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„Bunte“ Kartoffeln - bringen Farbe auf den Teller

Violett, blau, rosa oder weiß – Kartoffeln blühen in unterschiedlichen Farben. Auch die Knolle muss nicht immer gelb sein. Es gibt Sorten, die blaue, rosafarbene, violette oder rote Knollen hervorbringen. Sorten wie der „Blaue Schwede“ oder die „Rote Emma“ bereichern das Kartoffelangebot optisch. Bereichern Sie auch hinsichtlich der Inhaltsstoffe die Mahlzeiten?

Sind blaue gesünder?

Die blaue Färbung der Kartoffeln wird durch Anthocyane bewirkt, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören. Diese Pflanzenstoffe haben – im Laborversuch - eine starke antioxidative Wirkung.  Im menschlichen Körper können sie „freie Radikale“ binden und damit die Abwehrkräfte gegen Entzündungen und Krankheitserreger stärken.

Es ist jedoch fraglich, ob ausreichende Mengen an Anthocyanen über die Nahrung zugeführt werden können, da der Körper nur einen sehr geringen Teil aus Lebensmitteln aufnehmen kann. Grundsätzlich steht aber außer Frage, dass eine insgesamt abwechslungsreiche, „bunte“ Lebensmittelauswahl einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat.

 

Möglichst unverarbeitet

Hinsichtlich der gesundheitsförderlichen Wirkung sollten Lebensmittel so natürlich wie möglich verwendet werden, um möglichst viele Inhaltsstoffe zu erhalten. Aber auch um Kalorien zu sparen. Heute wird bereits jede zweite bis dritte Speisekartoffel industriell verarbeitet und als Fertigpüree, Gratin, Pommes oder Chips angeboten. Diese haben in der Regel einen wesentlich höheren Kalorien- und Salzgehalt und damit einen negativen Einfluss auf die Energie- und Nährstoffbilanz. So gesehen ist es weniger entscheidend, ob der „Blaue Schwede“ oder die „gelbe“ Linda auf den Teller kommt. Wichtiger ist, sie als Pell- oder Salzkartoffeln zu genießen.

 

Kartoffelvielfalt

Weltweit gibt es mehr als 7.000 Kartoffelsorten, die sich in Form und Farbe unterscheiden. Bunte Kartoffelvarianten gehören eher zu den „Exoten“, auch wenn es sich eigentlich um alte Sorten handelt. Gelbfleischige Kartoffelsorten bestimmen das Angebot, zum einen weil die meisten Verbraucher gewohnheitsmäßig diese Sorten wählen und zum anderen weil sie sich auch besser für den Anbau im großen Stil eignen.

Bunte Kartoffeln sind häufig im Anbau pflegeintensiver und teilweise aufgrund ihrer Form und Größe schwerer maschinell zu verarbeiten. Auch in der heimischen Küche könnte das Kartoffelschälen eine größere Herausforderung werden. Empfehlenswert ist daher die Zubereitung als Pellkartoffeln, wodurch auch die Farbstoffe besser erhalten bleiben.

 

 


Kontakt:
Annegret Nitsch
Ernährung, Lebensmittqualität, Ausbildereignung, LandFrauenarbeit
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Stand: 15.09.2020