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Ein Wettbewerbsvorteil für den Ferienhof beim „Wohlfühlfaktor Sauberkeit“

Ist die Unterkunft auch wirklich sauber? Bett und Toilette kommen bei vielen Urlaubern vor dem ersten Benutzen auf den Prüfstand. Für die Gäste muss es ganzjährig einwandfrei sauber sein! Doch was heißt sauber? Hygiene und Sauberkeit sind subjektive Beurteilungen, solange wir uns im privaten Bereich bewegen. In Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung oder auch Hotels müssen dagegen Standards festgelegt werden. Nur so kann eine gleichbleibende Sauberkeit und Hygiene gewährleistet werden. Auch Urlaubsbetriebe können mit definierten Reinigungsabläufen Sauberkeit garantieren und dies beim Gast bewerben. Haare in der Dusche oder Flecken im Teppich wünscht sich niemand, wenn er bei der Ankunft das erste Mal die Ferienunterkunft betritt.

Exkurs Grundlagen der Reinigung

Wir reinigen Gegenstände, Fußböden usw., um groben und feinen Schmutz von den Oberflächen zu entfernen. Die wichtigsten Utensilien sind Staubsauger, sauberes Reinigungswasser, Mikrofasertücher und Wischmopp. Grundsätzlich unterscheiden wir drei Reinigungsarten:

  • Sichtreinigung: Entfernen von sichtbaren Verschmutzungen, z.B. Mülleimer leeren
  • Unterhaltsreinigung: regelmäßige Reinigungsarbeiten, u.a. Sanitärobjekte reinigen, wöchentliches Wischen und Staubsaugen von Böden
  • Grundreinigung: aufwändige Reinigung 2-3 Mal im Jahr, Reinigen von Gardinen Teppichen usw.

Alle Reinigungsvorgänge stehen in Abhängigkeit zu den vier Reinigungsfaktoren Mechanik, Chemie, Temperatur und Zeit. Aus Gründen des Umweltschutzes sollte der Faktor Chemie einen möglichst geringen Anteil haben. Deshalb sollten bei der Auswahl der Reinigungs- und ggf. Desinfektionsmittel folgende Fragen beantwortet werden: Aus welchem Material besteht das Reinigungsobjekt? Wie hoch ist der Grad der Verschmutzung? Eine riesige Palette an Reinigungsmitteln ist nicht notwendig. Allzweckreiniger, auch Neutralreiniger genannt, sind für zahlreiche wasserfeste Oberflächen geeignet. Für Fliesen, Spiegel usw. sind Reiniger mit einem gewissen Alkoholgehalt empfehlenswert. Im Sanitärbereich sind zusätzlich saure Produkte hilfreich, da sie gründlich Urin- und Kalkstein entfernen. Scheuermittel helfen bei hartnäckigen Verschmutzungen (Vorsicht jedoch bei empfindlichen Oberflächen).

Wichtig ist vor allem die richtige Dosierung der jeweiligen Mittel, die auf den Verpackungen angegeben ist und je nach z.B. Wasserhärte variieren kann. Mittlerweile sind auf dem Markt auch verschiedene ökologische Reinigungsmittel erhältlich. Um Hautirritationen oder gar Allergien zu vermeiden,  legen u.a. die Berufsgenossenschaften großen Wert darauf, dass bei Reinigungsarbeiten Handschuhe mit einem langen Schaft, der umgestülpt werden kann, getragen werden. Auf diese Weise kann ein Einlaufen von Reinigungswasser in die Handschuhe vermieden werden.

 

Durchblick behalten
Welches Tuch nutze ich in welchem Raum oder für welchen Gegenstand? Diese Frage ist quasi nicht zu beantworten, wenn alle Tücher die gleiche Farbe haben. In der hauswirtschaftlichen Praxis hat sich das Vier-Farb-System im Reinigungsbereich etabliert. Die Farben geben Orientierung und können nach den eigenen Wünschen verändert werden.

Häufig wird diese Farbeinteilung genutzt:

  • Rot:    Urinale/WC und umgebende Fliesen
  • Gelb:  Sanitärbereich: Waschbecken, Spiegel, sonstige Flächen

  • Blau:  Einrichtung, Mobiliar

  • Grün: Küche

Alle Tücher und Mopps müssen nach Benutzung und nach jeder Wohnung getauscht und bei mind. 60°C gewaschen werden.

 

In der Praxis
Die Endreinigung der Wohnungen wird in der Regel vom Ferienbetrieb durchgeführt. Dennoch sollten die Gäste Zugriff auf verschiedene Reinigungsutensilien haben, damit kleine Missgeschicke schnell beseitigt werden können und nicht zu hartnäckigen Flecken trocknen.

Das Bett ist der Lieblingsort der Gäste. Matratzenschoner und Hygienebezüge, die unter anderem wasserabweisend sind, sollten überall Standard sein. Eine regelmäßige professionelle Matratzenreinigung sowie die Reinigung der Oberbetten und Kissen ebenfalls. Flecken auf Kopfkissen oder Matratzen tragen schließlich nicht zum „guten Gefühl“ der Gäste bei.

Auf Urlaubsbetrieben mit aktiver Landwirtschaft haben Gäste Kontakt mit Tieren und betreten Ställe. Ein Einbringen von Sand und Schmutz in die Gemeinschaftsräume und Wohnungen kann durch kleine „Schmutzschleusen“ in den Eingängen und Möglichkeiten zum Waschen von Stiefeln verhindert werden. Grundsätzlich besteht sicherlich auch eine gewisse Gefährdung darin, dass Keime von z.B. dem Kot der Tiere auf die Haut der Menschen übertragen werden. Bieten Sie den Gästen Möglichkeiten zum Händewaschen und klären Sie diese gegebenenfalls über dieses Thema auf. Freundliche Hinweisschilder an entsprechender Stelle können ebenfalls zur Information der Gäste beitragen.
 

Übersichtliche Checklisten
Gerade in der Zeit der Bettenwechsel, müssen Wohnungen und Zimmer innerhalb kurzer Zeit auf Vordermann gebracht werden. Übersichtliche Arbeitsanweisungen und Checklisten zum Abhaken erleichtern dann die Kontrolle der Reinigung und sorgen für gleichbleibende, verlässliche Qualität. So kann bei einem Rundgang durch die Wohnungen nichts vergessen werden. Checklisten sind schnell erstellt und können immer wieder überarbeitet und ausgedruckt werden. Die Dokumente sind außerdem gute Hilfsmittel für neue Arbeitskräfte oder „Feuerwehrkräfte“ und erleichtern die Einarbeitung. Des Weiteren können diese nicht nur intern genutzt werden, sondern auch dem Gast zeigen, dass im Betrieb nach bestimmten Standards gearbeitet wird. Eine Kontrollliste, die in der Gemeinschaftstoilette hängt oder eingepackte, neue Toilettenbürsten sind nur zwei Möglichkeiten, mit denen ein Ferienbetrieb auf seine Hygienestandards aufmerksam machen kann. Das weiß der Gast zu schätzen!

 


Kontakt:
Heike Willms
Direktvermarktung, Urlaub auf dem Bauernhof, Landfrauenarbeit
Telefon: 04941 921-130
Telefax: 04941 921-116
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Stand: 19.03.2018