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Tomaten sind selbstverträglich?

Die Einhaltung einer Fruchtfolge ist für die meisten Gemüsearten Voraussetzung für gesunde Pflanzen und einen guten Ertrag. Halten Gartenbesitzer sie nicht ein, kann es zur Bodenmüdigkeit kommen. Sie entsteht durch einen einseitigen Nährstoffentzug der nacheinander angebauten Gemüse gleicher Art. Zum anderen erfolgt eine Anreicherung von artspezifischen Wurzelausscheidungen im Boden, die auf nachfolgende Artgenossen wachstumshemmend wirken.

Zur großen Freude aller Tomatenliebhaber ist das alles beim Anbau von Tomaten nicht der Fall, denn grundsätzlich sind sie selbstverträglich und können bei ausreichender Düngung mehrere Jahre an derselben Stelle angebaut werden. Trotzdem wird dieses Thema seit Jahren in Fachkreisen diskutiert.

Man rät heute davon ab, Tomaten auf Tomaten anzubauen. Es besteht die Gefahr, dass Pilze im Boden überdauern, die Wurzelfäulen verursachen. Sie befallen im folgenden Jahr die neu gepflanzten Tomaten. Gegen Wurzelfäulen im fortgeschrittenen Stadium kann man nichts machen.
Auch die Erreger der gefürchteten Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans), die mittlerweile im Sommer fast regelmäßig an Freilandtomaten auftritt, können im Boden überwintern und die Pflanzen im kommenden Jahr schädigen.

Sind Pflanzen befallen, sollte auf jeden Fall von einem Nachbau abgesehen werden. Auch das Untergraben von befallenem Pflanzenteilen ist unbedingt zu vermeiden.
Zwischen dem wiederholten Anbau von Tomaten am selben Standort sollten mindesten 4 Jahre liegen. Auch andere Nachtschattengewächse, wie Kartoffeln, Paprika oder Auberginen, dürfen nicht auf dieses Beet gepflanzt werden.

Selbst für Gewächshäuser gilt, dass dort die Erde alle paar Jahre ausgetauscht werden muss. Bei Wurzelkrankheiten sollte die Anbaustelle sogar besser ganz gewechselt werden.

Neben dieser genannten Maßnahme, die zur Bodenhygiene im Pflanzenbau gehört, gibt es noch weitere, die zur Gesunderhaltung der Tomaten beitragen.

So vermeiden Sie Pilzkrankheiten
Aufgrund ihrer Herkunft aus Mittel- und Südamerika sind Tomaten sehr licht- und wärmebedürftig. Daher führt der Anbau im Gewächshaus zu den besten Ergebnissen.

An einem geschützten sonnigen Standort lassen sich aber auch im Freiland gute Ernten erzielen.

Wichtig ist, die Pflanzenblätter vor Regen und Feuchtigkeit zu schützen, da die Keimung der Pilzsporen nur bei Anwesenheit von Wasser erfolgen kann. Ein lichtdurchlässiges Foliendach, das auch seitlich einfallenden Regen abhält, reicht aus und kann im Eigenbau erstellt werden.

Empfehlenswert ist es, veredelte Tomaten anzubauen. Ihre Unterlage ist widerstandsfähig gegen Wurzelfäule. Die Pflanzen sind insgesamt robuster und ertragreicher.

Im Handel werden einige Tomatensorten angeboten, die widerstandsfähig gegen Pilzkrankheiten sind. Die meisten halten zumindest eine gewisse Zeit Braunfäule, Mehltau und Konsorten stand. Eine Garantie gibt es nicht.

Anbau in Gefäßen
Der Anbau in Gefäßen ist durchaus zu empfehlen, wenn diese eine ausreichende Größe haben. Der Boden kann gut ausgetauscht und durch Kompost und Dünger aufgewertet werden. Außerdem ist der Standort frei zu wählen, so dass möglicherweise ein sonniger Dachüberstand als optimaler Ort dienen kann.


Kontakt:
Sabine Dralle
Beraterin Garten, Hof- und Dorfgrün, Landfrauenverband
Telefon: 0581 8073-185
Telefax: 0581 8073-155
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Stand: 17.07.2019