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selbst kochen = selbst bestimmen!

Einerseits gelten Online-Essenslieferdienste als einer der Gewinner der Corona-Krise, die in der Phase der sozialen Einschränkungen und geschlossenen Restaurants von Essensbestellungen nach Hause profitieren. Andererseits haben etliche Menschen das „selber kochen“ für sich (wieder) entdeckt, beziehungsweise mehr Zeit zum „selber kochen“. Diese kreative Betätigung ist nicht nur für den Einzelnen, sondern auch gesellschaftlich von Bedeutung.

selbst kochen = gesündere Ernährung?

Wer selber kocht, kauft bewusster ein und erwirbt warenkundliche Kenntnisse. Inhaltsstoffe von Speisen beim Essen im Restaurant oder in der Kantine sowie beim Verzehr von Convenience-Produkten können ebenfalls von „Köchinnen und Köchen“ besser eingeschätzt werden.

Wer auf Halbfertig- und Fertigprodukte verzichtet und die Mahlzeiten aus frischen Zutaten kocht, hat kaum versteckte Fette, Zucker oder unerwünschte Zusatzstoffe auf dem Teller. Aufgrund der verpflichtenden Nährwertdeklaration und des Zutatenverzeichnisses auf verpackten Lebensmitteln kann sich theoretisch zwar jeder einen Überblick verschaffen, praktisch ist das Verzeichnis aber nicht für jeden Verbraucher leicht verständlich. 

Das „selber kochen“ kann sich günstig auf die Mahlzeitenstruktur auswirken. Das Essen auf die Schnelle, auf dem Weg von „A“ nach „B“ ins Fast Food Restaurant oder die Verlockung von duftendem Gebäck aus der Bäckerei, das im Vorbeigehen zum Kauf animiert, all das ist zurzeit kaum möglich. Aus ernährungsphysiologischer Sicht kann man dem direkt etwas Positives abgewinnen.

Die Grenzen, wann aus Hunger und wann aufgrund von Verlockungen gegessen wird, verschwimmen. Das kann zu einem Zuviel an Mahlzeiten und Kalorien führen. Feste Mahlzeiten, in regelmäßigen Abständen genossen, sorgen hingegen für eine gesündere Ernährung. Dies fördert die Gesundheit des Einzelnen und dient damit der ganzen Gesellschaft.

 

selbst kochen = weniger Lebensmittelverschwendung?

Waschen, schneiden, kochen, backen - das Wissen, wie man Lebensmittel zubereitet stellt eine andere Beziehung zu den Lebensmitteln her. Anders als das Übergießen des Inhalts einer Tütensuppe mit heißem Wasser. Wer selbst kocht, der lernt den Wert der Zutaten des Essens schätzen. Er wird sorgfältiger mit ihnen umgehen, Reste kreativer verwerten und nicht achtlos in die Tonne werfen.

Mithilfe von Speisenplänen und Einkaufslisten kann zudem die Anzahl der Einkaufsfahrten minimiert werden. Positiv ist, möglichst frische und gering verarbeitete Lebensmittel auszuwählen. Zudem sollten sie aus regionalem Anbau sein und auf kurzem Weg nach Hause transportiert werden, wo sie mit Fachkompetenz gelagert und zubereitet werden. 

 

selbst kochen = „Quality Time“?

Vom Grundsatz ja, denn Quality Time dient dazu, Zeit mit anderen Menschen zu verbringen, sich Zeit für andere zu nehmen.  Bei einem gemeinsamen Essen mit Freunden ist dies sicher keine Frage. Wird das Kochen aber zum Pflichtprogramm empfinden viele dies nicht als Quality time.

Psychologen sehen im Selbermachen ein Mittel gegen Stress, eine Möglichkeit Dinge von Anfang bis zum Ende selbst zu produzieren. Das Ergebnis, der bunte, mit Blüten verzierte Salat oder der durchs Haus duftende Sonntagskuchen, erzeugen ein Gefühl der Zufriedenheit. Es ist das erhebende Gefühl, am Ende des Kochens wieder ein echtes, sichtbares Werk in den Händen zu halten. Oder wie die Trendforscherin und Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler sagt: „Kochen können sichert die größtmögliche Freiheit der eigenen Ernährung. Man hat die Macht selbst zu bestimmen, was man isst und wie gut man isst.“


Kontakt:
Annegret Nitsch
Ernährung, Lebensmittqualität, Ausbildereignung, LandFrauenarbeit
Telefon: 0541 56008-151
Telefax: 0541 56008-150
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Stand: 18.02.2021