen Organisationen würden daher die Maßnahmen positiv begleiten. Der Landkreis setzt auf das bewährte Kooperationssystem mit Landvolk, AVD und LWK. Es wurde offen auch über die Reduzierung des aktuellen Tierbestandes diskutiert. Das sei aber nicht Ziel der Kreispolitik. Man müsse unbedingt die Bevölkerung mitnehmen, deren Skepsis gegenüber der Düngepraxis groß ist. Man müsse gleichzeitig unbedingt die Landwirte unterstützen, die zur Umstellung ihrer Gewohnheiten Zeit bräuchten.
Unter dem Motto „Wirtschaftsdünger nutzen und Mineraldünger einsparen“ sollen die genannten Ideen in kleinen Beraterrunden weiter ausgearbeitet werden. Die Ergebnisse werden am großen Runden Tisch im nächsten Jahr wieder besprochen.

Die gezeigten Präsentationen stehen als PDF-Dateien zum Download zur Verfügung.


Kontakt:
Jan Wulkotte
Leiter Fachgruppe Ländliche Entwicklung
Telefon: 05931 403-113
Telefax: 05931 403-111
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Stand: 04.05.2018